BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Roth

Eine Lanze gebrochen für nachhaltiges Bauen

Schwabacher Tagblatt, 07.10.2021

Baupolitische Sprecherin der Partei Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Sowa hielt in Schwanstetten einen Vortrag.

SCHWANSTETTEN – Auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen hat die Landtagsabgeordnete Ursula Sowa aus Bamberg in den „Bürger-Stub’n“ über nachhaltiges Bauen gesprochen. Ursula Sowa ist baupolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion.

Marktgemeinderat Mario Engelhardt erklärte, dass in Schwanstetten nicht zuletzt auch jüngere Familien Bedarf an Wohnraum hätten.

Für Holzbauweise
Mit ihrem Vortrag wollte die Architektin und Landtagsabgeordnete, die auch Stadträtin in Bamberg ist und früher Bundestagsabgeordnete war, Impulse geben und mit Beispielen von nachhaltigem Bauen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern auch die Fantasie anregen. Ursula Sowa brach eine Lanze für die Holzbauweise. Eine Tonne Holz könne immerhin zwei Tonnen CO2 binden.

Wenig Holzbau in Deutschland
Im Gegensatz zu Schweden, wo 85 Prozent aller Gebäude aus Holz bestehen, sei der Anteil in Deutschland längst nicht so hoch. Immerhin habe das grün regierte Baden-Württemberg eine Holzbau-Offensive gestartet. Auch trat die Landtagsabgeordnete für Baumaterialien-Recycling ein. Als Beispiel brachte sie ein Recyclinghaus aus Hannover, welches von einer vierköpfigen Familie bewohnt wird, das beim Abbau wieder zerlegt und recycelt werden kann. Ein weiteres Beispiel kam aus den Niederlanden. Das Rathaus in Venlo besteht aus Materialien, die nach einem Abriss wieder verwendet werden können. Auch zeigte Ursula Sowa Möglichkeiten der Verwendung von alternativen Baumaterialien. Dazu gehören neben Holz auch Lehm, Stroh oder Gips.

Der Klimaerwärmung begegnen
Auch Fassaden- oder Dachbegrünung spielten im Vortrag eine große Rolle. Ursula Sowa zeigte Möglichkeiten, wie der zunehmenden Klimaerwärmung im Bauen begegnet werden kann. Eines der genannten Beispiele ist das Technische Rathaus in Mannheim mit speziellem Fassadenschutz im Sommer. Als weitere Maßnahmen nannte sie das Freilegen von Wasserflächen und das Anlegen von Stadtgrün. Ursula Sowa tritt bei der Planung von Wohngebieten vor allem gegen reine Wohngebiete ein. Es solle möglichst ein Mix entstehen, wo Einkaufsmöglichkeiten oder Arztpraxen fußläufig zu erreichen sind.
Großes Augenmerk richtete die Referentin auf das Wohnen im ländlichen Raum. Die Mobilität könnte durch Car-Sharing oder die Installation von Ladesäulen für Elektroautos umweltfreundlicher gestaltet werden.

Angepasste Holzarchitektur
Ebenfalls in Bezug auf den ländlichen Raum präsentierte sie Möglichkeiten, wie neue Wohnformen gestärkt werden können. Sie zeigte unter anderem ein Beispiel aus Garmisch-Partenkirchen mit Gebäuden einer angepassten Holzarchitektur. Ferner trat Ursula Sowa dafür ein, dass Gemeinden Grund und Boden nicht mehr an Investoren verkaufen, sondern Erbbaurecht ermöglichen.
Als Fazit zu ihrem Vortrag nannte sie, dass Städteplaner sich von reinen Wohngebieten abwenden und bei der Planung auch Zeit nehmen sollen. Nachhaltigkeit sollte nicht als Worthülse verstanden werden. Eine weitere wichtige Aussage von Ursula Sowa war, dass eigentlich genug Wohnraum vorhanden sei. Dieser sei jedoch ungerecht verteilt. Während zum Beispiel in Nordbayern Leerstände existieren, gebe es zum Beispiel im Ballungsraum München eine zu hohe Nachfrage.
Nach dem Vortrag hieß es, dass viele Senioren aus Schwanstetten gerne in der Marktgemeinde weiter leben möchten, jedoch sei für sie ihr Haus inzwischen zu groß. Andererseits besteht der Bedarf junger Familien nach Wohnraum.
anh



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Quelle: https://www.martin-stuempfig.de

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