Die Allersberger Grünen haben gemeinsam mit der SPD die Erstellung eines Konzepts zur Klimafolgenanpassung beantragt. Ziel ist es, die Gemeinde für die Zukunft zu rüsten, um Schäden durch Starkregenereignisse, Hitze oder Trockenheit zu minimieren.
 

Eine Klimaprognose des bayerischen Umweltministeriums zeigte kürzlich: Von den verschiedenen Regionen Bayerns hat Franken besonders stark unter dem Klimawandel zu leiden. Die Häufigkeit und Dauer von Hitze- und Dürreperioden steigt, gleichzeitig wächst das Risiko von Starkregenereignissen – und zwar stärker als in anderen Regionen (Bericht). Darauf müssen sich die Städte und Gemeinde vorbereiten, um ihre Bevölkerung und die Infrastrukturen zu schützen. Auch die Allersberger Grünen pochen darauf, dass ihre Gemeinde bei der Stadtplanung umdenkt: Mehr Grünflächen, mehr Bäume, grüne Fassaden und Dächer könnten Regen wie einen Schwamm aufnehmen und so die Wassermassen reduzieren, die in die Kanalisation abgeleitet werden. Gleichzeitig wirkt das urbane Grün im Sommer kühlend und reduziert so den Hitzestress für die Menschen.

Vorbereitet sein

„Die letzten Wochen haben eindrücklich gezeigt, welche katastrophalen Folgen Starkregenereignisse haben können,“ so Tanja Josche, Sprecherin der Allersberger Grünen. Den Landkreis Roth habe es zwar nicht so getroffen wie NRW und Rheinland-Pfalz. Aber auch hier standen etliche Keller unter Wasser, Straßen waren gesperrt und das Trinkwasser musste in einigen Orten über Woche abgekocht werden. „Allersberg ist mit einem blauen Auge davongekommen. Aber das kann beim nächsten Starkregen schon anders aussehen. Deshalb müssen wir vorbereitet sein und alles tun, um mögliche Schäden zu minimieren.“

Die Gemeinderatsfraktionen von Grünen und SPD haben deshalb gemeinsam die Erstellung eines Konzepts zur Klimafolgeanpassung beantragt. Dieses soll aufzeigen, welche Folgen Hitze, Dürre und Starkregenereignisse speziell für Allersberg haben können, wo es Schwachstellen oder besonders gefährdete Gebiete gibt und mit welchen Maßnahmen die Risiken gemindert oder beseitigt werden können. Die Antragssteller weisen dabei auf Förderprogramme des Bundesumweltministeriums und der bayerischen Staatsregierung hin, bei denen nur ein kleiner Teil der Kosten von der Gemeinde selbst getragen werden müsse.

Statt Grünflächen zu schützen, wird massiv versiegelt

Georg Decker, Co-Sprecher der Allersberger Grünen, kritisiert die vielen Bauprojekte in der Gemeinde, bei denen massiv Flächen versiegelt werden: „Derzeit entstehen auf 33 Hektar zwei neue Gewerbegebiete und auf neun Hektar zwei Wohnbaugebiete. Ein Hektar Land an der Kleinen Roth, das als Überschwemmungsfläche dient, soll für einen Supermarkt zubetoniert werden. Und wenn wir Pech haben, kommt noch ein ICE-Werk hinzu, für das weitere 45 Hektar erst gerodet, dann versiegelt werden. Jedes einzelne dieser Projekte trägt dazu bei, dass weniger Wasser natürlich versickern kann, dass mehr über die Kanalisation und die Gräben abgeleitet werden muss und dass der Grundwasserspiegel weiter sinkt. Dabei wäre angesichts der Klimakrise genau das Gegenteil nötig: Grünflächen schützen, Wälder aufforsten, Flächen entsiegeln.“

 

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Der Antrag zum Download

 

Kontakt:

Tanja Josche
Tel.: 09176 / 3550295
Georg Decker
Tel.: 09176 / 835
Mail: fraktion(at)gruene-allersberg.de

 

URL:https://www.gruene-roth.de/ortsverbaende/allersberg/aktuelles/aktuelles-volltext/article/klimafolgenanpassung-allersberg-besser-fuer-extremwetter-ruesten/