Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Roth

Bericht zur Jahreshauptversammlung 2026 des OV Wendelstein

Die Jahreshauptversammlung des Ortsverbands Wendelstein fand am 21.07.2026 erneut im traditionsreichen Küblerhof in Röthenbach b.St.W. statt. In gewohnt konstruktiver Atmosphäre blickten die Mitglieder zunächst auf das vergangene Jahr zurück. Der Vorstand berichtete über Aktivitäten, kommunalpolitische Initiativen und die positive Entwicklung des Ortsverbands. Anschließend wurden die Kassiererin sowie der Gesamtvorstand ordnungsgemäß entlastet.

Ein wichtiger Schritt war die konsequente Umsetzung der Trennung von Amt und Mandat: Die beiden amtierenden Marktgemeinderätinnen Barbara Dorfner und Carolin Töllner schieden aus dem Vorstand aus, um sich künftig vollständig auf ihre Mandatsarbeit konzentrieren zu können. Der Ortsverband dankt beiden ausdrücklich für ihr langjähriges Engagement im Vorstand.

Neuer Vorstand gewählt

Die Mitglieder wählten anschließend einen neuen Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzt:

  • Selina Rundel – Sprecherin (Vorsitzende)
  • Boris Czerwenka – Sprecher (Vorsitzender)
  • Christina Czerwenka – Kassiererin
  • Horst Holzmann – Schriftführer
  • Anna‑Lena Ganster – Beisitzerin
  • Florian Stoevesandt – Beisitzer

Neu ist, dass die beiden Beisitzer künftig eigene Verantwortungsbereiche übernehmen – ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung der Vorstandsarbeit:

  • Anna‑Lena Ganster verantwortet künftig das Veranstaltungs- und Wahlkampfmanagement.
  • Florian Stoevesandt übernimmt den Bereich Social Media und Medienmanagement.

Damit stellt sich der Ortsverband breiter, moderner und arbeitsfähiger auf.

Engagement neuer Mitglieder

Besonders erfreulich ist, dass sich gleich mehrere neue Mitglieder bereit erklärt haben, Verantwortung im Ortsverband zu übernehmen. Dazu gehören die neugewählte Sprecherin Selina Rundel genauso wie die beiden neuen Beisitzer Anna-Lena Ganster und Florian Stoevesandt.

Der neu gewählte Vorstand startet motiviert und geschlossen in die kommenden zwei Jahre – mit dem gemeinsamen Ziel, grüne Themen in Wendelstein weiter sichtbar und wirksam zu machen.

Weil wir hier leben

PFAS in den Jägerseen – was bedeutet das?

Wendelstein – das Landratsamt Roth hat in den Jägerseen, zwei beliebten Badegewässern zwischen Wendelstein und Feucht, bei Wassertests sog. PFAS nachgewiesen. Am 13. Juli 2026 veranstaltete das Landratsamt eine Infoveranstaltungen. Anwesend waren unter anderem der Landrat Ben Schwarz, Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, des Bayerischen Umweltamtes, des Bayerischen Amtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, des Veterinäramtes sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Auch der Wendelsteiner und der Feuchter BN sowie aus dem Wendelsteiner Gemeinderat zwei Vertreter der Grünen und jeweils ein Vertreter der FW und der CSU waren vor Ort.

Was ist der Sachstand?

In den Jägerseen wurden PFAS gefunden, diese resultieren mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus auf der (ehemaligen) MUNA verwandten Löschschäumen.

Was sind PFAS?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind synthetische Chemikalien, die etwa ab den 1970er-Jahren in zahlreichen Produkten eingesetzt werden, darunter Feuerlöschschäume, Antihaftbeschichtungen, wasser- und fettabweisende Textilien, beschichtete Papiere und Kunststoffe.

Sie zeichnen sich durch extreme chemische und thermische Stabilität aus, was sie in der Industrie nützlich, in der Umwelt jedoch problematisch macht. PFAS werden auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, da sie in der Umwelt nahezu nicht abbaubar sind und sich im Menschen, in Tier, Pflanzen und Sedimenten anreichern. Die Folgen für den Menschen sind noch nicht vollständig erforscht, Einigkeit besteht über die Gesundheitsschädlichkeit. Die Rede ist von negativen Effekten auf Leber, Immunsystem, Hormonhaushalt, Stoffwechsel oder Fortpflanzung.

Wo kommen die PFAS her?

Als Anfangsverdacht wird davon ausgegangen, dass die Quelle wohl PFAShaltige Löschschäume sind, die auf der ehemaligen MUNA nach 1945 während der Nutzung als Airfield zum Einsatz kamen. Weitere Untersuchungen laufen.

Kann ich in den Jägerseen baden?

Ja. Die Aufnahme von PFAS erfolgt nicht über die Haut, problematisch ist das Verschlucken des Wassers beim Schwimmen. Hier sind die Experten der Ansicht, dass die in Betracht kommenden Mengen, angenommen werden jeweils 100 ml verschlucktes Wasser, unbedenklich sind.

Kann mein Hund in den Jägerseen baden?

Vermutlich Ja. Die Untersuchungen kommen zu der Erkenntnis, dass auch ein Kleinkind mit etwa 10 kg Körpergewicht sorglos baden kann, angenommen werden jeweils 50 ml verschlucktes Wasser. Ob das auf Hunde übertragbar ist, ist nicht wirklich klar.

Kann ich Fische aus den Seen gefahrlos essen?

Nein. Die Laborergebnisse von allen acht untersuchten Fischen zeigen, dass die nach Lebensmittelrecht geltenden Höchstwerte nicht eingehalten werden und die Fische für den Verzehr nicht geeignet sind.

Wie geht es weiter?

Aktuell und künftig ist die Verwendung von PFAS untersagt. Die Behörden werden weitere Untersuchungen des Wassers in den Jägerseen durchführen und weitergehende Ursachenforschung betreiben, insbesondere weitere Grundwassermessstellen einrichten.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des LRA Roth unter https://www.landratsamt-roth.de/themen/verbraucherschutz/lebensmittelkontrolle/faqs-pfas .

Wir Grüne werden das Thema weiterverfolgen und berichten.

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Juni 2026)

Bericht aus dem Marktgemeinderat – Sitzung vom 25.06.26

Zu Beginn informierte die N-ERGIE, dass sie im Rahmen des Projektes „Erdwärme Franken“ sogenannte seismische Untersuchungen durchführt. Wendelstein ist insofern betroffen, als zwei der Messlinien im Gemeindegebiet liegen, in Röthenbach b. St.W. und Neuses. Dabei werden Erschütterungen entstehen, die in einzelnen Häusern wahrnehmbar sind. Die betroffenen Anwohner werden noch separat von der N-ERGIE informiert, wann und wo die Messungen stattfinden.

Im folgenden Tagesordnungspunkt wurde der Ausbau der Hermann-Hetzel Str und des Allerheiligenweges (im Bereich der Grundschule) vorgestellt. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN geht es dabei vor allem darum, dass die Grünflächen erhalten bleiben und dass die Sicherheit für die Fußgänger gewährleistet bleibt. Außerdem sollte der Planer berücksichtigen, dass der Allerheiligenweg künftig zu einer Fahrradstraße umgebaut werden könnte.

Es folgte die Vorstellung des Ausbaus des Irrlweges sowie des Primelweges. Aufgrund der gewachsenen Parksituation dort, sind keine wesentlichen Änderungen vorgesehen. Lediglich der südliche Gehweg, soll etwas breiter werden, um ein Mindestmaß an Barrierefreiheit zu erreichen. Im Zuge der Sanierung planen die Gemeindewerke die Wasserleitungen komplett zu erneuern.

Für das Flaschneranwesen wurde das Nutzungskonzept verabschiedet. Grob sieht der Plan vor, im Erdgeschoß eine Begegnungsstätte sowie einen Gewerberaum, etwa für eine Eisdiele, zu schaffen. Der erste Stock wird Räume für die Gemeindeverwaltung beherbergen; im zweiten Stock entstehen gemeindliche Übernachtungsräume. Der Nebenraum der Scheune wird vom Brauverein genutzt. In der Scheune selbst sind zwei Mehrzweckräume geplant.

Aus dem Ausschuss für Kultur, Soziales und Inklusion vom 23.06.2026

Im diesem Ausschuss geht es vor allem um die Belange von Schulen, Vereinen und Verbänden sowie um die Freizeitgestaltung in Wendelstein. Die Volkshochschule startet im Herbst mit dem neuen Kursprogramm mit derzeit 91 geplanten Veranstaltungen. Das Angebot spricht unterschiedliche Interessen und Altersgruppen an. Ab September liegt das Programm an den bekannten Auslagestellen aus und ist auch auf der Homepage der Gemeinde einsehbar.

Jedes Jahr werden im Wendelsteiner Gemeindegebiet Spielplätze saniert. Insgesamt gibt es in Wendelstein 37 Spielplatze, 7 Bolzplätze und einen Generationenpark.

Der Spielplatz in Siedlerstraße in Kleinschwarzenlohe sowie der im Hortweg Röthenbach wurden neugestaltet. Auch der Bolzplatz Kleinschwarzenlohe bekommt einen neuen Ballfangzaun. Auf 3 Spielplätzen hat der Bauhof Kisten für Kinderspielzeug aufgestellt. Wenn diese bei den Kindern gut ankommen, dann werden weitere aufgestellt.

In weiteren Tagesordnungspunkten ging es noch um die Schulsozialarbeit in Wendelsteiner Schulen und die Mittags-bzw. Ferienbetreuung im Rahmen des Ganztagesanspruchs.

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Mai 2026)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.

Ein Thema außerhalb der Tagesordnung war der neu eingerichtete Trinkbrunnen am Badhausplatz. Es wurde berichtet, dass wiederholt Jugendliche beobachtet wurden, die das (Trink-)wasser direkt aus dem Brunnen tranken und somit mit ihrem Mund den Brunnen berührten. Dies ist aus hygienischen Gründen bedenklich. Der Bauhof wurde beauftragt, sich Lösungen zu überlegen, wie man das künftig unterbinden kann.

Für den Altort Wendelstein wurde der Bewertungsrahmen für den Test der Gehwegverbreiterungen vorgestellt und zur Abstimmung gestellt. Kontrovers wurde die Objektivierbarkeit der Erkenntnisse diskutiert.

Die Kriterien, die vorgestellt und festgelegt wurden sind in folgende Hauptpunkte eingeteilt:

  • Verkehrssicherheit: Bewertung möglicher Auswirkungen auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer
  • Verkehrsfluss: Bewertung der Auswirkungen auf den fließenden Verkehr
  • Rückmeldungen der Anwohner, Gewerbetreibenden, Besucher und Verkehrsteilnehmer

Weitere Details können auf der Website der Gemeinde eingesehen werden.
https://www.wendelstein.de/buergerservice-politik/buergerbeteiligung?c7-item=44307313

Zum letzten Punkt wird es einen Fragebogen auf der Webseite der Gemeinde geben, bei denen jeder (einmalig) eine Rückmeldung geben kann. Darüber hinaus wird es auf Anregung der grünen Fraktion einen oder mehrere Infostände geben, bei denen ebenfalls die Fragebogen ausgefüllt und abgegeben werden können sowie Fragen beantwortet werden.

Der Fragebogen wird erst einige Zeit nach Beginn der Testphase online gestellt, da erste Erkenntnisse abgewartet werden sollen. Angebrachte Verkehrsüberwachungssysteme dienen dazu, die Erkenntnisse für die ersten zwei Punkte zu ermitteln. Aus diesen Aufzeichnungen können keine Rückschlüsse auf einzelne Verkehrsteilnehmer*innen gezogen werden.

Aus dem Bau- und Nachhaltigkeitsausschuss vom 11.06.2026

Die vier Gehwegverbreiterungen werden nun testweise aufgebracht, so dass ab Mitte Juni kann die Testphase beginnen kann. In einem ersten Schritt wurden die Gehwegverbreiterungen an den beiden Standorten „Hauptstraße 12“ und „Hauptstraße 29“ provisorisch hergestellt. Nach einer Eingewöhnungsphase r werden dann die zwei weiteren Bereiche, Höhe „Seitenstraße/Enßerweg“ und „Hauptstraße 22“, in die Testphase mit einbezogen.

Ein weiteres Thema war ein konkretes Bauvorhaben unter dem Aspekt des sog. „Bau-Turbo“. Dieser hat das Ziel, Wohnraum zu schaffen. Die Gemeinde hat damit mehr Möglichkeiten, selbst zu gestalten. Ein Ziel soll nach Meinung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sein, dass die Gemeinde und der Marktgemeinderat sich Gedanken machen, wohin sich Wendelstein grundsätzlich entwickeln soll, bzw. welchen Charakter die Baugebiete bekommen sollen. Der Bau-Turbo (gilt nur für Wohnungsbau) gibt Chancen aber auch Risiken, denn:

Es ist kein Bebauungsplan notwendig; die Gemeinde kann vom Bebauungsplan abweichen. Anwendbar ist das nicht nur im Innenbereich, sondern auch im Außenbereich!

Aktuelles Beispiel ist in Röthenbach der Eichengrund: Der Ausschuss hat gegen die Stimme von Carolin Töllner (Grüne) das gemeindliche Einvernehmen erteilt, dass unter zur Hilfenahme des Bau-Turbos ein Einfamilienhaus in den Außenbereich gebaut werden darf. Die Fläche ist als Wald im Flächennutzungsplan deklariert. Basis hierfür liefert eine „Experimentierklausel“ zum Bau-Turbo.

Bei der Aufstellung des Flächennutzungsplanes 2019 war Konsens, dass die Gemeinde damals den Wald an dieser Stelle unbedingt erhalten wollte.

Ein weiterer interessanter Tagesordnungspunkt war das Bauherrenvorhaben in Kleinschwarzenlohe, ein Reihenendhaus mit einem Anbau zu erweitern. Problem: Es war kein Stellplatz nachweisbar, weil der Weg dorthin nicht befahrbar ist. Der neubesetzte Ausschuss stimmte zum ersten Mal einer Ablöse für ein Wohngebäude zu. Einstimmig.

Weil wir hier leben.

Wendelstein im Fußballfieber - Braucht Wendelstein einen Kunstrasenplatz?

Die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundes zur Förderung eines Kunstrasenplatzes hat eine Diskussion in Wendelstein entfacht. Auch wir Grüne kommen, nicht nur wegen der WM, am Thema Fußball nicht vorbei.

Mit der Förderung können bis zu 45 Prozent der Kosten übernommen werden, gleichzeitig bleiben aber wichtige Fragen offen.

Warum wir einen Kunstrasenplatz brauchen

Für einen Kunstrasenplatz spricht vor allem seine hohe Nutzbarkeit. Während Naturrasenflächen oft nur einige hundert Stunden pro Jahr belastbar sind, können moderne Kunstrasenplätze ganzjährig um ein Vielfaches intensiver genutzt werden. Das schafft bessere Trainingsbedingungen für Herren- und Frauenfußball und kann gleichzeitig Sporthallen entlasten. Auch für den Breitensport bietet ein zusätzlicher Platz Chancen. Positiv ist zudem, dass die Förderung nur für Anlagen innerhalb von Standards zu Ökologie und Barrierefreiheit vorgesehen ist.

Was gegen einen Kunstrasenplatz spricht

Auf der anderen Seite bleiben berechtigte Bedenken. Trotz Förderung müssen Gemeinde und Sportvereine einen erheblichen Teil der Kosten selbst tragen. Außerdem erzeugt ein Kunstrasenplatz Abrieb und muss nach Lebensende gesondert entsorgt werden. Hinzu kommt die Frage nach dem öffentlichen Nutzen. Wenn öffentliche Gelder investiert werden, sollte möglichst die gesamte Gemeinschaft profitieren.

Vorhandene Potenziale

Genau hier sehen wir den entscheidenden Punkt der Diskussion: Wenn ein Kunstrasenplatz entsteht, sollte geprüft werden, wie er außerhalb des Vereinsbetriebs stärker für die Öffentlichkeit geöffnet werden kann. Freizeitmannschaften, Firmen oder spontane Fußballrunden könnten davon profitieren. Genauso wie andere Sportarten z.B. an den Handballtagen. Die besondere Stärke eines Kunstrasenplatzes liegt schließlich gerade in seiner hohen Belastbarkeit und ganzjährigen Nutzbarkeit.

Unsere Meinung

Deshalb lautet unsere Haltung: Ein Kunstrasenplatz kann für Wendelstein eine sinnvolle Investition sein – vorausgesetzt, Finanzierung, Nachhaltigkeit und öffentliche Zugänglichkeit werden überzeugend geregelt. Dann könnte aus einem Vereinsprojekt ein echter Mehrwert für die gesamte Gemeinde werden.

Sebastian Dietrich / Florian Stoevesandt

 

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat - Konstituierende Sitzung

Nach der Kommunalwahl am 08.03.2026 fand nun am 07.05.2026 die konstituierende Sitzung des Marktgemeinderates statt, also die erste Sitzung in der neuen Zusammensetzung des Gremiums.

Nach der Vereidigung der neuen Marktgemeinderäte gab es zunächst die Erklärungen des Bürgermeisters und der Fraktionen. Carolin Töllner, die grüne Fraktionssprecherin, führte dabei aus, dass bei den Bündnisgrünen die Schwerpunkte auf mehr Bürgerbeteiligung, Transparenz und für einen lebenswerten Altort liegen werden. Selbstverständlich setzen wir uns auch weiterhin für eine gute Ausstattung der Schulen und Kindertagesstätten ein. Der ÖPNV und dessen weitere Verbesserung bleibt weiterhin auf unserer Agenda.

Und, anders als andere Fraktionen, die beispielsweise neue Versiegelungen von Flächen für weitere Gewerbegebiete anpeilen, setzen wir uns für mehr grün in Wendelstein ein und fordern eine klimaresiliente Umgestaltung unsere Gemeinde.

Im Anschluss wurden die stellvertretenden Bürgermeister*innen gewählt. Bemerkenswert fanden wir die Tatsache, dass das Ergebnis dieser geheimen Wahl schon zwei Wochen zuvor in der Presse zu lesen war. Absprachen hin oder her, das ist aus unserer Sicht Wasser auf die Mühlen der Demokratiefeinde!

Gewählt wurden dann wenig überraschend Anja Babinski (CSU) als zweite Bürgermeisterin und Max Lindner (SPD) als dritter Bürgermeister. Offensichtlich hatten sich hier die Fraktionen von CSU und SPD abgesprochen.

Zuletzt wurden noch die Beauftragten gewählt sowie die Entsendungen in die Ausschüsse und Gremien beschlossen.

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (April 2026)

Am 16. April tagte der Bauausschuss

Zu Sitzungsbeginn erläuterte die Verwaltung, dass Teile des Gartens hinter dem alten Rathaus in Zukunft an die Bar El Park verpachtet werden. Bei Festivitäten im Rathaus kann somit von dort aus die Bewirtung der Gäste stattfinden.

Auf dem Gelände der Grundschule Wendelstein startet der Bau eines Freisitzes in Holzbauweise. Dieser soll in den Sommerferien abgeschlossen sein.

Zusätzlich gibt es Neues zur Verbesserung der Verkehrssituation im Altort. Die beiden Fußgängerüberwege, einer auf Höhe des Heimathauses und einer auf Höhe des alten Rathauses, wurden im April realisiert. In diesem Zuge wird auch die Beleuchtung in diesem Bereich ausgetauscht: die warmweiße Farbe muss ersetzt werden durch einen helleren Ton.

Neben Bauvorhaben im privaten Bereich war ein weiterer Tagesordnungspunkt die Bauleitplanung zur Skateranlage in Wendelstein. Auf 730 qm soll zwischen dem FV Wendelstein und Raubersried eine solche Anlage zur sportlichen Nutzung entstehen. Der Ausschuss sprach sich mehrheitlich für die Bauleitplanung aus. Hinsichtlich der Zuwegung versicherte Bürgermeister Langhans auf Nachfrage von Ausschussmitglied Carolin Töllner (Grüne), dass sowohl von der Gibitzen als auch von der Äußeren Further Straße aus keine Asphaltierung der Zuwegung geplant ist.

Am 23. April 2026 tagte der Marktgemeinderat.

In dieser Sitzung ging es um ausstehende Laborergebnisse. Die Verwaltung berichtete, dass am Badhausplatz ein Trinkwasserbrunnen installiert wurde. Sobald das Labor die Trinkwasserqualität bestätigt hat, wird er in Betrieb genommen.

Auf der ehemaligen Hausmülldeponie am Fischleinsberg sind die Kernproben nun aus einer Tiefe zwischen 5 und 8 m gezogen worden. Die Laboruntersuchungen dazu stehen aus.

Zu den Untersuchungen der beiden Jägerseen liegen noch keine Ergebnisse der Laboruntersuchungen vor, teilte die Verwaltung mit.

Hinsichtlich der Gehwegverbreiterungen im Altort beschloss der Rat, die beiden ursprünglich als fest beschlossenen Verbreiterungen ebenfalls provisorisch für eine Testphase errichtet werden. Damit werden alle vier Gehwegverbreiterungen provisorisch eingerichtet und dann evaluiert.

In eigener Sache

Ab dem 1. Mai 2026 gibt es eine neue grüne Fraktion Rathaus mit Carolin Töllner als Fraktionssprecherin. Die neue Fraktion besteht aus Carolin Töllner, Barbara Dorfner und Martin Mändl  und wird sich weiterhin für ein lebenswertes Wendelstein einsetzen.

Weil wir hier leben.

Digitale Gewalt ist reale Gewalt: Warum wir den Schutz von Frauen neu denken müssen

Weltfrauentag, Muttertag – und dazwischen die harte Realität.

Während wir Feiertage begehen, rücken Fälle wie der von Collien Fernandes ein Thema ins Rampenlicht, das uns alle angeht: die neue Dimension der Gewalt gegen Frauen durch Künstliche Intelligenz.

Der Fall Fernandes: Wenn das „Private“ zur Waffe wird

Die Schauspielerin Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Er soll Fake-Profile mit pornografischen Inhalten über sie erstellt haben. Was früher das heimliche Herumzeigen von privaten Fotos war, erledigt heute die KI. Man nennt das „Deepfakes“ oder nutzt sogenannte „Nudify-Apps“, die reale Personen virtuell ausziehen.

Deepfakes passieren nicht „aus Versehen“

Was viele missverstehen: Eine KI „verwechselt“ niemanden zufällig. Es reicht nicht, eine vage Beschreibung zu tippen und plötzlich erscheint eine reale Person in einem Porno-Video. Damit das Gesicht einer konkreten Frau dort auftaucht, ist ein bewusster Prozess nötig: Jemand besorgt sich Bilder, lädt sie hoch und weist das System gezielt an, diese Frau zu sexualisieren.

Das ist kein technischer Ausrutscher – das ist eine Entscheidung.

Es ist heute erschreckend leicht. Man muss kein Hacker sein, man muss es nur wollen. Wer eine reale Person gezielt in ein Deepfake setzt, handelt mit Vorsatz und verursacht reale Schäden an Würde, Ruf und psychischer Gesundheit. Die Technologie ist neu, die Entwürdigung ist alt.

Ein Muster der Macht: Von Deepfakes zu Femiziden

Die Opfer sind fast immer Frauen, die Täter erschreckend oft (Ex-)Partner. Damit folgen Deepfakes demselben Muster wie die schwerste Form der Gewalt: der Femizid – die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts.

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 155 Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner ermordet. Im Jahr 2024 sind in Gewalttaten gegen Frauen in allen Bereichen (außer „erfolgreichen“ Tötungen) weiter angestiegen. (Quelle: BKA-Bericht Gewalt gegen Frauen Bundeslagebericht 2024) https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/StraftatenGegenFrauen/StraftatengegenFrauenBLB2024.html

Warum wir jetzt handeln müssen

Wir denken, dass der Schutz von Frauen in Deutschland nicht weit genug geht. Die größte Bedrohung findet sich statistisch gesehen nicht „draußen“ bei Fremden, sondern im eigenen sozialen Umfeld.

Wir fordern deshalb:

  • Ein digitales Gewaltschutzgesetz: Damit Täter für Deepfakes und KI-Missbrauch effektiv belangt werden können.
  • Femizid als eigenen Straftatbestand: Die glasklare Einstufung von Mord, Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge an Frauen von Männern als Femizid. Diese Taten sind damit klar definiert und werden als solche erfasst, um die gezielte Gewalt gegen Frauen statistisch zu belegen und sichtbar zu machen.
  • „Nur JA heißt JA“: Eine konsequente Umsetzung dieses Grundsatzes im Sexualstrafrecht.

Wir schätzen die Männer an unserer Seite, die diesen Weg mit uns gehen. Weil wir hier leben und weil Sicherheit kein Privileg, sondern ein Grundrecht sein muss.

Gehwegverbreiterung im Altort von Wendelstein – wozu?

Was wurde beschlossen:

Der Marktgemeinderat hat mit großer Mehrheit, auch mit der Stimme des einzigen Marktgemeinderates, der ein Geschäft im Altort hat, eine Reihe von Maßnahmen beschlossen.

Schon letztes Jahr wurde Tempo 20 im Altort umgesetzt.

Danach wurden einige weitergehende Maßnahmen, u.a. zwei Zebrastreifen beschlossen: einer vor dem alten Rathaus und einer vor dem Heimathaus.

Zusätzlich sollen Gehwege verbreitert werden. An zwei Stellen haben das die von der Gemeinde beauftragten Planer als sinnvoll erachtet. Folgende Verbreiterungen wurden beschlossen: Verbreiterung des Gehwegs vor Haus Hauptstraße 12 auf weniger als 2,20 m, jedoch als barrierefreier Ausbau für die geplante Eisdiele und die Verbreiterung des Gehweges vor dem Haus Hauptstraße 29. 2,20 m Gehwegbreite gelten technisch eigentlich als Untergrenze, das ist im Altort jedoch nicht durchgängig umsetzbar.

Die Verbreiterung der Gehwege vor den Häusern Hauptstraße 5 bis 7 und Seitenstraße 2, bei denen der Rat unsicher war, werden zunächst temporär eingeführt und ergebnisoffen getestet. Rückmeldungen der Bürger – sowohl der Anwohner, der Geschäftsinhaber als auch der Verkehrsteilnehmenden werden helfen, den Versuch zu evaluieren

Wozu soll das gut sein?

Erklärtes Ziel ist die Reduktion des PKW-Verkehrs im Altort. Bei der Verbreiterung der Gehwege geht es jedoch um mehr. Die Sicherheit für Fußgänger, Menschen mit Rollatoren, Kinderwägen steht an erster Stelle. Der reine Durchgangsverkehr, also Menschen, die den Altort lediglich als Durchgangsstraße nutzen wollen, ist weniger erwünscht. Für diejenigen, die in den Altort wollen, zu den Ärzten, den Geschäften, den Gaststätten bleibt letztlich alles beim Alten. Alle Dienstleister sind weiterhin gut erreichbar und auch Parkplätze entfallen nicht.

Auf welcher Basis wurde entschieden?

Der Markt Wendelstein hat vor einigen Jahren die Erstellung eines Verkehrsgutachtens in Auftrag gegeben. Dazu wurden Verkehrsteilnehmer, vor allem PKW und LKW gezählt und die Fahrenden befragt. Auch Fahrradfahrende und Fußgänger wurden erfasst. Das Ergebnis ist auf der Homepage der Gemeinde einsehbar. Dabei ergab sich, dass täglich im Schnitt ca. 8.500 PKW durch den Altort fahren, die Allermeisten, ohne anzuhalten. Viele dieser Fahrten können auch problemlos über die Straße Nürnberg-Allersberg (ST2225) abgewickelt werden

Wer wurde an der Entscheidung beteiligt?

Zunächst fand ein Bürgerworkshop statt, in dem sich interessierte Bürger einbringen konnten. Auch die Marktgemeinderäte nahmen sich in der Folge viel Zeit, um mit den Planern über Ziele und Möglichkeiten zu debattieren. Was die Verwaltung unter Bürgermeister Werner Langhans nur unzureichend gemacht hat, war die Altort Bewohner, Gewerbetreibenden, Ärzte etc. direkt anzusprechen. Hier wird es künftig um bessere Information und Bürgerbeteiligung gehen müssen.

Wie stehen die Grünen Wendelstein dazu?

Uns liegt an erster Stelle die Verkehrssicherheit der sogenannten „schwachen“ Verkehrsteilnehmer am Herzen. Nur weil seit vielen Jahren an den schmalen Gehwegen nichts verändert wurde und dies erhebliche Einschränkungen für Fußgänger mit sich bringt, wollen wir das nicht als Gewohnheitsrecht für den Fahrzeugverkehr interpretieren. Hier ist es sinnvoll und erforderlich zu handeln, im Sinne der aller „schwachen“ Verkehrsteilnehmer. Auch die Zebrastreifen und der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen zählen hierzu.

Wir stehen ein für einen belebten, lebenswerten Altort mit schönen Orten zum Verweilen. Die Attraktivität für den Einzelhandel, Ärzte und allen weiteren Dienstleistern und die dafür erforderlichen Parkplätze dürfen nicht verloren gehen. Dazu zählt jedoch nicht ein übermäßiger Durchgangsverkehr.

Unser schöner Altort hat es verdient, gemeinsam mit Anwohnern, Gewerbetreibenden und allen Bürgern noch lebenswerter gemacht zu werden.

 

Weil wir hier leben

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (März 2026)

Am 26. März 2026 tagte der Marktgemeinderat.

Die Verwaltung berichtete, dass der Haushalt der Gemeinde von der Rechtsaufsicht genehmigt wurde. Damit ist klargestellt, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Die Brücke in Neuses wird zum 2. April hinsichtlich der Hauptstrecke freigegeben. Einzelne Nebenflächen werden später fertiggestellt werden, die Durchfahrt ist ab 2. April wieder möglich.

Die Digitalisierung der Verwaltung schreitet voran. Seit April 2025 gibt es einen Online-Bürgermelder. Mittels eines Online-Formulars auf der Homepage der Gemeinde können Bürgerinnen und Bürgern diverse Themen wie „Verunreinigungen, Schäden an Straßen, Rückschnitt an Pflanzen, Verkehrszeichen, Spielgeräte“ und ähnliches melden. Auch wer etwas verloren hat, kann sich seit Herbst 2025 online bei der Gemeinde melden. Dies ist unkompliziert über die gemeindliche Homepage oder direkt unter www.verlustsache.de/etwas-verloren möglich. Ein Fundstück ist immer noch körperlich bei der Gemeinde abzugeben. Das überarbeitete CO2 Programm mit allen 27 Fördersegmenten wurde im Oktober 2025 auf der Website neu aufgesetzt. Seitdem besteht die Möglichkeit Anträge direkt über die Homepage mittels Online-Antrag zu stellen.

In der Folge diskutierte der Rat darüber, eine sogenannte Bürgerservicebox zu beschaffen. Diese Bürgerservicebox würde es den Bürger*innen ermöglichen, Ihren Ausweis oder andere Dokumente/Gegenstände auch außerhalb der Öffnungszeiten des Rathauses abzuholen. Die Anschaffungskosten lägen bei etwa 85.000, die jährlichen Folgekosten bei 11.000 Euro brutto zuzüglich weiterer Strom-, Heiz- und Wartungskosten. Als Standort wurde der Fahrradunterstand am neuen Rathaus vorgesehen. Parkplätze gäbe es in der Forststraße. Am Ende beschloss der Rat einstimmig, die Bürgerservicebox anzuschaffen.

Auf Nachfrage von Marktgemeinderätin Töllner teilte die Verwaltung mit, dass auf dem Gelände der Malteser in Wendelstein Räumlichkeiten errichtet werden. Vorgesehen sind Unterstellmöglichkeiten Fahrzeuge und ein kleiner Leitstand. Um eine Rettungswache handelt es sich (noch) nicht.

Weil wir hier leben.

Jägersee – droht ein Badeverbot?

Wendelstein/Feucht – was gibt es, kurz vor der Badesaison Neues von den Jägerseen - zwei beliebten Bade- und Angelgewässer, idyllisch im Reichswald zwischen Wendelstein und Feucht gelegen.

Welche Bedeutung haben die beiden Jägerseen?

Die Jägerseen sind zwei Badeseen zwischen Wendelstein und Feucht. Es gibt keine Infrastruktur wie Parkplätze, Umkleiden oder Kioske, dafür sauberes Wasser, Platz zum Picknicken und Ruhe in der Natur. Zusätzlich nutzen Angler des Fischereivereins Altdorf die Gewässer. Gebadet wird erwartungsgemäß meist in den Sommermonaten, jedoch sind auch Gruppen von Winter- oder Eisbadenden bekannt.

Welche Meßwerte lagen bislang vor?

Als Badegewässer werden die Jägerseen vom Landratsamt regelmäßig auf die üblichen

Problemverursacher wie Escherichia Coli, Intestinale Enterokokken und Blaualgen getestet.

Im Jahr 2024 wurde zudem auf Drängen der Wendelsteiner Grünen auf die Giftstoffe Barium, Arsen sowie Toluole (Lösungsmittel) getestet, um eine Gefährdung der Badenden auszuschließen, die eventuell durch das Einsickern von Giftstoffen aus der nahegelegen MUNA ins Grundwasser entstehen könnte.

Gott sei Dank, mit dem Ergebnis – Baden unbedenklich.

Was ist neu?

Aus der Zeitung mussten nun die Wendelsteiner und Feuchter Bürger erfahren, dass bei einer Beprobung durch das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die von besorgten Bürgern veranlasst wurde, erhöhte Werte von PFAS-4 nachgewiesen wurden. Im großen Jägersee wurde PFAS-4 in der Konzentration von 380 ng/l gefunden. PFAS-4 bezeichnet eine Gruppe von vier spezifischen, besonders kritischen per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Diese Ewigkeitschemikalien sind extrem langlebig, reichern sich in der Umwelt und im Menschen an und gelten als gesundheitsschädlich. Im Regelfall versteht am unter der Bezeichnung PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS (so verkürzt Wikipedia). Schwierig ist die Informationspolitik des Landratsamtes.

Die gefundenen Konzentrationen sind gemäß dem Landratsamt für Badegäste unbedenklich, selbst wenn geringe Mengen von Wasser beim Baden verschluckt werden. Der Verzehr von Fischen aus den Jägerseen hingegen ist seit Bekanntwerden der Ergebnisse seit Oktober in den Jägerseen verboten.

Untersuchungen an gefangenen Karpfen laufen noch, mit Ergebnissen wird erst in ein paar Monaten gerechnet, doch geht es hier wohl in erster Linie um die Verzehr-Qualität der Fische.

Was bedeutet das?

Aktuell ist das nicht abschließend zu beurteilen. Das Landratsamt hat Gründe, das Baden für ungefährlich zu erklären, entsprechend spricht nichts dagegen, weiter in den Jägerseen zu baden. Folgeuntersuchungen sind aus unserer Sicht notwendig.

Die drängendste Frage ist, wo die Verunreinigungen herkommen. Handelt es sich um Ausspülungen aus der nahegelegenen MUNA, von der PFAS-Verunreinigungen bekannt sind, oder gibt es eine andere Ursache?

Diese Frage muss bald und für die Bürger transparent beantwortet werde. Wünschen würden wir uns, dass das Landratsamt proaktiv die Bürger informiert, anstatt dass die Grünen oder der Anglerverein das übernehmen müssen.

 

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Februar 2026)

Am 26. Februar 2026 tagte der Marktgemeinderat.
Der Markt Wendelstein verzichtet auf chemisch- synthetische Pestizide auf den gemeindlichen Flächen und Anlagen. Hierfür wurde er vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) auf die Karte der pestizidfreien Gemeinden aufgenommen.

Im Wesentlichen ging es in der Sitzung dann um den Haushalt, also die Frage, wofür Wendelstein im Jahr 2026 Geld ausgibt, sowie um die Finanzplanung für die Jahre 2027 – 2029.

Die vom Kämmerer vorgelegten Zahlen sind nicht einfach zu interpretieren. Das Ergebnis des Haushaltes 2025 ist besser ausgefallen, als erwartet. Nicht zu übersehen ist jedoch, dass die Zahlen im Haushalt kontinuierlich schlechter werden. Hatten wir im Jahr 2023 noch 10,5 Mio € in den Rücklagen bei 1,4 Mio € Schulden, haben wir zu Beginn des Haushaltsjahres 2026 nun 5,6 Mio € Schulden, am Ende des Jahres stehen wir nach dem Haushalt bei 10,9 Mio € Schulden. Ende 2028 werden es dann 15,8 Mio € Schulden bei 492.000 € Rücklagen sein.

Jetzt sind Schulden und erhöhte Ausgaben nicht per se schlecht. Wenn wir uns aber ansehen, was hinter den Zahlen steckt, dann versteht man schnell, warum wir Grünen diese Finanzplanung ablehnen. Schulden machen für Projekte, die bestenfalls „nice-to-have“ sind, ist in der heutigen Lage nicht akzeptabel. Wir müssen uns überlegen, was die Gemeinde wirklich braucht und in welcher Ausführung.

Ein Beispiel ist der geplante Carport in der Hohenwartstraße. Hier sollen auf der grünen Wiese Parkplätze geschaffen werden. Dafür sind insgesamt 900.000 € in den Jahren 2027 und 2028 vorgesehen. Dass die Gemeinde an diesem Projekt weiter festhält und hierfür Schulden aufnimmt, halten wir für falsch.

Für die Sanierung des Gebäudes der Feuerwehr in Wendelstein stehen jetzt 10,5 Mio € im Finanzplan. Darum mussten wir Grünen lange kämpfen. Bislang war die Haltung des Bürgermeisters und der Verwaltung immer, hier lediglich Planungskosten vorzusehen. So ungenau die Zahl für die Kosten der Ausführung auch sein mag, die Finanzplanung wird damit ehrlicher. Auch für den Umbau der Bibliothek sind jetzt 1,25 Mio € vorgesehen – eine Zahl, die vermutlich zu niedrig ist. Die Kosten für die Umsetzung des Beschlusses zur Renaturierung des Geländes der alten Waldhalle sind leider immer noch nicht in der Finanzplanung eingeplant. Vor 2 Jahren gab es hierzu einen Bürgerworkshop. Die von den Bürgern eingebrachten Ideen können somit aktuell nicht umgesetzt werden,

Der Haushalt für das Jahr 2026 wurde einstimmig beschlossen, allein schon, um die Verwaltung handlungsfähig zu halten – so Martin Mändl als Sprecher der Grünen Fraktion im Marktgemeinderat.

Dem Finanzplan für die folgenden Jahre haben die Grünen als einzige Fraktion nicht zugestimmt. Trotz einiger Nachbesserungen zeigt der Finanzplan noch immer nicht das ganze Bild. Die Tendenz führt klar nach unten.

Mit der Anschaffung des neuen Rüstwagens bei der Feuerwehr Wendelstein im vergangenen Jahr wurde der bisherige „alte“ Rüstwagen (Erstzulassung 1987) aus dem Fahrzeugbestand ausgesondert. Der Rat beschloss einstimmig, diesen Rüstwagen sowie die alte Schutzausrüstung, die durch zeitgemäße ersetzt wurde, an Feuerwehren in der Ukraine zu spenden. Bislang wurden die ausgemusterten Fahrzeuge über die Plattform „Zoll-Auktion“ verkauft, der geschätzte Erlös hätte bei etwa 3.000,- € gelegen.

In der Folge gab der Vorstand der Gemeindewerke Matthias Dollinger einen Überblick über den aktuellen Stand über die Gemeindewerke Wendelstein und deren Beteiligungs-gesellschaften. Die Bilanzsumme, also die Summe der Vermögenswerte, hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt. Auch das Eigenkapital - als Indikator dafür, welcher Anteil des Unternehmensvermögens mit eigenen Mitteln finanziert ist- steigt. Inklusive der Tochtergesellschaften Breitband und Gasnetz GmbH wurden in den Jahren 2020 bis 2025 13,45 Mio. EUR investiert. Diese Investitionen halten wir für sinnvoll, um unsere Werke immer auf einem modernen Stand und konkurrenzfähig zu halten.

Wir wünschen uns solide Finanzen, um unseren Kindern mehr zu hinterlassen als Schulden.

Weil wir hier leben.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

sehr geehrte Mitarbeitende der Verwaltung,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Langhans,

sehr geehrte Damen und Herren im Marktgemeinderat,

 

wir sprechen heute über den Haushalt für das Jahr 2026 und den Finanzplan für die folgenden drei Jahre. Wir sprechen darüber, wofür Wendelstein künftig Geld ausgeben will. Als Rätinnen und Räte legen wir heute fest, in welchen Sparten wir wieviel Geld ausgeben wollen, damit es allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt.

Die Zahlen sind nicht einfach zu interpretieren, das Ergebnis des Haushalts 2025 ist besser ausgefallen, als erwartet. Dafür gilt unser Dank den Bürgerinnen und Bürgern, die das mit Ihrem Engagement und Ihren Steuern ermöglicht haben. Respekt auch an die Verwaltung, die die Grundlagen dafür schafft.

Nicht zu übersehen ist jedoch, dass die Zahlen im Haushalt kontinuierlich schlechter werden. Hatten wir im Jahr 2023 noch 10,5 Mio in den Rücklagen bei 1,4 Mio Schulden, haben wir zu Beginn des Haushaltsjahres 2026 nun 5,6 Mio Schulden, am Ende des Jahres stehen wir nach dem Haushalt bei 10,9 Mio Schulden. Ende 2028 werden es dann 15,8 Mio Schulden bei 492 TEURO Rücklagen sein.

Jetzt sind Schulden und erhöhte Ausgaben nicht per se schlecht. Wenn wir uns aber ansehen, was hinter den Zahlen steckt, dann versteht man schnell, warum wir diese Finanzplanung ablehnen. Schulden machen für Projekte, die bestenfalls „nice-to-have“ sind, ist in der heutigen Lage nicht akzeptabel.

Ein Beispiel ist der geplante Carport in der Hohenwartstraße. Hier sollen auf der grünen Wiese Parkplätze für Mitbürgerinnen und Mitbürger geschaffen werden, die – bewusst spitz formuliert – ihre Garagen vollgerümpelt haben. Dafür stehen insgesamt 900.000 EUR für die Jahre 2027 und 2028 im Haushalt. Dass die Gemeinde an diesem Projekt weiter festhält und hierfür Schulden aufnimmt, halten wir für falsch.

Für die Sanierung des Gebäudes der Feuerwehr in Wendelstein stehen jetzt 10,5 Mio EUR im Finanzplan. Darum mussten wir Grünen lange kämpfen. Bislang war die Haltung des Bürgermeisters und der Verwaltung immer, hier lediglich Planungskosten vorzusehen, solange keine Kostenschätzung vorliegt. Die Umsetzungskosten jedoch sind in der Finanzplanung nicht aufgetaucht. So ungenau die Zahl auch sein mag, die Finanzplanung wird nun damit ehrlicher. Auch für den Umbau der Bibliothek sind jetzt 1,25 Mio EUR vorgesehen – eine Zahl, die wir für zu niedrig halten.

Es rächt sich, dass wir mit den neuen Waldhallen und der Nutzbarmachung des Flaschnergebäudes zwei extrem kostspielige Projekte umsetzen, aus denen wir jetzt nicht mehr herauskommen, ohne noch mehr Geld zu verbrennen. Dass wir Grüne aus Umweltgründen und auch wegen der Kosten die Waldhallen so nicht haben wollten, ist ja kein Geheimnis.

Die Kosten für die Umsetzung des Beschlusses zur Zukunft des Geländes der alten Waldhalle sind leider immer noch nicht in der Finanzplanung eingeplant - obwohl es einen Bürgerworkshop hierzu gab. Wie viel Geld ist uns die Umsetzung wert? Hierauf gibt die Finanzplanung keine Antwort…

Entsprechend lassen Sie es mich ganz deutlich sagen:

Dem Haushalt 2026 stimmen wir mit Bauchgrimmen zu, weil er auch viele gute Positionen wie Zuschüsse zum ÖPNV, das CO2 Minderungsprogramm oder auch – zumindest in Teilen - die Umsetzung des Verkehrskonzeptes enthält. Und wir wollen die Verwaltung auch weiterhin arbeitsfähig halten. Aber es stehen eben auch einige Ausgaben im Plan, die uns nicht nötig erscheinen, bzw. die wir für unsinnig und nicht zeitgemäß halten.

Dem Finanzplan für die folgenden Jahre werden wir nicht zustimmen. Trotz einiger Nachbesserungen wie beispielsweise die Bereitstellung von Mitteln für die Sanierung oder den Neubau des Feuerwehrhauses Wendelstein, zeigt der Finanzplan noch immer nicht das ganze Bild. Die Tendenz zeigt klar nach unten. Hatten wir 2023 noch 10,5 Mio in den Rücklagen bei 1,4 Mio Schulden, sollen es dann Ende 2028 15,8 Mio Schulden bei 492 TEURO Rücklagen sein.

Lassen Sie uns bitte nie vergessen, wir verwalten das Geld unserer Bürger.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Weil wir hier leben.

Jan Hegenberg - aka der Graslutscher - liest in Wendelstein

Wendelstein – am Abend des 20. Februars war es in der Wendelsteiner Kleinkunstbühne „Casa de la Trova“ so weit. Mit Jan Hegenberg und Carolin Töllner trafen sich ein Buchautor und eine Kommunalpolitikerin auf der Bühne, um über Energiewende und Klimaschutz im Allgemeinen und speziell für Wendelstein zu sprechen.

Vor vollem Haus räumte Jan Hegenberg, auch bekannt als der Graslutscher, mit diversen Vorurteilen auf. Der Lithiumabbau für E-Autos beispielsweise ist sicher nicht toll, aber deutlich umweltfreundlicher als die Gewinnung der für Verbrenner benötigten Mengen an Erdöl, zudem kann Lithium, anders als Benzin, recycelt werden.

Auch mit den Berechnungen des angeblich so immensen Flächenverbrauchs für Windräder räumte der Buchautor und Blogger auf. Natürlich brauchen deren Fundamente Fläche, der Großteil des Flächenbedarfs stellt sich jedoch als Abstandsflächen dar, die anderweitig, etwa für Landwirtschaft, nutzbar bleibt. Nur das Argumente der Ästhetik könne er nachvollziehen, da dies letztendlich im Auge des Betrachters liege.

Carolin Töllner, Bürgermeisterkandidatin der Grünen, spann den Bogen weiter und berichtete von der Auseinandersetzung um das Bürgerbegehren zur Windenergienutzung zwischen Wendelstein und Schwanstetten. Ihr ging es dabei darum, die Fakten zu präsentieren und erneut klarzustellen, dass das Bürgerbegehren die Windräder eben nicht verhindern kann, sondern nur über die Beteiligung der Gemeinde an dem Vorhaben abgestimmt wird.

In der anschließenden regen Diskussion, die von Martin Mändl moderiert wurde, zeigte sich viel Gemeinsames der Bürger – die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen an sich steht außer Frage. Was genau in der Gemeinde Wendelstein und im Landkreis Roth unternommen werden kann, wie beispielsweise der Ausbau des ÖPNV die Zahl der PKWs reduzieren kann oder wie zusätzliche Begrünung hilft mit dem Klimawandel klarzukommen erläuterte Carolin Töllner. Das Programm des Casa de la Trova sowie mehr zum Graslutscher findet sich im Internet.

Mit großem Erstaunen nahmen wir den Antrag der SPD-Fraktion zur Altortberuhigung zur Kenntnis. Das Thema wird seit fünf(!) Jahren diskutiert, ein Fachplanungsbüro hat die Situation genau untersucht und Vorschläge gemacht, deren Umsetzung demokratisch beschlossen wurde. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie oft die Situation noch „evaluiert“ werden soll? Wir halten den Antrag der SPD für ein rein wahltaktisches Manöver.

Nochmal zu den Fakten: Es geht NICHT darum, dass man nicht mehr in den Altort fahren soll – im Gegenteil! Es geht lediglich darum den Durchgangsverkehr fern zu halten. Das sollte auch den Gewerbetreibenden im Altort entgegenkommen. Ein Durchfahrender kauft NICHTS! Die Zufahrt zu Arztpraxen und Gewerbe ist weiterhin möglich und die Anzahl der Parkplätze bleibt unverändert.

Zudem ist das die einmalige Chance, den öffentlichen Raum gerechter aufzuteilen zugunsten der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer! Wer schon mal mit Kinderwagen, Fahrrad, Rollator oder Rollstuhl im Altort unterwegs war, kennt die Situation. Die Bürgersteige sind nicht breit genug und es ist teilweise lebensgefährlich den Altort zu durchqueren. Die Verbreiterung der Gehwege würde diese Gefahr deutlich vermindern. Umso unverständlicher ist es für uns, dass sich die SPD in dieser Frage auf die Seite der stärkeren Verkehrsteilnehmer stellt, statt die Belange der Schwächeren in den Mittelpunkt zu rücken.

Auch bei den Bushaltestellen bleiben wir bei unserer Position: Wir Grüne sind nachwievor der Meinung, dass die beste Lösung des barrierefreien Ausbaus ist, den Bus zumindest in südlicher Richtung auf der Straße halten zu lassen. Dies geschieht bereits heute schon in 90% der Fälle, selbst wenn die Haltebucht frei ist – was nicht oft vorkommt. Eine zusätzliche Behinderung des Verkehrs ist daher nicht zu erwarten. Schon zwei Planungsbüros sind an einem barrierefreien Ausbau in der Haltebucht gescheitert – trotzdem hält die SPD an diesem Konzept fest.

Fazit: Wir stehen zu den Beschlüssen, die mit großer Mehrheit im Gemeinderat getroffen wurden – auch mit den Stimmen der SPD. Dass die SPD jetzt einknickt halten wir für schwierig.

Anders als die SPD, werden wir hier nicht einknicken!

Weil wir hier leben.

Was wird in den nächsten Jahren wichtig in Wendelstein?

Infrastruktur und Verkehr

  • Barrierearmer Ausbau im Altort: Die Planungen für den barrierearmen Ausbau der Hauptstraße im Altort von Wendelstein wurden konkretisiert. Umgesetzt werden zwei Zebrastreifen im Altort sowie die Verbreiterung des Gehwegs an einigen Stellen.
  • Ausbau der Forststraße: Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts Ende 2025 sollen die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt (einschließlich Kastanienstraße) im Frühjahr 2026 fortgesetzt werden.
  • Brückenneubau in Neuses: Der Ersatzneubau der Schwarzachbrücke an der Staatsstraße 2239 verzögert sich und wird voraussichtlich bis Ende März 2026 andauern.
  • A73 Anschlussstelle Wendelstein: Der Ersatzneubau des Brückenbauwerks an der Anschlussstelle führt zu Sperrungen, die voraussichtlich bis zum Herbst 2026 bestehen bleiben. 
  • Verkehrskonzept Großschwarzenlohe: Ein Planungsbüro ist damit beauftragt, Lösungen im Bereich Mittelweg/Fichtenstraße/Erlenstraße zu finden, damit unsere Kinder sicher in die Schule und die Kita kommen. Die neuen Waldhallen inkl. Kulturhalle sollen auch mit dem Bus erreichbar werden.

Hochbau und Wohnen

  • Kommunaler Wohnungsbau (Brunnerhof): Das Projekt in Kleinschwarzenlohe mit 21 barrierearmen Wohnungen ist abgeschlossen. Im Rat werden wir diskutieren, wo wir weiteren bezahlbaren Wohnraum schaffen können.
  • Ersatzneubau Waldhalle: In Großschwarzenlohe wird der Neubau der beiden Waldhallen fertiggestellt. Beschlossen ist danach die Renaturierung des Geländes der alten Waldhalle.
  • Flaschner: Nachdem die Entscheidungen über die künftige Nutzung gefallen sind, steht die Umsetzung in den nächsten Jahren an.
  • Bibliothek: Die dringend nötige Sanierung der Gemeindebibliothek muss möglichst bald auf der Tagesordnung stehen. Auch die Bücherei soll barriereärmer werden.

  • Feuerwehrhaus Röthenbach: Der Anbau für die benötigten Umkleiden soll im Jahr 2027 beginnen, die Planungen im Jahr 2026 abgeschlossen werden.

Kinder und Jugend

  • Skaterpark: Die Bauleitplanung für eine neue Skateranlage wird weitergeführt, so dass zeitnah mit dem Bau begonnen werden kann
  • Kindergarten Röthenbach: Die Bedarfsermittlung hat ergeben, dass eine 4 gruppige Einrichtung ausreichend ist, damit ist der Weg für einen Ersatzneubau am alten Standort frei.

Finanzen

  • Ausgaben: Die Kosten der beiden neuen Waldhallen schränken die kommunalen Handlungsspielräume weiter ein.

  • Kreisumlage: Nachdem der Landkreis Roth immer neue Pflichtaufgaben „von oben“ ohne ausreichend Finanzierung bekommt, wird die Kreisumlage steigen, damit zahlt Wendelstein mehr an den Landkreis.

Bürgerbeteiligung

  • Workshops: Für viele Themen wie Altortsanierung und die Nachnutzung des Geländes der alten Waldhalle haben Bürgerworkshops stattgefunden, die Ergebnisse werden umgesetzt. Die Herausforderung der nächsten Jahre liegt darin, die Bürger für künftige Workshops zu mobilisieren. Bürgerwissen hilft der gesamten Gemeinde.

  • Bürgerkommunikation: Immer wieder beklagten Bürger, sie wären nicht ausreichend informiert. Ziel ist es einerseits die digitale Kommunikation auszubauen, andererseits die Welt ohne Computer nicht zu vergessen.

Weil wir hier leben

Bürgerentscheid - Folgen von JA und NEIN

Was bedeutet Ihre Stimme beim Bürgerentscheid „Gegenwind“ in Wendelstein wirklich?

Der Bürgerentscheid „Gegenwind“ ist für einige von uns recht verwirrend: Viele glauben, sie könnten mit ihrer Stimme den Bau von Windrädern verhindern. Doch das ist rechtlich nicht möglich. Worum geht es denn dann tatsächlich?

Schauen wir uns doch einfach den Abstimmungs-Text des Bürgerentscheides an:

„Sind Sie dafür, dass der Marktgemeinde Wendelstein es unterlässt, sich auf jedwede Art am Bau und Betrieb von Windkraftanlagen in ihrem Gemeindegebiet zu beteiligen oder den Bau oder Betrieb solcher Anlagen in sonstiger Weise zu fördern oder zu ermöglichen, soweit dies rechtlich zulässig ist?“

Das bedeutet:

  • Es geht nicht um ein generelles Verbot von Windkraftanlagen.
  • Es geht nur darum, ob die Gemeinde oder die Gemeindewerke sich finanziell oder organisatorisch beteiligen dürfen – z.B. auch durch eine Bürgergenossenschaft bei der die Bürger profitieren.
  • Private Investoren dürfen weiterhin Windräder bauen, wenn alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Was bedeutet ein „Ja“?

  • Sie stimmen für die Forderung der Initiative „Gegenwind“.
  • Die Gemeinde darf sich nicht beteiligen, fördern oder ermöglichen, soweit rechtlich zulässig.
  • Folge: Keine Einnahmen für die Gemeindewerke oder Bürger aus Windkraftprojekten, kein Einfluss der Gemeinde auf Betrieb oder Gestaltung.

Was bedeutet ein „Nein“?

  • Sie lehnen die Forderung ab.
  • Die Gemeinde darf sich beteiligen, fördern oder ermöglichen, z. B. durch Investitionen, Betrieb oder Gründung einer Bürgergenossenschaft.
  • Folge: Potenzielle Einnahmen für die Gemeinde und die Bürger und mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Das Missverständnis:

Viele Bürger glauben, ein „Ja“ verhindere Windräder komplett. Das ist falsch. Selbst bei einem erfolgreichen Bürgerentscheid können private Investoren weiterhin Windkraftanlagen errichten, sofern sie sich mit den Grundstückseigentümern finanziell einigen.

Bitte entscheiden Sie selbst, was ihnen wichtiger ist

Ihre Stimme entscheidet über die Rolle der Gemeinde in der Energiewende – nicht über die Existenz von Windrädern. Es geht um den Einfluss und wirtschaftliche Chancen der Marktgemeinde Wendelstein.

Informieren Sie sich genau: Sie stimmen hier über die mögliche Beteiligung und Teilhabe der Gemeinde ab, nicht über ein generelles Verbot von Windkraft!

Bürgerinitiative Gegenwind verhindert nicht den Bau, sondern die Mitsprache der Bürger Wendelsteins

Vorranggebiet Windkraft Wendelstein/Schwanstetten

Wie geht es weiter mit den Windvorranggebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten?

Die Diskussion wird derzeit stark von der Bürgerinitiative Gegenwind geprägt. Dabei wird ein zentraler Punkt häufig übersehen oder bewusst ausgeblendet: die Windkraft lässt sich in den ausgewiesenen Vorranggebieten rechtlich nicht verhindern. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Windräder gebaut werden, sondern ob Gemeinde und Bürgerschaft sich daran beteiligen – oder ob sie außen vorbleiben.

Genau hier liegt das eigentliche Problem der Strategie der Bürgerinitiative Gegenwind. Die Initiative kann den Bau der Anlagen nicht verhindern, wohl aber die kommunale und bürgerschaftliche Beteiligung. Es wird nicht, die Errichtung von Windkraftanlagen verhindert, sondern der Einfluss Wendelsteins auf deren konkrete Ausgestaltung. Standortfragen, Anzahl der Anlagen, Bauabläufe, Zuwegungen oder Ausgleichsmaßnahmen würden dann nicht mehr vor Ort entschieden, sondern allein von externen, rein gewinnorientierten Investoren. Die Gemeinde und damit auch wir Bürger wären Zuschauer – mit allen Auswirkungen, aber ohne Mitspracherecht.

Dabei eröffnet eine aktive Beteiligung echte Chancen. Kommunale oder bürgerschaftliche Modelle ermöglichen es, Windenergie-Projekte mitzugestalten und gleichzeitig Einnahmen in der Gemeinde zu halten. Pachteinnahmen, Gewerbesteuer oder Bürgerenergie-Modelle können zur Finanzierung von Infrastruktur, Vereinen, sozialen Angeboten oder lokalen Klimaschutzmaßnahmen beitragen. Wird diese Beteiligung verhindert, fließen die Gewinne ab, während Belastungen wie Eingriffe in das Landschaftsbild oder Bauaktivitäten vor Ort verbleiben.

Auch für die Akzeptanz in der Bevölkerung ist die Beteiligung der Gemeinde entscheidend. Erfahrungen aus vielen Kommunen zeigen: Transparenz, Mitentscheidung und finanzielle Teilhabe schaffen Vertrauen. Eine reine Verweigerungshaltung dagegen verstärkt Fronten und verlängert Konflikte.

Verantwortungsvolle Kommunalpolitik bedeutet, die rechtlichen Rahmenbedingungen anzuerkennen und innerhalb dieser aktiv zu gestalten. Ein pauschales Nein – wie es von der Bürgerinitiative Gegenwind vertreten wird – verhindert keine Windräder. Es verhindert Einfluss, Mitsprache und Vorteile für Wendelstein. Genau das schwächt unsere Gemeinde.

Wenn die Prognosen einen wirtschaftlichen Betrieb von Windrädern bestätigen, werden sie auch kommen. Die einzige echte Entscheidung ist, ob sie über die Köpfe der Menschen hier in Wendelstein hinweg geplant werden – oder ob Wendelstein selbst Verantwortung übernehmen und gestalten kann.

Wir als Bündnis 90/Die Grünen in Wendelstein sind überzeugt: Aktive Beteiligung der Gemeinde bei der Ausgestaltung und Entwicklung der Windvorranggebiete ist der demokratischere, der vernünftigere und der zukunftsfähigere Weg.

 

Weil wir hier leben

Gemeinsam Zukunft gestalten: Rückblick auf die Neujahrs-Klausurtagung 2026 der Wendelsteiner Grünen

Mit frischer Energie und voller Tatendrang startete der Ortsverband von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN vom 9. bis 10. Januar 2026 in seine traditionelle Neujahrs-Klausurtagung. Die rege Beteiligung der Mitglieder zeigte deutlich: Das Interesse an grüner Politik vor Ort ist groß und wir sind gemeinsam auf einem vielversprechenden Weg.

„Unsere Neujahrsklausur ist eine echte Ideenwerkstatt“, fasste Vorstandsmitglied Horst Holzmann das Wochenende zusammen. „Hier bündeln wir unsere Kompetenzen, lassen Kreativität fließen und entwickeln konkrete Konzepte für unser Wendelstein.“

Erfolge für ein lebenswertes Wendelstein
Ein Highlight der bisherigen Arbeit ist die neue Zone 20 im Altort. Sie sorgt bereits jetzt für mehr Lebensqualität. Besonders freuen wir uns über die nun beschlossenen Zebrastreifen an der Hauptstraße – ein wichtiger Gewinn für die Sicherheit unserer Kinder und aller Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. So wird unser Altort ein Stück ruhiger und sicherer, während er für alle erreichbar bleibt. Ein Ziel, für das wir uns lange mit Herzblut eingesetzt haben.


Auch schwierige Themen wurden offen besprochen. Zur Jura-Trasse berichtete Sprecherin Barbara Dorfner über den aktuellen Stand. Unser Fokus liegt nun darauf, gemeinsam mit Marktgemeinderat und dem Juristen Martin Mändl die Natur bestmöglich zu schützen. Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, die Trasse nah an der Autobahn zu führen, um den wertvollen Reichswald so weit wie möglich zu schonen.

Beim Thema Windenergie im Vorranggebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten ist uns Transparenz wichtig. Martin Mändl erläuterte, warum eine aktive Beteiligung der Gemeinde so wertvoll ist: Nur so behalten die Bürger die Gestaltungshoheit vor Ort und verhindern, dass externe Investoren ohne Bezug zu unserer Region die Planung übernehmen. Wir wollen Windkraft, von der unsere Bürger*innen direkt profitieren. 

Fünf Schwerpunkte für ein starkes 2026
Für das kommende Jahr haben wir uns viel vorgenommen. Unsere Ziele sind klar definiert:

  • Lieblingsplätze: Orte zum Verweilen und Wohlfühlen schaffen.
  • Wohnen: Bezahlbaren Wohnraum für alle Generationen ermöglichen.
  • Zukunftschancen: Perspektiven für unsere Kinder und Jugendlichen stärken.
  • Mobilität: Flexible Lösungen für alle Bürger*innen fördern.
  • Beteiligung: Die Menschen in Wendelstein aktiv in politische Entscheidungen einbinden.

Herzliche Einladung zum Frühjahrsempfang
Ortsverbandssprecher Boris Czerwenka freut sich schon jetzt auf ein baldiges Wiedersehen: Am 18. April 2026 laden wir alle Bürgerinnen und Bürger herzlich zu unserem Grünen Frühjahrsempfang im Heimathaus Wendelstein (Untere Rathausgasse 24) ein. Kommen Sie vorbei und lassen Sie uns ins Gespräch kommen!

Bürgermeisterkandidatin Carolin Töllner brachte den Geist der Klausur zum Abschluss perfekt auf den Punkt: „Wir möchten Politik mit den Menschen machen, nicht über ihre Köpfe hinweg. Zuhören, verstehen und gemeinsam die besten Lösungen für Wendelstein entwickeln – das ist unser Antrieb.“

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Dezember 2025)

Am 11. Dezember 2025 tagte der Marktgemeinderat
Zunächst ging es um die Zulässigkeit des zweiten Bürgerbegehrens "Ja zum Schutz der Gesundheit und der Erholungslandschaft zwischen Großschwarzenlohe, Raubersried und Leerstetten". Der erste Anlauf der BI war aus formalen Gründen gescheitert. Nun erläuterte die Vertreterin der Bürgerinitiative die Kernpunkte ihres Bürgerbegehrens, für das die BI etwa 1.400 gültige Stimmen gesammelt hatte. Es war die Rede von Beharrlichkeit und sorgfältige Prüfung, zielstrebigem Arbeiten und fundiertem Wissen. Nicht erwähnt wurde, dass das Bürgerbegehren die Windräder nicht stoppen wird, sondern nur dazu führen kann, dass der Windpark den Investoren überlassen wird. Ob die Windräder kommen, kann die Gemeinde nicht entscheiden.

Allein die Eigentümer der Flächen haben es in der Hand, ob sie ihr Land gar nicht, an die Gemeinde oder an Investoren verpachten möchten.

Am Ende beschloss der Rat einstimmig und gestützt auf die Ansicht des Gemeindejuristen, dass das Bürgerbegehren zulässig ist. Im neuen Jahr werden also die Wendelsteiner Bürger wohl darüber abstimmen, ob sich die Gemeinde Wendelstein an den Windkrafträdern beteiligen darf.

Für uns Grüne ist das schwierig. Einerseits setzen wir uns für Bürgerbeteiligung ein und freuen uns, wenn die Bürger mitentscheiden. Auf der anderen Seite tut es uns in der Seele weh, wenn die Gemeinde sich nicht an zwei Windrädern beteiligen darf, ein Investor aber schon.

Als nächstes beschlossen die Marktgemeinderäte, Lehrerdienstgeräte für Lehrerinnen und Lehrer an Wendelsteiner Schulen anzuschaffen, genauer Tablets, mit denen die Lehrer den Unterricht vorbereiten, die Whiteboards bedienen und vieles mehr.  

Neues gibt es vom Ersatzneubau der P 53 Hochspannungsleitung. Der Trassenverlauf verläuft zukünftig nicht mehr mitten durch den Ort Wendelstein, sondern hält überall ausreichend Abstand zur Wohnbebauung. Dafür gilt unser Dank allen Aktiven wie Stefan Pieger vom Bund Naturschutz oder Martin Mändl, der als Jurist die verschiedensten Einwendungen begleitet hat.

Offen bleibt noch, wie nah die Trasse an die Autobahn A 6 heranrückt – je weiter sie im Wald steht, desto größer der Eingriff in die Natur. Unschön ist auch der noch geplante Bogen um das Nürnberger Südkreuz. Jede Richtungsänderung der Trasse verdoppelt die Flächenversiegelung aufgrund der zusätzlich nötigen Abspannmasten. Daher hat auch die Gemeinde Wendelstein, unterstützt von den Herren Pieger und Mändl, Einwendungen gegen den Trassenverlauf erhoben. Ziel ist es, die Leitungsführung möglichst umweltverträglich zu gestalten und nah an die Autobahn zu bringen. Auch setzt sich die Gemeinde Wendelstein dafür ein, dass die umweltrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen vor Ort und nicht sonst wo erfolgen.

Weil wir hier leben.

Was passiert den jetzt mit der P53 Leitung?

Was ist die P53 Leitung?

Die P53 (oder Juraleitung) ist der geplante Ersatzneubau einer Hochspannungsleitung für den Stromtransport von Nord nach Süd in Bayern.

Und warum betrifft das Wendelstein?

Die geplante neue Hochspannungsleitung verläuft durch Wendelstein und führt zu Sorgen bei der Bevölkerung wegen der Nähe zu Wohngebieten und den Auswirkungen auf die Gesundheit.

Wie ist der aktuelle Sachstand?

Der Trassenverlauf verläuft zukünftig nicht mehr mitten durch den Ort Wendelstein, sondern hält überall ausreichend Abstand zur Wohnbebauung. Dafür gilt unser Dank allen Aktiven wie Stefan Pieger vom Bund Naturschutz, Barbara Dorfner von Reichswald bleibt, oder Martin Mändl, der als Jurist die verschiedensten Einwendungen begleitet hat.

Worüber wird aktuell diskutiert?

Offen ist noch, wie nah die Trasse an die Autobahn A 6 heranrückt. Je weiter sie im Wald steht, desto größer der Eingriff in die Natur. Unschön ist auch der noch geplante Bogen um das Nürnberger Südkreuz. Jede Richtungsänderung der Trasse verdoppelt die Flächenversiegelung aufgrund der zusätzlich nötigen Abspannmasten. Daher hat auch die Gemeinde Wendelstein, unterstützt von Stefan Pieger, Barbara Dorfner und Martin Mändl, Einwendungen gegen den Trassenverlauf erhoben. Ziel ist es, die Leitungsführung möglichst umweltverträglich zu gestalten und nah an die Autobahn zu bringen.

Und wie ist das mit den Ausgleichsflächen?

Nach deutschem Recht muss jeder Eingriff in die Natur ausgeglichen werden. Wird also Wald gerodet, muss an anderer Stelle Wald gepflanzt werden oder vorhandener Wald aufgewertet werden- etwa durch Laub statt Nadelbäume. Unschön ist, dass Ausgleichsmaßnahmen oft ganz woanders erfolgen.

Daher setzt sich die Gemeinde Wendelstein dafür ein, dass die umweltrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen vor Ort und nicht anderswo erfolgen.

Und was ist mit der Zuwegung zur Baustelle?

Die ist bislang über den Treidelsweg und in der Folge über den Walderlebnispfad und geplant – mit Folge, dass dieser LKW tauglich ausgebaut werden muss. Die Gemeinde setzt sich dafür ein, die Zuwegung zur Baustelle flächen- und naturschonend über schon vorhandene Zufahrten wie zB. Autobahnbehelfsausfahrten zu führen.

Und was hat das mit dem Windenergievorranggebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten zu tun?

Letztlich geht es um die Frage, wo der Strom herkommt. Hätten wir es vor 15 Jahren geschafft, die Energieversorgung vor Ort sicherzustellen, bräuchten wir keine Monstertrassen. Monstertrassen sind das Ergebnis der Blockade der Energiegewinnung vor Ort.

Weil wir hier leben.
 

Das Bürgerbegehren Gegenwind Wendelstein-Schwanstetten im Faktencheck

Kann das Bürgerbegehren die Windräder zwischen Wendelstein und Schwanstetten verhindern?

Nein. Das Bürgerbegehren zielt nur darauf ab, die Beteiligung der beiden Gemeinden zu verhindern.

 

Steht schon fest, dass dort Windräder gebaut werden dürfen?

Ist das Windenergievorranggebiet schon beschlossen?

Fast. Das Verfahren ist noch nicht ganz zu Ende, das Ergebnis aber vorhersehbar – Windräder werden zulässig sein. Gegen die Planungsentscheidung gibt es keinen Einspruch.

 

Das heißt, der Windpark kommt auf jeden Fall?

Nein. Er kommt, wenn ein Investor glaubt, es lohnt sich und er die notwendigen Flächen von den Eigentümern bekommt. Das Bürgerbegehren ändert daran gar nichts.

 

Und was wollen dann die beiden Gemeinden Wendelstein und Schwanstetten?

Dass die Bürger mitverdienen, wenn die Windräder kommen. Sei es über die Gemeindewerke oder über eine Bürgergenossenschaft. Strom vor Ort und Gewinne für die Bürger vor Ort.

 

Und was wollen die Initiatoren des Bürgerbegehrens?

Dass die beiden Gemeinden Wendelstein und Schwanstetten sich nicht weiter engagieren, also den Windpark den Investoren überlassen.

 

Weil wir hier leben.

Erste Hilfe rettet Leben – Wann haben Sie Ihren Kurs zuletzt aufgefrischt?

Stellen Sie sich vor: Jemand bricht vor Ihren Augen zusammen. Wüssten Sie, was zu tun ist?
Die meisten von uns haben den letzten Erste-Hilfe-Kurs vor vielen Jahren gemacht – oft nur einmal, für den Führerschein. Seitdem hat sich allerdings einiges verändert – nicht nur die stabile Seitenlage.

Warum Auffrischung wichtig ist

Die medizinische Forschung bringt ständig neue Erkenntnisse. Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) sind heute in vielen öffentlichen Bereichen verfügbar. Diese Geräte sind für Laien entwickelt: Sie erkennen gefährliche Herzrhythmen und geben – wenn nötig – einen Stromstoß ab, um den normalen Herzschlag wiederherzustellen.
Der Umgang damit ist kein Hexenwerk, aber es hilft, wenn man es schon einmal geübt hat. Genau das lernt man mittlerweile im Erste-Hilfe-Kurs.

Die Realität: Zeit entscheidet über Leben

  • Die Überlebenschance bei einem plötzlichen Herzstillstand sinkt pro Minute ohne Herz-Lungen-Wiederbelebung um 7–10 %.
  • Nach 1 Minute ohne Wiederbelebung beginnen erste Hirnschädigungen
  • Für jede Minute Verzögerung bei der Defibrillation sinkt die Überlebenschance um 10 %.
  • Nach etwa zehn Minuten ohne Sauerstoff sind die meisten Organe irreversibel geschädigt.
  • Eine sofort eingeleitete Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Laien kann die Überlebenschance verdreifachen.

In einer älter werdenden Gesellschaft werden medizinische Notfälle häufiger. Und: Wendelstein hat keine eigene Rettungswache. Persönliches Engagement ist also entscheidend.

So einfach geht’s

  • Kursangebote finden Sie online, bei den Maltesern, Rotes  Kreuz, Johannitern und anderen Organisationen.
  • Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber an: Die Ausbildung von betrieblichen Ersthelfern ist steuerlich absetzbar – und verpflichtend.
  • Auch Schulen sollten Erste-Hilfe-Kurse selbstverständlich anbieten.

Keine Angst vor Fehlern

Ohne Herzschlag ist ein Mensch schon tot – Sie können nichts falsch machen, aber alles richtig, indem Sie handeln!

Außerdem: Ersthelfer haften grundsätzlich nicht für unbeabsichtigte Schäden! Sie sind durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt.

Unser Appell:

Melden Sie sich noch heute für einen Erste-Hilfe-Kurs an – es könnte Leben retten. Laden Sie Freunde und Familie ein, mitzumachen. Gemeinsam macht es mehr Spaß!

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (November 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.

Wendelstein – 20. November Gemeinderat

Am 20. November 2025 tagte der Marktgemeinderat

Auf Frage von Stefan Pieger vom Bund Naturschutz, wie die Gemeinde zu der aktuellen Planung der P 53 Hochspannungs-Trasse steht, führte der BGM aus, dass Wendelstein von der aktuellen Planung nicht betroffen sei und Menschen wichtiger seien als der Verlust von Wald durch Überspannung oder Betonfundamente im Wald.

Der Tagesordnungspunkt „barrierefreier Ausbau“ des Altortes zog viele Bürger und Gewerbetreibende in die Sitzung. Viele Fragen wurden auch diesbezüglich gestellt. Die Verwaltung versicherte, dass eine Sperrung der Schwarzachbrücke im Altort nicht beabsichtigt ist.

Zur Modernisierung des Flaschneranwesens erläuterte die Planerin den aktuellen Sachstand. Demnach soll statt der ursprünglich diskutierten Nutzung als Gaststätte im Erdgeschoss nun eine für die Öffentlichkeit zugängliche Flaschnerstube als Bürgertreff und Räume für eine Eisdiele bzw. einen kleinen Ausschank entstehen. Im Obergeschoss sind Büros, unter dem Dach Wohnungen für den Bundesfreiwilligendienst vorgesehen. Im Rückgebäude soll der Brauereiverein seine Heimat finden und zwei größere Räume, die zu einem Saal verbunden werden können und die, die Bürger mieten können. Im Hof soll eine öffentlich zugängliche Fläche mit einem Baum entstehen. Carolin Töllner (Grüne) begrüßte den aktuellen Planungstand ausdrücklich und verwies auf den Durchgang von der Hauptstraße in Hof, der einladender gestaltet werden sollte, etwa mit Licht und Bepflanzung – ein Gedanke, den die Planerin weiterverfolgen wird.

Zum barrierefreien Ausbau des Altorts Wendelstein stellte der Planer eine Reihe von Vorschlägen für eine Testphase vor. Bemerkenswert waren die Statements von Cornelia Griesbeck und Christian Mederer (beide CSU), die sich explizit gegen barrierefreie Bushaltestellen im Altort aussprachen.

Carolin Töllner (Grüne) lobte zunächst, dass die Diskussion nun im öffentlichen Teil geführt wird. Sie hob hervor, dass das Aussteigen aus dem Bus auch für Menschen mit Kinderwägen oder Rollstühlen einfach möglich sein muss. Zu den grünen Zielen gehört neben der fußläufigen Zugänglichkeit auch die Steigerung der Aufenthaltsqualität im Altort- beispielweise durch Begrünung. .

Martin Mändl (Grüne) bat darum, den Blickwinkel weniger auf die Verengung der Fahrspuren, sondern mehr auf die Verbreiterung der Gehwege zu legen.

Am Ende beschloss der Rat eine mehrmonatige Testphase hinsichtlich der Verbreiterung der Gehwege vor den Häusern Hauptstraße 5 bis 7 (südlicher Gehweg 1,50 m, nördlicher 1,55 m, Fahrbahn 3,50 m) sowie hinsichtlich der Verbreiterung des Gehweges vor der Hauptstraße 22.

Endgültig beschlossen wurde die Verbreiterung des Gehwegs vor dem Haus Hauptstraße 12 und die Verbreiterung des Gehwegs vor Haus Hauptstraße 29. Ebenfalls stimmte der Gemeinderat geschlossen für zwei Zebrastreifen. Einen auf Höhe des alten Rathauses und einen kurz vor dem Wendelsteiner Plärrer.

Nach langer Diskussion wurde beschlossen, die Busse weiterhin in der Bushaltestelle halten zu lassen und zu versuchen(!), diese barrierefrei zu planen. Wir Grüne hätten es lieber gesehen, die Busse auf der Straße halten zu lassen, da dann die Haltestellen in jedem Fall barrierefrei ausbaubar wären. Regelmäßig parken auch heute schon die Busse oft auf der Straße, da die Busbuchten oft zugeparkt sind.

Im nächsten Tagesordnungspunkt beschloss der Rat, die „alte“ Waldhalle in der Erlenstraße nach Fertigstellung und Nutzungsaufnahme der neuen Waldhallen abzubrechen und das Gelände zu renaturieren. Im Rahmen eines Bürgerworkshops hatten praktisch alle Teilnehmer dies als Lösung erarbeitet.

Danach beschloss der Rat, einen Verkehrsentwicklungsplan für das Areal der Waldhallen, Erlenstraße (Schule und Kita) sowie Fichtenstraße bis zum Gelände des SCG, erstellen zu lassen. Martin Mändl (Grüne) wies darauf hin, dass die Grünen genau das im Jahr 2021 schon mal erfolglos beantragt hatten – offensichtlich ist die Zeit nun reif dafür.

Als folgender Punkt wurden weitere Schritte für die Errichtung der Skateranlage gegen drei Stimmen aus der CSU-Fraktion beschlossen.

Unter Sonstiges führte die Verwaltung aus, dass das Dach der Rangauhalle in Kleinschwarzenlohe wohl undicht sei und an einer Lösung gearbeitet werde.

Weil wir hier leben.

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Kommunalwahlen 2026 - Wie geht das?

Alle sechs Jahre wieder sorgt das Wahlrecht bei der Kommunalwahl für erhebliche Verwirrungen. Auch die Experten müssen sich die Details immer wieder verinnerlichen. Deshalb wollen wir den Bürgern hier einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, wie diese Wahl funktioniert. Denn am Ende soll der Bürger seine Wahlabsicht auf dem Wahlzettel auch wiederfinden.

Am 8.März wählen wir alle den Wendelsteiner Gemeinderat, den Wendelsteiner Bürgermeister und den Kreistag in Roth. Wir erklären die Details.

Wahl zu Bürgermeister:

Das ist die einfachste Wahl, weil jeder Wähler nur eine Stimme hat und nur eine der aufgeführten Kandidatinnen ankreuzen darf.

Gemeinderatswahlen:

Beim Gemeinderat wird es dann schon schwieriger. Sie haben 24 Stimmen. Dabei haben Sie folgende Möglichkeiten:

Liste ankreuzen

Sie können eine komplette Liste ankreuzen, so erhält jeder Listenplatz eine Stimme (bzw. die Kandidaten auf den Doppel- und Dreifach-Plätzen jeweils zwei oder drei Stimmen).

Einzelstimmen vergeben ohne Liste anzukreuzen:

Sie können aber auch einzelnen Personen auf den Listen bis zu 3 Stimmen auf dem Wahlzettel geben ohne eine Liste anzukreuzen.

Das kann innerhalb einer Partei (kumulieren) aber auch über Parteigrenzen hinweg (panaschieren) gemacht werden.

Wichtig hierbei:

  • nicht mehr als 24 Stimmen vergeben
  • Einer Person nie mehr als drei Stimmen geben. Dabei ist es egal, auf wie vielen Listenplätzen diese Person steht! Nie mehr als 3 Stimmen pro Person!

Liste ankreuzen und Einzelstimmen vergeben (kombiniertes Verfahren):

Zuletzt können beide Verfahren kombiniert werden. Man kreuzt zunächst die Liste an. Danach vergibt man an einzelne Personen noch mehrere Stimmen oder streicht jemanden. Alle nicht explizit vergebenen Stimmen, werden dann auf die Liste von oben nach unten verteilt.

Bei diesem Verfahren können Sie auch Listenkandidaten auf der oben angekreuzten Liste streichen! Dann bekommen diese Personen keine Stimme, obwohl die Liste oben angekreuzt ist.

Dieses kombinierte Verfahren ist das einfachste, wenn man nicht nur eine Liste ankreuzen möchte, da die verbleibenden Stimmen automatisch auf die Liste verteilt werden. Aber auch hier gilt, keinesfalls mehr als 24 Einzel-Stimmen vergeben.

Kreistagswahlen:

Für die Kreistagswahlen gilt dasselbe wie oben bei den Gemeinderatswahlen, aber jeder Wähler hat
60 Stimmen. Bei der Menge der Stimmen sollte man besonders gut zählen!

Oder man nutzt das kombinierte Verfahren.

Bei der Kreistagswahl möchten wir noch auf eine Besonderheit hinweisen.

Wenn man will, dass die Wendelsteiner Interessen im Kreistag gut vertreten sind, hilft es Wendelsteiner Kandidaten zu wählen. Das gilt für alle Parteien in Wendelstein. In anderen Gemeinden im Landkreis geschieht das gewöhnlich auch so.

Kreuzt man nur die Liste an, kommen automatisch die Kandidaten der anderen Ortschaften auf den Listen aller Parteien nach vorne, weil eben dort die eigenen Leute gewählt werden. Das führt dann zu einer schwachen Vertretung Wendelsteins im Kreistag (über alle Parteien hinweg).

Das Motto kann also sein: Wendelsteiner wählen Wendelsteiner!

In der Praxis heißt das:

Ankreuzen seiner Lieblingspartei oben auf der Liste (gerne Grüne) und dann allen Wendelsteinern zusätzlich 3 Stimmen geben. Gegebenenfalls auch parteiübergreifend, wenn gewünscht. Aber insgesamt nicht mehr als 60 Stimmen.

Sind Unklarheiten geblieben? Fragen Sie uns oder das Wahlamt in Wendelstein. Hilfreich kann es sein, sich für Briefwahl zu entscheiden. Das gibt mehr Zeit, am heimischen Esstisch in Ruhe auszuwählen.

Das CO2-Minderungsprogramm der Gemeinde wurde aktualisiert

Wendelstein – ab dem 1. Oktober gelten neue Regeln für das CO2 Minderungsprogramm, wir verraten welche.

Warum ein CO2-Minderungsprogramm in Wendelstein?

Der Klimawandel und dessen Folgen erfordern auch auf kommunaler Ebene Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen, um einerseits internationale und nationale Klimaziele zu erreichen aber auch den bereits deutlichen sicht- und fühlbaren Folgen durch Hitze und Extremwetterereignissen zu begegnen.

Die Marktgemeinde Wendelstein greift seit 2013 wichtige Themenfelder auf, setzt diese konsequent um und erweiterte dieses im Jahr 2020, sodass in seiner derzeitigen Fassung 26 Maßnahmen förderungsfähig sind. Das komplette Programm finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Wendelstein (https://www.wendelstein.de/bauen-umwelt/energie-nachhaltigkeit/co2-minderungsprogramm).

Im Jahr 2024 wurden mit 866 Anträgen eine Gesamtfördersumme von 421.000 Euro bewilligt. Die Wendelsteiner Bürgerinnen und Bürger leisten mit ihren Maßnahmen einen wichtigen Baustein für eine deutliche Senkung der CO2-Emissionen.

Unser Apell: Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf aktiv mitzuwirken, förderfähige Maßnahmen umzusetzen, um damit die Zukunft unserer Marktgemeinde klimafreundlich und nachhaltig zu gestalten!

Was wurde geändert?

Das Fördersegment „Energiesparberatung für Wohngebäude“ wurde gestrichen, da dieses in anderen Zuschussprogrammen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bzw. der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgegangen ist.

Bei der Förderung der Beschaffung von energieeffizienten Haushaltsgeräten wird aufgrund der häufigeren Änderungen der „besten Energieeffizienzklassen“ künftig darauf verzichtet diese konkret aufzuführen. Es wird die zum Zeitpunkt des Kaufes bestmögliche Energieeffizienzklasse gefördert.

Nachdem es aus Gründen der Netzstabilität empfehlenswert ist, den Eigenverbrauch stärker zu fördern und Netzeinspeisungen zu vermeiden, wurden die folgenden Änderungen beschlossen:

Für PV-Anlagen wurde der Fördersatz von 520 Euro je kW (max. 1.300 Euro) auf 130 Euro je kW (max. 650 Euro) reduziert.

 Für Batteriespeicher wurde der Fördersatz von der bisherigen Staffelung (max. 800 Euro) auf 120 Euro je kWh, max. jedoch 1.200 Euro, erhöht.

 Für Plugin-PV-Anlagen (sog. „Balkonkraftwerke) wurde der Fördersatz von 10% des Kaufpreises (max. 100 Euro), auf 10% des Kaufpreises (max. 50 Euro) reduziert.

Für die Erweiterungen von PV-Anlagen zur Stromerzeugung für Elektrofahrzeuge wurde der Fördersatz von 520 Euro je KW (max. 1.300 Euro), auf 100 Euro je KW (max. 400 Euro) reduziert.

Die Installation von Wärmepumpen wurde in einem eigenen Punkt geregelt, um die Auffindbarkeit zu erleichtern, da es wiederholt Anfragen gab, ob die Installation von Wärmepumpen gefördert wird.

Der Austausch von Heizungsumwälzpumpen wird künftig nicht mehr gefördert.

Durch das neue Fördersegment Entsiegelung von Flächen sollen Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigt werden, asphaltierte oder gepflasterte Flächen zurückzubauen. Durch das Entsiegeln und Begrünen von Flächen können pro m³ bis zu 200 Liter an Niederschlagswasser gespeichert und dem Grundwasser zugeführt werden. Schäden durch die inzwischen häufigen Starkregenereignisse werden dadurch reduziert.

Die Entsiegelung und anschließende Herstellung einer unversiegelten Fläche wird mit 5 Euro je m², höchstens jedoch mit 1.000 Euro je Grundstück gefördert. Der Antrag der Grünen, die Förderung bei 10 Euro je m², bei gleichem Höchstbetrag anzusetzen fand keine Mehrheit im Marktgemeinderat.

Die Förderung der Umgestaltung von Schottergärten zu insektenfreundlichen Blühflächen hatten die Grünen im Marktgemeinderat schon lange gefordert. Schottergärten sind „Gärten“, deren Böden meist mit einer Trennschicht aus Folie oder Vlies abgedeckt sind. Hierbei handelt sich um biologisch gesehen tote Gärten, welche weder Tieren noch Pflanzen einen Lebensraum oder Nahrung bieten. Auch heizen sich Schottergärten schneller auf und erhöhen dadurch den lokalen Hitzestress. Mehr Grün bedeutet mehr Kühlung!

Die Entfernung des Schottergartens wird mit 20 % der entstandenen Kosten, maximal jedoch mit 100 Euro, bezuschusst. Auch hier scheiterten die Grünen mit dem Antrag, den Förderbetrag höher anzusetzen. Die Anschaffung und Pflanzung der insektenfreundlichen Blühpflanzen werden mit 50 % der entstandenen Kosten, maximal mit 250 Euro, gefördert.

Die Anmeldung zum Carsharing wird künftig mit 50 Euro anstelle von 10 Euro gefördert, um die mögliche Nutzerbasis in der MOQO-App bzw. der Carsharing-Fahrzeuge zu vergrößern.

Die Förderung von Elektroautos wurde von 1.000 Euro auf 800 Euro reduziert. Der Fördersatz für Elektro- bzw. Pedelec-Fahrräder bleibt bei 100 Euro.

Der Fördersatz für die Anschaffung von Wallboxen wurde von 250 Euro auf 150 Euro reduziert, da die Wallboxen insgesamt günstiger geworden sind. Im Gegenzug fördern die Gemeindewerke nun an Stelle des Erwerbes von einer Wallbox, den Erwerb von bis zu drei Wallboxen, ohne die bisherige Herstellerbindung.

Insgesamt hätten wir Grünen aus ökologischer Sicht mehr erwartet, freuen uns aber vor allem, dass grüne Ideen in unserer Gemeinde tief verwurzelt sind. Wir werden weiterhin die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen überprüfen und sinnvolle Anpassungen im Marktgemeinderat einbringen.

Weil wir hier leben!

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Oktober 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.

23. Oktober Marktgemeinderat, 6. November BUNA, 13. November HFA

Am 23. Oktober 2025 tagte der Marktgemeinderat

Auf Frage eines Bürgers, wie der Sachstand zur Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplanes ist, erläuterte der Bürgermeister, dass der Marktgemeinderat in einer der nächsten Sitzungen öffentlich über die Ergebnisse des externen Prüfers beraten wird.

Auf Nachfrage von Martin Mändl, Grüne, erklärte der Bürgermeister, dass die 21 Wohnungen im Brunneranwesen ab dem 1.11.2025 sukzessive bezogen werden, der Vermietungsprozess ist nahezu abgeschlossen.

Zur Zulässigkeit des Bürgerbegehrens "Ja zum Schutz des Trinkwassers und der Erholungslandschaft“ zwischen Großschwarzenlohe und Schwanstetten erläuterte Bürgermeister Langhans zunächst die Holschuld der Bürger, die sich ausreichend informieren müssen. Ein Vertreter der Initiatoren erläuterte, die Initiative sei nicht generell gegen Windkraft. Das Gebiet habe jedoch von allen Vorranggebieten die schlechteste Windhöffigkeit, Anlagen seien an dieser Stelle nicht wirtschaftlich nutzbar. Boris Czerwenka, Grüne, wies darauf hin, dass Windenergie für die notwendige Energiewende notwendig ist und Bürgerbeteiligung ein elementarer Bestandteil der Demokratie sind – wenn sie denn zulässig sind.

Am Ende folgte der Marktgemeinderat einstimmig der Ansicht des Gemeindejuristen, wonach das Bürgerbegehren unzulässig ist.

Der Revierförster berichtete über die Aufforstung nach dem Waldbrand am Fischleinsberg. Geplant ist die Aufforstung auf einer Fläche von 6.000 qm hauptsächlich mit Eichen, aber auch Edelkastanien und Buchen. Leider ist zum Schutz der Aussaat vor Wildschweinen und anderen Wildtieren ein Einzäunen notwendig. Einig waren sich alle Anwesenden, dass ein Herzlichen Dank den Helfern während und nach dem Feuer gilt.

Die Verwaltung teilte mit, dass Frau Kühnlein die Fraktion und die Partei der Grünen verlassen hat und nun in der Fraktion der Freien Wähler sitzt. In der Folge vertritt nun Frau Carolin Töllner die Grünen im Kulturausschuss.

Am 06. November 2025 tagte der Bau, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss (BUNA)

Die Verwaltung berichtete, dass ab dem nächsten Jahr die Bauleitplanungen digital erfolgen können. Das bedeutet, dass neue Bebauungspläne (sog. B-Pläne) oder Änderungen des Flächennutzungsplanes (sog. F-Plan) bei der Gemeinde online einsehbar sein werden. Die Bürger könnten dann Ihre Einwendungen zu den Verfahren ebenfalls online hochladen. Die komplette Abwicklung der Vorgänge in der Verwaltung erfolgt dann digital. Selbstredend können Einwendungen auch weiterhin postalisch eingesandt werden.

In zwei Bauvoranfragen ging es jeweils um Nachverdichtung bestehender Siedlungen für neuen Wohnraum, die beide einstimmig genehmigt wurden. Das ergibt auch ökologisch Sinn, weil zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird, ohne neue Flächen zu versiegeln.

In einer weiteren Bauvoranfrage ging es erneut um die Stellplätze. Der Bauwerber kann nur dann genügend Parkplätze nachweisen, wenn er diese hintereinander anordnet. Marktgemeinderat Czerwenka (Grüne) wandte ein, dass das in der Praxis nicht funktioniert und das zweite Auto dann in der Regel auf der Straße steht. Er schlug vor, deswegen den Stellplatz abzulösen. Dieser Vorgang ist in der Stellplatzsatzung der Gemeinde vorgesehen und spült Geld, etwa für den ÖPNV, in die Kasse der Gemeinde. Dieser Meinung schloss sich der Ausschuss mehrheitlich nicht an.

Am 13.11.2025 tagte der Haupt- und Finanzausschuss (HFA)

Der Kämmerer berichtete über den aktuellen Stand des Haushaltes. Der Haushalt 2025 entwickelt sich gut. Bei den Gewerbesteuereinnahmen ist die Gemeinde mit 19,3 Mio € aktuell 1,8 Mio über dem Haushaltsansatz. Bei den Einnahmen aus der Einkommenssteuer deutet sich an das der Ansatz von 16,8 Mio. € ziemlich genau erreicht wird.

Die Grundsteuereinnahmen sind nicht gestiegen. Damit hat die Gemeinde aktuell die Grundsteuerreform aufkommensneutral umgesetzt. In einem weiteren Punkt wurde deshalb beschlossen, die Hebesätze bei der Grundsteuer auch im nächsten Jahr unverändert zu lassen.

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Ende September/Anfang Oktober 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.

25. September Marktgemeinderat, 9. Oktober BUNA

Am 25. September 2025 tagte der Marktgemeinderat

Zu Skateranlage berichtete die Verwaltung, dass auf der geplanten Fläche Rebhühner gesichtet worden sind. Nachdem diese geschützt sind, wäre das ein Problem für den Standort.

Auf der Tagesordnung stand die Wahl des geschäftsleitenden Beamten. Die Stelle war nicht ausgeschrieben, da der Amtsinhaber sich wieder bewirbt - so erklärte der Bürgermeister den Vorgang, bei dem nur ein Bewerber zur Abstimmung stand. Martin Mändl bezeichnete das als Ausdruck eines schwierigen Demokratieverständnisses – ohne dass damit Kritik an dem Amtsinhaber verbunden wäre. Am Ende wurde der Bewerber mit 20 von 22 Stimmen wiedergewählt.

Vorgestellt wurden die Pläne für den Bau der Fortführung des Geh- und Radweges entlang der Staatsstraße 2225 von Sperberslohe nach Allersberg. Von den Gesamtkosten der Fortführung von 5,98 Mio € trägt der Markt Wendelstein 1,57 Mio, der Rest wird auf die Gemeinden Allersberg und Pyrbaum aufgeteilt. Gefördert wird die Maßnahme mit bis zu 80 % der zuwendungsfähigen Kosten. Der Baubeginn in Sperberslohe ist für das Frühjahr 2026 geplant. Nachdem die Ortsdurchfahrt in Sperberslohe nicht wirklich fahrradfreundlich gestaltet werden kann, begrüßte Carolin Töllner die vorgesehenen Querungshilfen. Endlich werden diese als Verkehrsinseln realisiert, die zugleich auch eine Geschwindigkeitsdrosselung des PKW-Verkehrs darstellen. Jürgen Lechner (FW) regte zusätzlich die Ausweisung einer Zone 30 an.

Im Weiteren ging es um die Anpassung des CO2 Minderungsprogramms. Die Gemeinde leistet sich das Programm seit 12 Jahren. Im Kern geht es darum, PV-Anlagen wegen des Stromüberschusses weniger zu fördern, dafür werden Stromspeicher höher bezuschusst.

Als Folge des vormals abgelehnten Antrags der Grünen zur Verhinderung von Schottergärten wird ein neues Segment „Entsiegelung von Flächen“ in dem Programm geschaffen. Martin Mändl merkte an, dass die Förderung mit 5,00 € je m², höchstens jedoch mit 1.000,00 € je Grundstück, zu wenig sei. Er regte an 10,00€ pro m² bei gleichbleibendem Maximalbetrag. Auch der Zuschuss für die Umgestaltung von Schottergärten, der ebenso neu ist, zu einer insektenfreundlichen Fläche von maximal 100,00 € sei schlicht sehr wenig. Der Erhöhung wollte sich die Mehrheit des Rates nicht anschließen, der ursprüngliche Antrag wurde einstimmig angenommen.

In der Folge diskutierte der Rat über einen Antrag der Bündnisgrünen, ein Konzept für die Belebung des Altortes zu erstellen. Carolin Töllner stellte den Antrag vor und sprach sich dafür aus, sich gemeinschaftlich Gedanken zu machen, wie das Zentrum von Wendelstein belebt werden kann. Boris Czerwenka wies darauf hin, dass es eben nicht darum geht, den Altort öfter zu sperren, sondern darum, den Altort attraktiver zu machen. Außer den der grünen Fraktion war das niemandem wichtig. Der Antrag wurde abgelehnt.

Am 09.Oktober 2025 tagte der Bau, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss

Die Verwaltung berichtete, dass das Planfeststellungsverfahren für den Bau der neuen Stromtrasse (von Schwabach kommend entlang der A6) nun beginnt. Die nächsten vier Wochen ist die öffentliche Auslegung und damit auch die Möglichkeit einer Stellungnahme. Sehr wahrscheinlich wird damit, dass die Stromtrasse, die das Wendelsteiner Gemeindegebiet durchzieht, in diesem Zuge auch demontiert wird.

Auf der Tagesordnung standen recht wenige Punkte. Vorwiegend ging es um die Vergabe von Bauaufträgen für die großen Bauvorhaben im Gemeindegebiet wie den Waldhallen oder dem Grundschulanbau in Großschwarzenlohe.

Weil wir hier leben.

Wendelstein – Marktgemeinderäte der Grünen informieren sich vor Ort über die Diakonie

Die Diakonie Wendelstein, genauer der Diakonieverein Wendelstein, betreibt eine Reihe von Einrichtungen vor Ort. Dazu gehören ein Pfelgeheim, eine Kinderkrippe und ein Kinderhort. Hinzu kommen stationäre Pflege, betreutes Wohnen sowie eine Tagespflege und eine Seniorenbegegnungsstätte. Dabei geht es um Daseinsvorsorge, vor allem für sehr junge und alte Menschen. Grund genug für die grüne Fraktion im Marktgemeinderat, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen.

Im Gespräch erläuterte Annette Messner die aktuellen Herausforderungen. Der Erweiterungsbau mit insgesamt 16 neuen Plätzen für die stationäre Pflege geht zügig voran und kann im Laufe des nächsten Jahres bezogen werden. Auch die Plätze der Tagespflege sind regelmäßig ausgebucht.

Im benachbarten Gebäude bietet die Markt Wendelstein Immobilien, Bau- und Service GmbH (WIBS GmbH) betreutes Wohnen an. Dabei mieten die Betroffenen eine kleine Wohnung und erhalten ein Notrufsystem, soziale Betreuung und Beratungsangebote. Steigt der Bedarf, stehen die Mitarbeitenden der Diakonie bereit. Das Angebot bietet einerseits selbstbestimmtes Wohnen im Alter, anderseits oftmals den langsamen Einstieg in einen individuell steigenden Betreuungsbedarf. Von Carolin Töllner auf die Personalsituation angesprochen freute sich Frau Messner erzählen zu können, dass die schwierige Situation im Jahr 2023, als in der Folge der Corona Pandemie auf (teures) Leihpersonal zurückgegriffen werden musste, überwunden ist. Die Diakonie Wendelstein setzt erfolgreich auf eigene Personalgewinnung. Aktuell gibt es 10 Auszubildende und das Konzept, eigenes Personal auszubilden, zahlt sich aus.

Ernster wurde das Gespräch, als Martin Mändl auf die Finanzen zu sprechen kam. Der Jurist, der selbst als Pflegehelfer gearbeitet hat, weiß nur zu gut, wo der Schuh drückt. Einerseits müssen die Kostenträger, also die Pflegekassen und der Bezirk Mittelfranken bei den Bewohnern, die den Eigenanteil im Pflegeheim nicht aufbringen können, Geld sparen und deckeln die Kosten, die übernommen werden. Andererseits steigen sowohl die Sach- als auch die Personalkosten und immer neue Auflagen der Bundes- und Landesregierung sind umzusetzen. Frau Messner zeigte sich zufrieden damit, wie es der Diakonie aktuell gelingt, diesen Spagat zu meistern und gute Pflege bezahlbar zu gestalten. Dabei spielen, neben dem Engagement der Mitarbeitenden, natürlich Zuschüsse der Gemeinde, etwa zum offenen Mittagstisch ebenso eine Rolle wie die Verträge, die die Diakonie mit der WIBS als Vermieter schließt. Martin Mändl als einer der Verwaltungsräte der WIBS sicherte hier gerne seine weitere Unterstützung zu.

Ein weiterer großer Punkt ist die Betreuung von Krippen – und Hortkindern im Sternenkinderhaus. Entstanden zu einer Zeit, als Krippenplätze in Wendelstein unbekannt waren, erleichtert die Krippe auch heute noch die Vereinbarkeit von Beruf- und Familie für Eltern. Die Auslastung zeigt, dass der Bedarf nach wie vor besteht.

Die Situation des neben der Grundschule Wendelstein gelegenen Hortes ist ein wenig schwieriger. Hier gibt es aktuell freie Plätze. Die Diakonie arbeitet hier bereits daran, durch mehr Flexibilität den Bedürfnissen und Wünschen der Eltern noch besser zu entsprechen.

Festzuhalten bleibt, dass die Einrichtungen der Diakonie mit etwa 140 Mitarbeitenden einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass sich ältere Menschen in Wendelstein zuhause fühlen können und Eltern ihre Kinder sinnvoll betreut wissen.

Weil wir hier leben.

Wendelsteiner wieder auf der grünen Kreistagsliste

Landkreis Roth. Die Grünen haben am 27.09.2025 ihre Kreistagsliste aufgestellt - und was bedeutet das für Wendelstein?

Die Grünen im Landkreis Roth haben ihre Liste für die Kreistagswahl im nächsten Jahr aufgestellt. Damit steht fest, welche 60 Menschen für die Grünen um die Sitze im Kreistag ins Rennen gehen. 60 deshalb, weil der Kreistag genauso viele Sitze hat. Würden also alle Wähler grün wählen, würden diese Menschen alle im Kreistag sitzen – das wird nicht passieren.

Für Wendelstein ist der Kreistag wichtig, weil dort, im Gremium des Landkreises, viele Entscheidungen getroffen werden, die die Gemeinde Wendelstein direkt betreffen- und zwar über die Parteigrenzen hinweg. Dort wird beispielsweise entschieden, wie oft welche Busse fahren, welche Straßen oder Radwege gebaut und wieviel in das Wendelsteiner Gymnasium oder in die Kreissportanlage investiert wird.

Angeführt wird die grüne Liste auf Platz 1 von der Wendelsteiner Bürgermeisterkandidatin Carolin Töllner, die bereits einen Sitz im Kreistag hat und dort erfolgreich Wendelsteiner Interessen vertritt. Auf Platz 20 tritt der bisherige Fraktionssprecher aus dem Wendelsteiner Marktgemeinderat Martin Mändl an. Weitere Wendelsteiner folgen auf den Plätzen 21, 28, 35, 39, 48 und 49 sowie einem der Ersatzplätze.

Bei den anderen Parteien wird es ähnlich aussehen. Auf den Listen finden sich an unterschiedlicher Stelle engagierte Mitbürgerinnen aus Wendelstein. Wer sich also mehr Wendelsteiner Einfluss im Landkreis Roth wünscht, kann gezielt Wendelsteiner Vertreter „nach oben“ wählen – auch aus den Listen verschiedener Parteien. Das funktioniert bei Kommunalwahlen ganz einfach, indem man, anstatt die Liste anzukreuzen, einzelne Personen direkt ankreuzt oder eine 2 bzw. 3 vor deren Namen schreibt, dass bringt dann mehrfach Stimmen.

Wir Wähler haben es also in der Hand zu bestimmen, wieviel Einfluss Wendelstein im Landkreis hat. Das Motto sollte sein: Wendelsteiner wählen Wendelsteiner!

Weil wir hier leben.

Unsere Liste für die Gemeinderatswahl steht!

1 Carolin Töllner
2 ./.
3 Boris Czerwenka
4 ./.
5 Barbara Dorfner
6 ./.
7 Martin Mändl
8 ./.
9 Sylvia Schmidt
10 ./.
11 Horst Holzmann
12 ./.
13 Selina Rundel
14 ./.
15 Stefan Pieger
16 ./.
17 Dagmar Gouverneur
18 Thomas Brandl
19 Anna-Lena Ganster
20 Sebastian Dietrich
21 Doris Gutknecht
22 Florian Stoevesandt
23 Chris Czerwenka
24 Marcel Helbig

 

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (September 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.

11. September Bau-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss

Am 11. September 2025 tagte der Bau-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss

Zu Beginn berichtete die Verwaltung, dass in Wendelstein die Umrüstung und Ertüchtigung der Sirenen voranschreitet. Über diese modernen Anlagen können Informationen an die Bevölkerung übermittelt werden. Deswegen ist an den neuen Standorten sowohl ein Elektro- als auch ein Glasfaseranschluss notwendig. Drei Masten wurden nun neu als Ersatz für Dachanlagen gestellt.

Mitglieder des Heimatvereins erläuterten im Anschluss ihr aktuelles Projekt: Eine Backstube mit Toilette soll auf dem Gelände des historischen Backofens an der Zanderstrasse errichtet werden. Derzeit wird der Brotteig im Heimathaus gerührt und vorbereitet. Das Backgut muss dann recht aufwändig bis zum Backofen transportiert werden. Das neue Gebäude soll die Zubereitung komfortabler und anschaulicher machen- beispielsweise bei Veranstaltungen wie dem Schulbacken mit Grundschülern oder dem alljährlichen Backofenfest im September. Spenden zur Umsetzung nimmt der Verein gerne entgegen.

Bei den Tagesordnungspunkten ging es hauptsächlich um die Frage, inwieweit von der Stellplatzsatzung abgewichen werden kann oder ob Parkplätze abgelöst werden dürfen. Während die meisten Gemeinderäte darauf drängen, dass alle notwendigen Stellplätze stets auf den Grundstücken nachgewiesen werden müssen, spricht sich Bauausschussmitglied Carolin Töllner immer wieder für eine Ablöse aus. Kann aus Platzgründen die notwendige Anzahl an Stellplätzen nicht nachgewiesen werden, so hat die Gemeinde in ihrer Satzung geregelt, dass diese mit einem festgesetzten Betrag „abgelöst“ werden kann. Derzeit sind das 6.000,-€, zum 01.10. 2025 erhöht sich die Summe auf 8.000,-€ . „Diesen Ablösebetrag kann die Gemeinde dann dazu verwenden, bestehende Parkplätze instand zuhalten oder zu modernisieren, beispielsweise mit Elektroladestationen zu versehen, Radverkehrsanlagen zu bauen oder in den ÖPNV zu investieren- alles sinnvolle Ausgaben, die den ruhenden Verkehr entlasten“, so Carolin Töllner.

Unter dem TOP Sonstiges bat sie die Verwaltung, auch dieses Jahr wieder die gemeindlichen Obstbäume mit gelben Schleifen zu versehen. Obst von Bäumen mit diesem Kennzeichen darf von allen Bürgern probiert und auch geerntet werden. 

Parking Day in Wendelstein eine Veranstaltung am 19. September

Der Parking Day ist ein seit 2005 international jährlich begangener Aktionstag zur Re-Urbanisierung von Innenstädten. In Wendelstein wurden einige Parkplätze im Altort zu Ruheflächen und einem Kinderspielplatz umfunktioniert. Ziel des Parking Days ist eine gerechtere Verteilung des öffentlichen Raumes. Das Ergebnis hat gezeigt, dass der Parkdruck nicht größer geworden ist, Erwachsene und Kinder sich im öffentlichen Raum aufhalten können und etliche Teilnehmer sich bei den Geschäften im Altort versorgt haben.

Weil wir hier leben.

Wenn jede Sekunde zählt – AED als Lebensretter in Wendelstein

Stellen Sie sich vor: Es ist ein sonniger Sonntagvormittag im Altort von Wendelstein. Auf dem Weg zum Bäcker bricht ein Mensch plötzlich direkt vor ihnen zusammen - Bewusstlos, keine Atmung. Sie und andere Passanten eilen herbei – jetzt zählt jede Minute!

Jemand wählt sofort den Notruf 112, ein anderer beginnt mit der Herzdruckmassage. Sie haben gehört, dass im Foyer der Raiffeisenbank, gleich um die Ecke, ein AED hängt – ein Defibrillator. Sie eilen hin und finden den AED auf Kopfhöhe in einem weißen Kasten.

Schnell geholt, eingeschaltet – und schon erklärt das Gerät mit klarer Stimme die nächsten Schritte. Während jemand weiter auf den Brustkorb drückt, führt Sie der AED durch die lebensrettenden Maßnahmen.

Als der Rettungsdienst wenig später eintrifft, übernimmt das eingespielte Team und bringt den Patienten in eine Klinik. Dort stabilisieren die Ärzte seinen Zustand – und einige Tage später kann er wieder aufstehen. Dank der schnellen Wiederbelebung durch die Passanten und des rechtzeitigen Einsatzes des AED hat er die nötige Zeit gewonnen, bis die Profis vor Ort waren. Heute gilt er als vollständig genesen.

Was ist ein AED?
AED bedeutet „Automatisierter Externer Defibrillator“. Diese Geräte sind speziell für Laien entwickelt. Sie erkennen, ob das Herz einen gefährlichen Rhythmus hat, und geben – wenn nötig – einen Stromstoß ab, um den normalen Herzschlag wiederherzustellen.

Wie funktioniert er?

  • AED einschalten (Knopf drücken oder Deckel öffnen).
  • Den Anweisungen folgen – das Gerät spricht mit Ihnen.
  • Elektroden (Klebe-Pads) auf die Brust des Betroffenen kleben.
  • Falls ein Schock nötig ist, fordert das Gerät Sie zum Drücken des Knopfes auf.
  • Ganz wichtig: Zwischen den Schocks weiter die Herzdruckmassage fortsetzen, bis der Rettungsdienst übernimmt.

Hätten Sie spontan gewusst, wo AEDs in Wendelstein hängen?
Manche Standorte sind nur während der Öffnungszeiten zugänglich. 

  • Gymnasium Wendelstein, in der Sportveranstaltungshalle, In der Gibitzen 29
  • Raiffeisenbank, Hauptstraße 26Wenden Center, in der ersten Etage direkt am Treppenaufgang, Richtwiese 4
  • Hans-Seufert-Halle, im Foyer, Am Schießhaus 4
  • An den Feuerwehrhäusern in Neuses, Röthenbach, Sorg und Sperberslohe
  • Im Buswartehäuschen in Raubersried
  • TSV Wendelstein e.V., Am Schießhaus 1
  • Waldhalle Großschwarzenlohe
  • Rangauhalle Kleinschwarzenlohe
  • Schwarzachhalle Röthenbach

Keine Angst – jeder kann helfen!
Ein AED kann nichts falsch machen: Er gibt nur dann einen Schock frei, wenn es medizinisch notwendig ist. Jede Minute ohne Hilfe verringert die Überlebenschance um etwa 10 %. Bei 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen.

👉 So retten Sie Leben:

  1. Notruf 112 wählen
  2. Herzdruckmassage starten
  3. AED holen und anwenden

Mit ein wenig Mut kann jeder zum Lebensretter werden – auch hier bei uns in Wendelstein.

Weil wir hier leben.

Haushaltspolitische Klausur der Bündnisgrünen

Wendelstein – die Grüne Fraktion im Marktgemeinderat hat die Sommerpause genutzt und sich mit dem Haushalt der Gemeinde beschäftigt.

Ausgangspunkt:

Wendelstein gilt als reichste Gemeinde im Landkreis. Das ist schön, dennoch sinken die finanziellen Rücklagen der Gemeinde immer weiter. Für die Aufnahme neuer Schulden mag es im Einzelfall gute Gründe geben, am Ende tragen aber die kommenden Generationen die Lasten. Auch privat wäre schließlich niemand stolz drauf, seinen Kindern Schulden zu hinterlassen. Oder, wie der Kämmerer es ausdrückte: Aktuell steigen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Unsicher ist weiter die Entwicklung der Kreisumlage, also des Betrages, den die Gemeinde an den Landkreis abgeben muss. Carolin Töllner als Kreisrätin hatte hier signalisiert, dass aktuell nicht mit weiteren Erhöhungen zu rechnen sei, aber das mag auch nur eine Momentaufnahme sein.

Wir wünschen uns eine bessere Finanzplanung:

Aktuell plant die Gemeinde das nächste Haushaltsjahr im sogenannten Haushalt und die drei folgenden Jahre im Finanzplan. Das ist letztlich der kommunalen Haushaltsführung, der sogenannten Kameralistik geschuldet. Ein Vorstoß von Martin Mändl, hier auf kaufmännische Buchhaltung (Doppik) umzustellen, fand in der Vergangenheit keine Mehrheit. Das führt dazu, dass absehbare Bedarfe für die drei Folgejahre grob geschätzt werden und alles, was weiter in der Zukunft liegt, unbeachtet bleibt. Zudem bleiben Vermögenswerte komplett außen vor.

Bis lange waren einige notwendige Ausgaben und Projekte nicht im Finanzplan vorgesehen. Hierzu zählt beispielsweise der sogenannte Feuerwehrsbedarfsplan. Mit diesem hat der Gemeinderat beschlossen, welche notwendigen Investitionen bei Feuerwehrfahrzeugen und Feuerwehrhäusern auf uns zukommen. Das Feuerwehrhaus in Wendelstein wird die Gemeinde neu bauen müssen. Das ist bislang in der Finanzplanung nicht wirklich berücksichtigt - es könnte ja schließlich länger als drei Jahre dauern, bis es los geht. Ähnlich ist es mit dem Sanierungsbedarf der Schwarzach- oder der Rangauhalle. Jeder ahnt, was hier investiert werden muss, in der Finanzplanung ist es nicht berücksichtigt. Ein weiterer Punkt ist, dass viele Gemeindestraßen sanierungsbedürftig sind. Wir grünen Gemeinderäte wünschen uns eine Liste, die den ausgewiesenen Bedarf aufzeigt, eine Priorisierung und eine Verteilung über die nächsten Jahre.

Zusätzlich wird immer deutlicher, dass wir Projekte ganzheitlich betrachten müssen. So baut die Gemeinde als Ersatz für die Waldhalle in Großschwarzenlohe zwei neue Hallen. Während die Baukosten für die Hallen Thema im Rat waren, wurde über die steigenden Unterhaltskosten erst nach Baubeginn und auf unsere Initiative hin, gesprochen. Als Grüne sind wir davon überzeugt, dass ein Projekt nur ganzheitlich, also über seine gesamte Lebensdauer hinweg, in seiner Wirtschaftlich- und Nachhaltigkeit betrachtet werden kann. Ein konventionelles Betongebäude mag in der Errichtung günstiger sein als ein Holzbau, spätestens bei der Lebenszyklusbetrachtung der Kosten zeigt sich meist der Vorteil der Holzbauweise.

Wir wünschen uns die Weiterentwicklung des CO2 Minderungsprogramms der Gemeinde

Der Sommer 2025 hat gezeigt, wie sich Hitze auf versiegelte Flächen auswirkt und gleichzeitig, was Starkregenereignisse mittlerweile auslösen. Die Großschwarzenloher in der Nähe der Waldhallen haben mehr als einmal ihre Keller vom Wasser befreit. Die Lösung, da sind sich alle Fachleute einig, liegt in mehr Grün im Ort für mehr Klimaausgleich und in weniger versiegelten Flächen, um den Starkregen abzuleiten. Nach dem Motto: „Fördern statt Fordern“ wollen wir hier Anreize setzen, um klimaorientiertes Verhalten zu fördern – so Carolin Töllner.

Wir wünschen uns Prioritäten, die den Bürgern zugutekommen

Statt einen neuen Parkplatz in der Hohenwartstraße für einzelne zu planen, wollen wir uns am Bedarf aller Bürger orientieren. Der Neubau des Kindergartens in Röthenbach liegt schon viel zu lange auf verschiedenen Schreibtischen. Was es braucht, sind Investitionen für die Bürger statt für die Autos.

Wir wünschen uns Fokussierung auf das Notwendige

Wir wünschen uns einen sparsamen Umgang mit öffentlichen Geldern – schließlich ist es nicht das Geld des Rates, sondern das der Bürger. Angesichts knapper Kassen sind Luxuslösungen wie die Doppelhalle in Großschwarzenlohe der falsche Weg. Boris Czerwenka fasste den Punkt mit „Ich brauch keinen Porsche, ein Volkswagen tut es auch“ zusammen. „Vor allem, wenn mit dem Geld der Bürger bezahlt wird“, ergänzte Martin Mändl.

Weil wir hier leben.

Öffentlicher Raum für Alle! Wendelstein – Menschen sitzen um den Brunnen, Picknicken und unterhalten sich – was soll das?

Worum geht es bei der Aktion?

Wir setzen uns ein für einen belebten Altort. Wendelstein ist der Ort, in dem wir leben. Dazu gehört auch der öffentliche Raum, in diesem Fall der Brunnen inmitten von Wendelsteins Altort. Die Straßen und Plätze gehören nicht nur den Autofahrern, sondern auch den Fußgängern, Radfahrenden, Sitzenden, Plaudernden.

Wir wünschen uns Orte in Wendelstein, an denen sich Bürger ohne Konsumzwang aufhalten können - um miteinander reden, diskutieren und genießen zu dürfen. Dafür nutzen wir den öffentlichen Raum um den Brunnen im Altort. Auch in Kleinschwarzenlohe entsteht im Mesnerhaus ganz allmählich ein Bürgertreff mit einem ganz anderen Konzept, aber auch mit dem Ziel, die Bürger wieder zusammen zu bringen. Darüber hinaus sind die Jägerseen ein Ort, an dem sich Bürger ohne Konsumzwang aufhalten können – und Dank der Initiative von Carolin Töllner und Martin Mändl wissen wir auch, dass aus der ehemaligen MUNA keine Giftstoffe in die Seen wandern.

Sozusagen Aufenthaltsqualität in Wendelstein.

Ist das legal?

Ja. Solange keine Banner oder ähnliches die Veranstaltung zur Demonstration macht. Und natürlich, solange niemand gestört wird.

Wer kann mitmachen?

Jeder. Wir treffen uns spontan, bei schönem Wetter, zum Verweilen, Plaudern und Genießen.

Kann das jeder machen?

Ja. Es bedarf weder einer Anmeldung, noch einer Absprache mit wem auch immer.

Was kommt als nächstes?

Am Freitag, den 19. September, ist internationaler Park(ing) Day, ein Aktionstag zur Re-Urbanisierung von Innenstädten. Wir nutzen den Tag um ab 15:00 einzelne Parkplätze in Wendelstein zu Aufenthaltsflächen umzufunktionieren, natürlich mit Genehmigung der Behörde. Gerne sind Alle eingeladen mitzumachen und den öffentlichen Raum zu nutzen.

Norbert Hoff als Sprecher der Bürgerinitiative lebenswertes Röthenbach steht im Interview Rede und Antwort

Was macht die Bürgerinitiative lebenswertes Röthenbach?

Wir haben uns das Ziel gesetzt, Röthenbach noch lebenswerter zu machen, für uns, und für unsere Kinder. Eines unserer ersten Ziele war es, den Kindergarten in Röthenbach an der bisherigen Stelle zu erhalten bzw. dort neu zu bauen. Dabei geht es einerseits um den Umweltaspekt. Wir wünschen uns, dass der Kindergarten weiterhin fußläufig erreichbar ist und im Zentrum des Ortes bleibt. Das reduziert den Bringeverkehr.

Wir wünschen uns wie bisher eine Bündelung von Kindergarten, Krippe, Grundschule, Hort und Turnhalle (für Kinderturnen etc.) an einem Ort. Gerade für Eltern mit mehr als einem Kind ist das sehr hilfreich. Die Bildungsgemeinschaft unter Einbindung der christlichen Kirche empfinden wir als sinnvoll. Auch fürchten wir, dass ein Neubau des Kindergartens an anderer Stelle mit erheblichen Rodungen von Wald und weiterer Flächenversiegelung einhergehen würde.

Ein weiteres Projekt war der Erhalt der Röthenbacher Kirchweih, an dem wir uns beteiligten. Im letzten Jahr ist es allen Beteiligten gelungen, die Kirchweih organisatorisch neu aufzustellen. Besonderer Dank gilt hier Herrn Pfarrer Lehnemann. Wir werden uns auch weiter tatkräftig zusammen mit anderen Gruppen und Vereinen engagieren, um die Tradition der Röthenbacher Kirchweih fortzuführen.

Ein drittes Ziel, das wir langfristig im Auge habe, ist ein Dorfladen in Röthenbach. Aktuell gibt es immer noch keine Einkaufsmöglichkeit für Waren des täglichen Bedarfs, selbst ein Bäcker fehlt. Hier suchen wir immer wieder nach sinnvollen Lösungen, was sich allerdings als sehr schwierig gestaltet.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, sich in einer BI zu engagieren?

Los ging es mit dem Thema Kindergarten. Als ich vor 15 Jahren nach Röthenbach gezogen bin, war eines der Argumente die gute Infrastruktur für junge Familien. In der Folge führte ein Thema zum anderen. Aus den Gesprächen mit den Nachbarn im Hort haben sich immer wieder Wünsche entwickelt, die wir versuchen umzusetzen.

Ich möchte mich eben nicht nur beschweren, sondern mit den Leuten in Dialog treten. Mein Wunsch ist es, Lebensqualität im Ort zu erhalten und zu steigern. Röthenbach ist attraktiv, und das soll so bleiben.

Wir finden, die Bürger haben ein Mitspracherecht, zum Beispiel bei der Frage, wo der Kindergarten sein soll.
elchen Mehrwert haben die Bürger Wendelsteins durch Ihre Arbeit?

Wir sind nicht gegen etwas, wir sind für etwas. Wir wollen Röthenbach besser, lebenswerter machen.

Ich bin überzeugt, dass die Arbeit der BI dazu beiträgt.

Was planen Sie für die Zukunft?

Wir wollen bezüglich des Kindergarten-Neubaus in Röthenbach nochmals an den Gemeinderat herantreten. Einer der Gründe dafür ist, dass die Frage, ob ein fünfgruppiger Kindergarten überhaupt nötig ist, aus unserer Sicht nicht beantwortet ist. Dies war seitens einiger Gemeinderäte ein Argument gegen einen Neubau auf dem alten Standort im Ortskern, weil er etwas mehr planerische Kreativität für die Umsetzung von 5 Betreuungsgruppen erfordert hätte. Vor einiger Zeit berichtete das Schwabacher Tagblatt jedoch über die Entwicklung der Kindergartenkinderzahlen im Landkreis Roth und Schwabach. Dort wurde von Schließungen einzelner Kindergärten, bzw. Gruppen in Kindergärten berichtet. Demnach würde in Röthenbach vielleicht doch ein viergruppiger Kindergarten, der auch besser auf den alten, bereits vorhandenen Standort passt, ausreichen. Ganz ohne Kindergarten würde Röthenbach ein wichtiger Punkt in der Infrastruktur für junge Familien fehlen.

Was wünschen Sie sich von der Wendelsteiner Verwaltung und den Marktgemeinderäten?

Wichtig ist für uns offene Kommunikation, wir wollen weiterhin im Dialog bleiben. Schön finden wir, dass angekommen ist, dass wir für etwas sind und keine Gegner.

Freuen würden wir uns, wenn sich beim Kindergarten endlich etwas bewegen würde. Wir wünschen uns, dass es voran geht. Dass zeitnah der nächste Schritt gegangen wird, statt abzuwarten und dann unter Zeitdruck Fakten zu schaffen.

Vielen Dank an Norbert Hoff, dass Sie meine Fragen so offen beantwortet haben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Juli 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.

17. Juni 2025 Haupt- und Finanzausschuss (HFA), 24. Juli Marktgemeinderat, 31. Juli Kulturausschuss, 8. August 2025 Bau-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss (BUNA)

Am 17. Juli 2025 tagte der HFA

Zu Beginn berichtete der Kämmerer über den bisherigen Haushaltsvollzug, also die Entwicklung der Gemeindefinanzen im Verhältnis zum Haushaltsplan für das Jahr 2025. Diese entwickeln sich im Wesentlichen wie erwartet. Die Gewerbesteuereinnahmen sind ein wenig über dem, was der Rat angenommen hatte. Bemerkenswert ist, dass große Verschiebungen zwischen den Zahlern erfolgen. Das kommt daher, dass die Gewerbesteuer (auch) gewinnabhängig ist. Die Mischung verschiedener Branchen in Wendelstein sorgt also erneut für Stabilität. Die Grundsteuereinnahmen sind geringfügig über dem Ansatz. Das bedeutet vor allem, dass der Gemeinderat sein Ziel, die Grundsteuerreform aufkommensneutral umzusetzen, erreicht hat, auch wenn Einzelne mehr oder auch weniger bezahlen müssen.

Danach stand das Thema „Beratung und Beschlussfassung über die Festsetzung des kalkulatorischen Zinssatzes (§ 12 KommHV-K) für die kostenrechnenden Einrichtungen des Marktes Wendelstein“ auf der Tagesordnung. Ein sperriger Begriff, dabei geht es darum, wie die Gebühren etwa für Abwasserbeseitigung oder die Friedhofsnutzung berechnet werden. Am Ende entschied der Rat, den Zinssatz beizubehalten, um die Bürger nicht weiter zu belasten und gleichzeitig der Haushaltslage Rechnung zu tragen.

Am 24. Juli tagte der Marktgemeinderat

Unter dem Tagesordnungspunkt Berichte hob der Bürgermeister auf Antrag der Grünen die Nichtöffentlichkeit für den in der letzten Sitzung behandelten Punkt „Fahrradstraßen“ auf. Aus dem von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Verkehrskonzept hatte sich der Vorschlag, eine oder mehrere Fahrradstraßen einzurichten, ergeben. Besonders gewünscht hatten sich viele Bürger eine solche im Allerheiligenweg, insbesondere vor der Grundschule. Am Ende wurde der Vorschlag mit 11 zu 11 Stimmen, im Wesentlichen von der CSU, SPD und FDP abgelehnt.

In der Folge wurde der Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt. Aus diesem ist zu entnehmen, was aus Sicht eines Fachbüros an Ausstattung für die Feuerwehren notwendig ist. Bemerkenswert war, dass die verschiedenen Feuerwehren im Gemeindegebiet über Fahrzeuge verfügen, die 30 Jahre oder älter sind, während der Fachmann auf eine Nutzungsdauer von möglichst nicht über 25 Jahre hinwies. Neben der Notwendigkeit von Ersatzbeschaffungen wird auch den Bedarf gesehen, zusätzliche Fahrzeuge zu erwerben. Problematisch sei die bauliche Situation in den meisten Wachen, auch hier besteht mittelfristig Handlungsbedarf.

Als weiteren Punkt fasste der Kämmerer die Haushaltssituation mit den Worten „die Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen“ zusammen. Im Jahr 2024 hat die Gemeinde 4,9 Mio EURO aus den Rücklagen entnommen, also Erspartes ausgegeben.

Zum Sachstand der geplanten Skateranlage führte der Bürgermeister auf Nachfrage aus, dass das Lärmschutzgutachten nun vorliegt und die Planungen weitergeführt werden.

Am 31. Juli tagte der Kulturausschuss

Die Verwaltung berichtete, dass jedes Jahr 2 Spielplätze in der Gemeinde überarbeitet werden. Aktuell wurde in der Farnstraße ein Sonnensegel über dem Sandkasten gespannt und die Spielplatzsanierung in Platanenstraße mit Klettergerät und neuer Wippe abgeschlossen. Um die Ordnung auf den Kinderspielplätzen im Bereich der Sandkästen zu erreichen, beschloss der Ausschuss einstimmig 10 Spielzeugkisten ohne Deckel aus Holz für Sandspielzeug anzuschaffen. Es ist geplant die Holzkisten, durch das Kinder- und Jugendbüro oder andere Kindergruppen, farbig gestalten zu lassen.

Am 8. August tagte der BUNA

Auf der Tagesordnung standen nur sehr wenige Punkte. Im Gewerbegebiet Wendelstein möchte ein Bauherr an einem Bestandswohnhaus eine Terrassenüberdachung und einen überdachten Essplatz anbringen sowie ein weiteres Gebäude auf dem Gelände abbrechen und als Wohnhaus mit Garage neu errichten. Parallel dazu sollen noch Lagerschuppen im Außenbereich abgerissen und erneuert werden. Schwierig bei diesem Bauvorhaben ist, dass seitens der Bauherrschaft schon vollendete Tatsachen geschaffen wurden.

Die beantragten Punkte sind alle schon baulich umgesetzt und sollen in Nachgang genehmigt werden. Wir Grünen setzen uns dafür ein, dass das Gewerbegebiet ein Gewerbegebiet bleibt und nicht zu Wohnzwecken dient. Ebenso sehen wir nicht die Notwendigkeit an dieser Stelle in den Außenbereich zu bauen. Die Mehrheit sah das leider anders.

VdK Wendelstein mit Bürgermeisterkandidatin Carolin Töllner auf dem Sport- und Spaßfest für Menschen mit Handicap im Landkreis Roth

Roth - am 26.07.2025 war es wieder so weit: das Landratsamt Roth hatte zum Sport- und Spaßfest für Menschen mit Handicap geladen.

Organisiert vom Landratsamt und tatkräftig unterstützt von Soldaten der Bundeswehr aus der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth fand zum wiederholten Mal das Fest statt, bei dem es um Sport und Spaß für Menschen mit und ohne Handicap ging.

Mit dabei war auch eine Abordnung des VdK Wendelstein. Der VdK ist mit 2,3 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands und setzt sich unter anderem für soziale Gerechtigkeit ein. Frau Irene Jantschke, der Ortsvorsitzenden in Wendelstein war es im Gespräch mit der Bürgermeisterkandidatin in Wendelstein, Carolin Töllner, wichtig auf ihr Anliegen hinzuweisen.

Ihr geht es darum, den Vdk besser bekannt zu machen. Insbesondere die beim VdK bestehenden Sportmöglichkeiten für jüngere Menschen mit Handicap sind aus ihrer Sicht nicht bekannt genug. Vielen Menschen wüssten gar nicht, dass sich der VdK auch für die Freizeitgestaltung stark macht und vielfältige Möglichkeiten bietet. Das Sportfest war für sie ein gelungener Anlass Werbung zu machen für Sportmöglichkeiten für Menschen mit Handicap, die es auch dieser Gruppe ermöglichen, Sport zu treiben und fit zu bleiben. Zusätzlich verwies sie auf das Beratungsangebot des VdK zu sozialrechtlichen Themen.

Für die Zukunft kann sich Frau Jantschke vorstellen, dass sich alle 14 VdK-Ortsverbände im Landkreis zusammen bemühen, die betroffenen Mitglieder anzusprechen damit das nächste Jahr eine größere "junge" Gruppe bei diesem Sportfest mitmacht.

Von dem Sportfest des Landkreises waren am Ende alle begeistert. Die Teilnehmenden hatten Spaß an der eigenen Bewegung und vielleicht auch dabei, den geladenen Ehrengästen beim Versuch eines Sirtaki – Tanzes zuzusehen. Als Vertreter des Marktes Wendelstein musste zumindest ich feststellen, dass meine tänzerischen Ambitionen meine Taktfestigkeit übersteigen.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Juni 2025)

Am 26. Juni 2025 tagte der Gemeinderat

Die Verwaltung bedankte sich ausdrücklich bei über 750 Helfern. Dank ihres Engagements konnte bei dem Waldbrand nördlich von Wendelstein Schlimmeres verhindert werden. Effektiver Katastrophenschutz wird in den Zeiten des Klimawandels immer wichtiger.

Zum kommunalen Wohnungsbau "Brunnerstraße 1, 2 und 4" beschloss der Rat eine Vergaberichtlinie und legte die Mieten fest. Im Januar 2026 werden die Wohnungen voraussichtlich bezugsfertig sein. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 15. September möglich. Die Richtlinien stehen online auf der Homepage der Gemeinde. Martin Mändl (Grüne) lobte das Projekt ausdrücklich. Zum einen sei bezahlbarer Wohnraum in Wendelstein geschaffen worden, zum anderen sei es gelungen, die Mieten unter dem Mietenspiegel der Gemeinde Wendelstein festzusetzen.

Im Weiteren beschloss der Rat eine Neufassung der Stellplatzsatzung. Carolin Töllner (Grüne) wies darauf hin, dass mehr Grün auf den versiegelten Flächen notwendig sei. Deshalb hatten die Grünen beantragt, dass die ab 10 Stellplätzen notwendige Pflanzung von Bäumen auf dem Areal der Stellplätze statt irgendwo (so ist die Satzung angelegt) erfolgen muss. Ab 20 Stellplätzen wünschen sich die Grünen, ein Viertel der Stellplätze mit begrünten Carports oder Solaranlagen zu überdachen. Die Ratsmehrheit sah dafür keine Notwendigkeit. Entsprechend wiederholt die neue Satzung im Wesentlichen die Regelungen der alten.

Zusätzlich beschloss der Marktgemeinderat die Neufassung der Plakatierungsverordnung, nach der Plakate vor Wahlen nur noch auf eigens dafür aufgestellten Plakatwänden zulässig sind. Boris Czerwenka (Grüne) wies daraufhin, dass bei den bisher vorgeschlagenen Standorten für die gemeinsamen Plakatwände noch Diskussionsbedarf bestünde. Die Verwaltung sicherte zu, die möglichen Standorte nochmals zu überarbeiten.

Auf Nachfrage der Grünen teilte die Verwaltung mit, dass die Bäume der Lindenallee im Mittelweg wohl in absehbarer Zeit eingehen würden, da sie die vielfältigen Maßnahmen im Umfeld nicht überstehen würden.

Am 3. Juli tagte der Bau-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss

Zu Beginn der Sitzung appellierte der Bürgermeister an alle Bürger der Gemeinde, sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen. Grundwasser sei ein viel zu kostbares Gut, um es beispielsweise mit Rasengießen zu verschwenden.

Die Arbeiten an und unter den Gehwegen in der Wilhelm Maisel Straße wurden erfolgreich abgeschlossen. Dabei verlegten u.a. die Gemeindewerke neue Leitungen und die Bäume wurden versetzt, um nicht mehr direkt über der bestehenden Gasleitung zu stehen.

Einstimmige Zustimmung fand im Ausschuss der Antrag des SC Großschwarzenlohe zur Errichtung von zwei Freiluft-Padel-Plätzen, eines Pickelball-Platzes sowie einer Boule-Bahn.

Ein Bauantrag in der Nürnberger Straße wurde abgelehnt, weil nach der vorgelegten Planung die nötigen Parkplätze nur nachgewiesen werden können, wenn auf der Nürnberger Str. ein öffentlicher Parkplatz wegfällt. Für eine Stellplatzablöse konnten sich nur Freie Wähler und Grüne erwärmen - entsprechend wurde auch diese Möglichkeit abgelehnt.

Windkraft – ein Interview

Anna-Lena Ganster (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN) interviewte die beiden grünen Mitglieder des Verwaltungsrates der Wendelsteiner Gemeindewerke Carolin Töllner und Boris Czerwenka zum Thema Windkraft – einem Thema, das gerade hohe Wellen in Wendelstein schlägt.

A. Ganster: Warum benötigt es überhaupt Windkraft?

C. Töllner: Mit dem Ausbau der Windenergie unterstützen wir die Erzeugung günstiger Energie. Wenn das direkt in unserer Gemeinde möglich ist, dann sichern wir uns Unabhängigkeit, schützen die Umwelt und tragen aktiv zum Klimaschutz bei.

B. Czerwenka: Dass wir klimaneutral werden müssen, steht wohl außer Frage. Windenergieanlagen sind eine Säule der Umstellung weg von fossilen Energieträgern. Windkraft ist frei von CO2-Emissionen. Dabei hat Windenergie zusätzlich einen besonderen Stellenwert, da vor allem im Winter mehr Wind weht und damit Strom produziert wird, wenn der Bedarf am höchsten ist.

A. Ganster: Und warum soll es hier in Wendelstein Windkraftanlagen geben?

C. Töllner: Damit die Energiewende gelingt, müssen wir überall, wo es möglich und sinnvoll ist, Windräder errichten. Gesetzlich ist seit 2023 durch das Wind-an-Land-Gesetz vorgeschrieben, einen gewissen Prozentsatz an Fläche als Windvorranggebiet auszuweisen. Der Planungsverband Region Nürnberg hat nun unter anderem ein Gebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten als Windvorranggebiet ausgewiesen. Diese Fläche soll somit bevorzugt für den Ausbau der Windenergie zu Verfügung stehen.

B. Czerwenka: Und irgendwo müssen die Windräder ja stehen – wie gesagt wir brauchen Windkraft. Und mal ehrlich, ich persönlich lebe sehr viel lieber neben einem Windrad, als neben einem Kernkraftwerk. Ich spreche da aus Erfahrung, meine Frau hat lange in der Nähe des Kernkraftwerkes Grafenreinfeld gewohnt. Mich stören Windräder in der Landschaft nicht – im Gegenteil, ich mag Windräder. Aber das mag jeder persönlich anders sehen, aber Fakt ist: Wir brauchen Windräder!

A. Ganster: Heißt das, dass tatsächlich Windkraft nach Wendelstein kommt?

B. Czerwenka: Das ist noch nicht sicher. Wenn sich ein Betreiber findet, kann dort eine Windkraftanlage gebaut werden- wir sprechen von zwei Windrädern. Aber auch dann folgen noch vielfältige Prüfungen wie z. B. auf die Unverträglichkeiten für die Bürger sowie natürlich auch, ob es hier genug Wind gibt.

C. Töllner: Ob sich die vorgesehene Fläche rentabel bewirtschaften lässt, kann tatsächlich erst in einem nächsten Schritt geprüft werden. Und wenn sich das nicht rechnet, wird sich kein Betreiber finden, der hier investiert.

A. Ganster: Warum bemüht sich die Gemeinde jetzt schon um Flächen?

C. Töllner: Energieversorgung ist ein wichtiger Bestandteil des Gemeinwohls. Das will die Gemeinde nicht an Dritte abgeben. Wichtig ist, dass die Entscheidungsgewalt bei uns in der Kommune bleibt. Mit den Gemeindewerken haben wir den richtigen Partner vor Ort. Die Werke sind bereits an etlichen Windparks beteiligt. Wendelstein bezieht also schon Strom aus Windkraft anderer Anlagen.

Nur wenn die Gemeinde den direkten Zugriff auf die Vorrangflächen über Sicherungs- oder Pachtverträge hat, kann sie den Prozess steuern. Das gilt sowohl für den Bau, also die Art der Windräder, als auch wie die Bürger - beispielsweise über Beteiligungen - davon direkt profitieren können.

B. Czerwenka: Und sagen wir es ganz klar: Wenn die Gemeinde sich nicht darum kümmert, macht das ein großer Investor und baut dann so, wie er es mag. Noch schwieriger wird die Lage, wenn der Planungsverband nicht genügend Windvorranggebiete ausweist. Dann entfällt der sogenannte „Planungsvorbehalt“. Das bedeutet, dass Windräder dann auch außerhalb von Vorranggebieten, also überall hin gebaut werden dürfen, wenn der Standort grundsätzlich geeignet ist.

A. Ganster: Was ist mit den negativen Auswirkungen, z.B. Plastikabrieb oder Auswirkungen auf die Natur?

C. Töllner: Der Abrieb von Windkraftflügeln ist nicht wirklich ein Problem für die Umwelt oder gar die Bevölkerung, da die Mengen von Mikroplastik vernachlässigbar gering sind. Um einen Vergleich zu nennen: Der Abrieb von Auto-Reifen ist ca. 100 mal höher.

B. Czerwenka: Da sollte man lieber mal das Auto stehen lassen und unser gutes ÖPNV Angebot in Wendelstein nutzen. Das würde deutlich mehr Abrieb vermeiden.

C. Töllner: Auch bei den Auswirkungen auf die Natur sind sich Umwelt-Experten einig. An dieser Stelle sehen sie diese als gering an. Die Windräder werden so positioniert, dass möglichst wenig Beeinträchtigungen entstehen.

B. Czerwenka: Dank moderner Technik gibt es darüber hinaus Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise Fledermaus-Abschaltzeiten oder Sensoren, die Rotoren bei Vogelflug stoppen. Durchschnittlich verunglücken vier Vögel pro Jahr und Windrad— dem stehen in Ortschaften der Größe Wendelsteins jährlich etwa 15.000 Vogeltötungen durch Fenster oder durch Tiere gegenüber.

A. Ganster: Und wie sieht es mit Wasserschutzgebieten aus?

C. Töllner: Schädigungen des Grundwassers durch Windkraftanlagen sind bis dato keine bekannt. Wendelsteins Brunnen sind nicht in der Nähe des vorgesehenen Gebietes.

B. Czerwenka: Nebenbei gibt es generelle Beschränkungen im Umfeld von Wasserschutzgebieten nicht nur für Windräder, um die Wasserqualität zu sichern. Windkraft ist keine Gefahr für das Grundwasser.

A. Ganster: Müssen wir uns Sorgen um die Immobilienwerte machen?

B. Czerwenka: Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass die tatsächlichen Auswirkungen auf Immobilienwerte stark von den lokalen Gegebenheiten abhängen. Häufig hat es gar keinen Effekt, vor allem in solchen Lagen wie Wendelstein, das ja geradezu boomt.

C. Töllner: Und durch geeignete Beteiligungsmodelle wie beispielsweise eine Bürger-Genossenschaft kann die lokale Wertschöpfung sogar gesteigert werden. Die Bürger können von den Stromerlösen sogar profitieren. Windenergie ist ein echtes Bürgerbeteiligungsthema. Kommunikation ist der Schlüssel zur Akzeptanz. Ich wünsche mir, dass es zeitnah Informationsveranstaltungen zu diesem Thema gibt. Die Wendelsteiner Bevölkerung muss von Anfang an mitgenommen werden.

A. Ganster: Vielen Dank für die Antworten! Wir können also mitnehmen, dass die tatsächlichen Risiken von Windkraft gering sind und wir von den Vorteilen für Klima, Natur und Region profitieren können.

Weil wir hier leben.

Windparks als Bürgerenergiegenossenschaft?

Wendelstein – der Ortsverband der Wendelsteiner Grünen hat die Bürgerenergiewerke Offenhausen e.G. besucht.

Während in Wendelstein die Diskussionen um die Ausweisung eines Windenergievorranggebiet anhält, informieren sich die Grünen über mögliche Gestaltungsoptionen. Im Nürnberger Land liegt die kleine Gemeinde Offenhausen. Dort gibt es seit 2013 eine Genossenschaft, die insgesamt vier Windräder betreibt.

Spannend daran ist, dass die Genossenschaft die Windräder selbst betreibt. Wie der zweite Vorstand Dieter Stephan erläuterte, ging es von Anfang an darum, die Wertschöpfung und auch die Entscheidungen bei den Menschen und der Gemeinde vor Ort zu lassen und sich nicht in die Abhängigkeit von einem fremden Investor zu begeben.

Dabei ist es den Beteiligten gelungen, insgesamt 3 Mio EUR vor Ort an Eigenmitteln einzuwerben, auch die Gemeinde selbst hat in das Vorhaben investiert. Der weitere Finanzbedarf wurde mit Fremdmitteln, also Krediten gedeckt.

Finanziell funktioniert das Ganze. Innerhalb von 20 Jahren werden, so der aktuelle Stand nach mehr als der Hälfte der Laufzeit, alle Einlagen zurückgezahlt. Hinzu kommt eine Verzinsung, deren Höhe schwankt, die aber regelmäßig und meist deutlich über dem Zinssatz für Tagesgelder liegt. Die Grundstückseigentümer, deren Grundstücke betroffen sind, bekommen ebenfalls ihren Anteil. Ein wenig mehr für diejenigen, deren Grundstücke mit den Windrädern bebaut sind, die, deren Grundstücke lediglich den Schlagschatten abbekommen, erhalten etwas weniger.

Die Gemeinde profitiert mehrfach. Zum einen ist sie Genosse, also Anteilseigner und erhält ihren Anteil an der Rendite, zum anderen durch die Gemeindebeteiligung von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde nach dem EEG und schließlich durch die Gewerbesteuer, die der Betreiber vor Ort abführt.

Ökologisch sind die Windräder vielleicht nicht perfekt, die Bodenversiegelung für den Standort ist einfach da, dieser ist im Vergleich zu anderen Energiequellen jedoch eher gering. Außerdem erläuterte einer der Mühlenwärter, also der Menschen, die sich um die Windräder kümmern, dass er bislang in all den Jahren noch keinen toten Vogel vor der Anlage gefunden hat. Vor Ort konnten die Besucher tatsächlich Vögel beobachtet werden, die spielerisch die Auf- und Abwinde um die Anlage nutzten.

Eigentlich ist dies genau das Modell, das wir uns für das Windenergievorranggebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten wünschen, fasste Marktgemeinderat Martin Mändl am Ende die Erkenntnisse zusammen. Gerade in Zeiten im kleiner werdender Haushaltsspielräume lohnt es sich, in die Zukunft zu investieren und die Gemeinde an der Energiewende teilhaben zu lassen.

Weil wir hier leben.

Wendelsteiner Grüne in Sorge um die Gemeindefinanzen

Mit Sorge betrachtet die der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Marktgemeinderat die aktuelle Finanzlage.

Die mittelfristige Finanzplanung der Gemeinde sieht schon jetzt vor, dass die Rücklagen bis im Jahr 2026 auf 547.000 € zurückgeführt werden – 2023 lagen sie noch bei 11,7 Mio €. Hinzu kommen Kreditaufnahmen in Höhe von 8,7 Mio €, davon 5,8 Mio für den kommunalen Wohnungsbau in Kleinschwarzenlohe und weitere 2,9 Mio für sonstige Ausgaben. 

Und es wird nicht besser. Die Kosten der dringend notwendigen Erweiterung des neuen Röthenbacher Feuerwehrhauses wurden im November 2024 noch auf 570.000 € geschätzt. Aktuell werden die Kosten mit 773.000 € beziffert – eine Steigerung von über 30%.

Aber auch auf der Einnahmenseite zeichnen sich Probleme ab. So führt die Absenkung des Umsatzsteuersatzes für Gastrobetriebe von 19 % auf 7 % direkt dazu, dass auch der gemeindliche Anteil an der Umsatzsteuer zurück geht. Das Wahlversprechen der neuen Bundesregierung finanzieren also auch die Kommunen mit.

Hinzu kommt im Jahr 2026 die Erhöhung der Pendlerpauschale von 30 auf 38 Cent pro Kilometer. Je länger der Arbeitsweg ist, desto höher die Steuerersparnis. Diese Pauschale reduziert die Steuerlast in der Einkommenssteuer – diese fließt aber zu 15 % der jeweiligen Kommune zu. Mit anderen Worten: Durch die Erhöhung der Pendlerpauschale verringern sich die Einnahmen der Gemeinde Wendelstein. Dabei geht es nicht um die Frage, ob die Steuersenkungen sinnvoll sind oder nicht, das mag jeder für sich selbst beantworten. Das Problem ist, dass die schwarz-rote Koalition im Bund die Einnahmen der Gemeinden ohne Gegenfinanzierung kürzt – bei gleichzeitig steigenden Ausgaben.

Parallel dazu hat der Freistaat Bayern nun den Kommunen verboten, eine Verpackungssteuer zu erheben; eine Übernachtungssteuer oder Tourismusabgabe, wie wir sie aus anderen Bundesländern kennen, erlaubt der Freistaat schon seit Jahren nicht.

Für Wendelstein bedeutet das: Sinkende Einnahmen bei steigenden Ausgaben.

Aus Sicht der Grünen Fraktion gilt es nun, Wendelsteins Zukunft nachhaltig und auf guten finanziellen Fundamenten zu planen. Wir fordern eine Dringlichkeitsliste, die alle notwendigen Sanierungsprojekte umfasst. Zu berücksichtigen sind zum Beispiel der dringend notwendige Umbau des Feuerwehrhauses Wendelstein und der Rangauhalle in Kleinschwarzenlohe. Dabei ist die Frage der Finanzierung zu klären, einfach nur Schulden zu machen, geht zu Lasten der nachfolgenden Generationen.

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Mai 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.

15. Mai 2025 BUNA, 22. Mai 2025 Marktgemeinderat, 5. Juni BUNA

Am 15.Mai 2025 tagte der Bauausschuss

Am Goldweg in der Nähe des Feuerwehrhauses Großschwarzenlohe haben Nagetiere den Straßenunterbau auf Höhe des Weihers beschädigt. Daher wird dieser zeitnah repariert und die Böschung zum Weiher gesichert. Damit wird die Straße wieder befahrbar. Jedes Jahr zur Kirchweih wird diese als Ausweichstrecke beim Aufstellen des Kirchweihbaumes genutzt. In diesem Jahr soll der Sperrzeitraum der Kreisstraße möglichst kurzgehalten werden, da diese auch die Umleitung nach Schwabach aufnimmt. Deshalb wird der Kirchweihbaum in diesem Jahr wahrscheinlich mit einem Kran eingestellt.

Auf der Tagesordnung stand eine Bauvoranfrage in Großschwarzenlohe. In einer Bestandssiedlung am Raubersrieder Weg möchte ein Eigentümer ein bestehendes Einfamilienhaus mit relativ großem Gartenanteil abreißen und das Grundstück mit einem Mehrfamilienhaus mit 5 Wohneinheiten samt Tiefgarage neu bebauen. Marktgemeinderätin Töllner wies darauf hin, dass zum einen dringend Wohnraum geschaffen werden muss, zum anderen aber die geplante Bebauung doch recht intensiv ist. Inwiefern man hier Kompromisse eingehen kann, kann erst im weiteren Verfahren entschieden werden, wenn genauere Pläne vorliegen.

Im Gewerbegebiet Wendelstein wurde für ein Bestandsgebäude eine Umnutzung beantragt. Festgestellt wurde dabei, dass ein Parkplatz nicht nachgewiesen werden kann. 22 Parkplätze sind vorhanden, laut Satzung müssten es 23 sein. Der übrige Parkplatz hat auf dem Grundstück keinen Platz mehr. Der Ausschuss stimmte geschlossen einer Stellplatzablöse zu.

Am 22.Mai 2025 tagte der Gemeinderat

Hr. Dollinger, der Vorstand der Gemeindewerke, erläutert den aktuellen Sachstand zum Projekt Wärmeplanung Wendelstein Süd, also dem kommunalen Nahwärmenetz im Süden Wendelsteins. Aktuell läuft die Genehmigungsplanung. Fachingenieure erarbeiten eine genehmigungsreife Planung des Netzes. Den (potentiellen) Teilnehmern wurden die aktuellen Anschlussverträge übermittelt. Jetzt ist es für die betroffenen Bürger an der Zeit, die Entscheidung über die Teilnahme zu treffen.

Zur P53 Trasse, also der sogenannten Juratrasse als 380 kV Leitung, stellte die Verwaltung klar, dass es auch Sicht des Netzbetreibers TenneT bei der Trasse südlich von Nürnberg als Vorzugsvariante bleibt und deren Genehmigung auch im Planfeststellungsverfahren von TenneT beantragt werden wird.

In Bezug auf die ehemalige gemeindliche Mülldeponie hinter dem Fischleinsberg, wurde berichtet, dass nun weitere Untersuchungen folgen sollen. Auslöser war die Feststellung von schädlichen PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) im Grundwasser. Stefan Pieger vom Wendelsteiner Bund Naturschutz hatte zusammen mit den Grünen lange darauf gedrängt, hier tätig zu werden. Um genauere Informationen zu erhalten, sollen nun zusätzlich zur bestehenden Grundwassermessstelle zwei weitere nördlich des Müllberges installiert und zusätzliche Baggerschürfen und Kernbohrungen durchgeführt werden.

Es folgte die Präsentation zur kommunalen Wärmeplanung für den Markt Wendelstein. Dabei geht es um eine Strategie zur Wärmeerzeugung für die gesamte Gemeinde. Bemerkenswert war, dass die thermische Nutzung des Flusswassers der Schwarzach als Potential angesehen wird. Ein Beispiel für eine mögliche Umsetzung in der Folge ist das kommunale Nahwärmenetz im Süden Wendelsteins. Eine weitere Erkenntnis des Vortrags war, dass erst wenige Haushalte in Wendelstein überhaupt CO2-neutral Wärme erzeugen. So liegt z.B. die Quote der Wärmepumpen bei 1%.

Auf Rückfrage von Martin Mändl wurde mitgeteilt, dass auf Grundlage der präsentierten Ergebnisse der finale Wärmeplan für die Gemeinde ausgearbeitet wird. Die Fertigstellung ist bis zum vierten Quartal 2025 vorgesehen.

Zum Feuerwehrhaus Röthenbach führte die Verwaltung aus, dass das Problem der ungenügenden Umkleiden gelöst werden muss, dazu stellte ein externes Planungsbüro seine Entwürfe vor. Aktuell liegen die Gesamtkosten der Kostenberechnung bei etwa 773.000 EURO. Carolin Töllner wies darauf hin, dass noch im November 2024 in der Kostenschätzung die Rede von etwa 570.000 EURO war. Martin Mändl wies auf die immer schwieriger werdende Haushaltslage und die Bedarfe der anderen Wehren hin. Am Ende einigte sich der Rat darauf, die Entscheidung über das weitere Vorgehen zurückzustellen und Einsparpotentiale zu prüfen.

Die zusätzlich von ihm angefragte Ausrüstung mit Photovoltaik ist nach Aussage der Verwaltung nicht realisierbar, da der Netzbetreiber des vorgelagerten Netzes (N-ERGIE) keine Einspeisung in derartigen Mengen mehr erlaubt. Den Gemeindewerken sind hier die Hände gebunden, weil die N-ERGIE ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat und das Netz dem Bedarf angepasst hat.

Am 05.06.2025 tagte der Bauausschuss

Seitens der Verwaltung wurde berichtet, dass die Bohrungen für die Geothermie für die Waldhallen beginnen.

Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Entscheidung über den Erlass einer neuen Garagen- und Stellplatzsatzung. Zum 01.10.2025 wird in Bayern die Regelung der Stellplatzpflicht den Gemeinden überlassen. Das bedeutet, dass die staatliche Verpflichtung zur Errichtung von Stellplätzen ersatzlos entfällt. Kommunen können jedoch selbst eine solche anordnen. Die Gemeinde Wendelstein hält das für notwendig. Über die Anzahl der notwendigen Stellplätze sowie über deren Gestaltung wurde in der Sitzung teils kontrovers diskutiert. Einig war man sich am Ende über Größe und Anzahl, während man sich auf die Höhe der Ablöse nicht wirklich verständigen konnte. Die Gemeinde kann entscheiden, dass, wenn ein Antragsteller die geforderte Anzahl an Stellplätzen nicht auf dem eigenen Grundstück errichten kann, eine Ausgleichszahlung dafür gezahlt werden muss.

Neu ist, dass in die Satzung auch nachzuweisende Stellplätze für Fahrräder aufgenommen werden. Dass wir in Zukunft auf mehr Beschattung bei größeren Parkplatzflächen achten müssen, war insbesondere Ausschussmitglied Carolin Töllner ein Anliegen. Durch die zunehmende Erhitzung von versiegelten Flächen müssen wir unbedingt darauf achten, dass ein gewisser Anteil an Parkplätzen mit Bäumen oder anderen Beschattungsmöglichkeiten wie z.B. Pergolen oder Solaranlagen ausgestattet wird, so ihre Meinung. Dem Ausschuss war dieses Argument leider kein Anliegen. So werden wir Grünen auch im Gemeinderat, der diese Satzung beschließen muss, uns weiter dafür einzusetzen, dass mehr Grün auf Parkplätzen per Satzung gefordert wird.

Ein weiterer Top war die Entscheidung über die Erweiterung des Rufbusangebotes Nr. 601.1 „Sperberslohe- Langwasser Mitte“ um Haltestellen im Ortsteil Wendelstein. Derzeit gibt es diese Linie nur ohne Zwischenstopp. Die Wortbeiträge von Boris Czerwenka und Carolin Töllner waren eindeutig: Wichtig ist eine Anbindung von Sperberslohe an den Hauptort Wendelstein, damit man ggf. auch hier in andere Buslinien umsteigen kann bzw. nicht erst nach Langwasser fahren muss, um dann wieder nach Wendelstein hinausfahren zu müssen. Der Ausschuss stimmte dann einstimmig dafür, weitere Haltestellen in Wendelstein anzubieten. Die entstehenden Mehrkosten trägt die Gemeinde als freiwillige Leistung.

Weil wir hier leben.

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN – OV Wendelstein: Jahreshauptversammlung 2025

Am Dienstag, 13.05.2025, fand im „Küblerhof“ Röthenbach b. St./W. die 13. Jahreshauptversammlung seit Wiedergründung des Ortsverbandes von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN statt.

Wahlen standen in diesem Jahr keine an. Der aktuelle Vorstand bleibt noch bis 2026 im Amt. Barbara Dorfner und Boris Czerwenka stehen dem Ortsverband weiterhin als Sprecher*innen vor. Christina Czerwenka verwaltet in gewohnt kompetenter Weise als Kassiererin die Kasse. Die Schriftführung obliegt weiterhin Horst Holzmann. Den Vorstand komplettieren als Beisitzer*innen Carolin Töllner und Raimund Dachauer.

Und so war dann das zentrale Thema des Abends auch der Jahresbericht der Sprecher*innen Barbara Dorfner und Boris Czerwenka. Der Bericht zeigt, dass sich die GRÜNEN in Wendelstein weiterhin konsequent für die Interessen der Bürger einsetzen, um ein lebenswerteres Wendelstein zu gestalten.

Barbara Dorfner berichtete zunächst von dem unfassbaren Mitgliederboom im grünen Ortsverband nach dem Aus der Ampelregierung im Jahr 2024, der auch weiterhin anhält. So konnte der Ortsverband seit Anfang 2024 seine Mitgliederzahl verdoppeln. Diese Entwicklung sah man auch an den vielen neuen Gesichtern in der Jahreshauptversammlung.

Im Gemeinderat arbeiteten die GRÜNEN mit Ihren vier Gemeinderäten Carolin Töllner, Elvira Kühnlein, Martin Mändl und Boris Czerwenka wie immer konstruktiv mit. Ein zentrales Thema ist das Verkehrsentwicklungskonzept der Gemeinde. Die Grünen begrüßen ausdrücklich die Beruhigung des Altortes. Aber das Konzept enthält nicht nur Maßnahmen für den Altort Wendelstein sondern auch zur Verbesserung der Situation in der gesamten Gemeinde – vor allem für Fußgänger, Radfahrer und für den ÖPNV. Diese gilt es jetzt nach und nach umzusetzen. Dafür werden die Grünen sich einsetzen.

Ein weiteres Thema ist die Umsetzung der Wärmewende in Wendelstein, welches die Grünen aktiv begleiten. Die Gemeindewerke planen beispielsweise das Nahwärmenetz Süd. Es bietet einigen Haushalten eine gute Alternative zu bisherigen fossilen Lösungen. In 2024 wurde auch die Kommunale Wärmeplanung für Wendelstein beauftragt, deren Ergebnis inzwischen vorliegt. Das Gutachten zeigt einerseits, dass noch sehr wenige Haushalte in Wendelstein Wärme CO2-neutral erzeugen und andererseits, dass sich längst nicht in allen Gebieten Nahwärmenetze realisieren lassen. Umso größerer Bedeutung kommt dem CO2-Minderungsprogramm der Gemeinde zu, um die Bürger beim Umstieg auf CO2-freie Wärmeerzeuger (z.B. Wärmepumpen) zu unterstützen. Die Grünen werden sich für den Erhalt und die Ausweitung dieses Programmes einsetzen.

Auf den Jahresbericht folgte der Kassenbericht sowie die Entlastung des Vorstandes ohne Gegenstimmen. Der Vorstand wird auch im nächsten Jahr seine Arbeit kontinuierlich fortsetzen.

Zuletzt wurden einige Termine bekanntgegeben. Für alle Interessierten: Die GRÜNEN treffen sich regelmäßig am letzten Dienstag im Monat um 19:30 Uhr. Der jeweilige Ort sowie Termin-Abweichungen werden wie gewohnt auf der Website www.gruene-wendelstein.de bekannt gegeben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Mai 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen

30. April 2025 Marktgemeinderat

Am 30. April tagte der Marktgemeinderat

Zwar war die Sitzung öffentlich, diesmal hatten sich jedoch keine Zuschauer eingefunden. Zunächst ging es um die Erhöhung der Preise für die Mittagsbetreuung im Kinder- und Jugendbüro. Festzuhalten ist, dass das Angebot weiterhin gut angenommen wird, das zeigen die Anmeldungen für das kommende Schuljahr. Auch wenn das Konzept ein grundsätzlich anderes als das der Horte ist, werden die Preise immer wieder mit denen der Horte im Gemeindegebiet verglichen. Um hier den Abstand nicht zu groß werden zu lassen und auf gestiegene Kosten zu reagieren wurde beschlossen, die Preise moderat um 10 EUR pro Monat zu erhöhen.

Im Folgenden fasste der Rat einen Grundsatzbeschluss zur Radverkehrsförderung. Auslöser ist der Antrag der Gemeinde Wendelstein auf Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK). Voraussetzung dafür ist ein Beschluss zur Steigerung des Radverkehrsanteils um 5 % in den nächsten 5 bis 7 Jahren. In Wendelstein lieg der aktuell bei 12 % - in der letzten Haushaltsbefragung hatten also die Befragten angegeben, 12 % ihrer Fahrten innerorts mit dem Fahrrad durchzuführen. Ziel sind damit, dass 17 % dieser Fahrten mit dem Fahrrad erfolgen.

Marktgemeinderätin Töllner wies darauf hin, dass konkrete Maßnahmen zur Erreichung des Zieles in dem Beschlussvorschlag fehlen und der Grundsatzbeschluss allein die Realität nicht ändert. Auch Marktgemeinderat Mändl formulierte den Wunsch nach konkreten Schritten und verwies darauf, dass im Verkehrskonzept für Wendelstein bereits eine Reihe Vorschlägen enthalten sind.

Umwelt- und Radbeauftragte Elvira Kühnlein erklärte, dass bereits im Arbeitskreis mit den Meier Alltagsradlern beschlossen worden sei, in der nächsten gemeinsamen Sitzung der Alltagsradlern, der Verwaltung und der Umweltbeauftragen, die Punkte aus dem Verkehrskonzept zum Thema Radfahren in Wendelstein durchzusprechen.

Die neue Kleinbus Linie 615 – Wendelin II

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 hat Wendelstein ein weitere Kleinbuslinie – die Linie 615 (oft auch liebevoll Wendelin II genannt). Die Linie schließt die Lücken, die die bisherige Kleinbuslinie (606) nicht abdecken konnte.

Der Wendelin II startet in Röthenbach-Mitte und fährt dann über „In der Lach“ auf der Nürnberger Str. in Richtung Altort. Von dort geht es über die Sperbersloher Str., den Querweg und entlang der Leerstetter Str. nach Großschwarzenlohe. Dort führt die Linie dann über den Bierweg, den Raubersrieder Weg sowie die Bergstr. bis hin zur Rother Straße.

Normalerweise würde die Linie jetzt über die Erichmühle, Neuses nach Schwabach führen. Durch den Brückenbau in Neuses führt die Linie aber aktuell vom Mittelweg über Leerstetten und Schaftnach (ohne in beiden zu halten) direkt zur Haltestelle Penzendorfer Hauptstr. und folgt von dort aus der normalen Linienführung nach Schwabach.

In Schwabach werden das ORO Einkaufszentrum, der Bahnhof, die Innenstadt sowie das Krankenhaus angefahren. Somit verbindet die Linie alle wichtigen Ziele in Schwabach mit Röthenbach, Wendelstein-Altort und Großschwarzenlohe. Am Bahnhof Schwabach hat man direkten Anschluss an die S-Bahn Richtung Nürnberg Hbf.

Die neue Linie ist damit eine gute Ergänzung zur Linie 606, die Sperberslohe, Röthenbach-Nord, Wendelstein-Altort und Kleinschwarzenlohe mit Schwabach verbindet. (Leider fährt auch diese Linie derzeit den Umweg über Leerstetten).

Eine Neuerung gibt es auch auf dieser Linie: Es gibt eine neue Haltestelle am Waldfriedhof, so dass man auch per Bus diesen Friedhof erreichen kann.

Weil wir hier leben.

Was macht eigentlich ein Marktgemeinderat – die Marktgemeinderäte Boris Czerwenka und Martin Mändl im Gespräch

M. Mändl:

Wir sind jetzt beide seit 2020 im Marktgemeinderat – womit hast Du Dich in der Zeit beschäftigt?

B. Czerwenka:

Mit Vielem. Einer meiner Schwerpunkte war der Ausbau des ÖPNV. Zusammen mit Frau Rückert vom Bezirk habe ich die neue Taktung der Wendelsteiner Linien erarbeitet, die seit Dezember 2024 gilt. Wichtig war dabei, dass das Ganze für die Gemeinde bezahlbar bleibt. Vor allem auf den Linien 602/603/610 konnten Takt-Lücken geschlossen, die Taktung erhöht und die Abendstunden besser abgedeckt werden. Auch bei der Linie 678 gibt es ein paar Fahrten mehr. Zudem hat der Gemeinderat die beiden Kleinbuslinien eingeführt, die recht erfolgreich laufen.

Ein zweiter Schwerpunkt ist der Schutz der Natur und die Verhinderung von unnötiger Versiegelung. Leider konnten wir Grüne uns bei diesem Thema oft nicht durchsetzen, aber wir haben zumindest den Finger in die Wunde gelegt.

Ein dritter Schwerpunkt ist der Rechnungsprüfungsausschuss, dem ich inzwischen vorsitze. Hier ist es uns gelungen neben der eigentlichen Prüfung, einige Themen ins Bewusstsein des Rates zu bringen, so dass diese Themen dort behandelt und teilweise auch umgesetzt wurden.

Und was ist eigentlich die Aufgabe des Gemeinderates?

M. Mändl:

Als Jurist zitiere ich gerne das Gesetz: Demnach entscheidet der Marktgemeinderat alle Angelegenheiten, für die nicht die Verwaltung oder der Bürgermeister zuständig sind. In Wendelstein regelt das die Geschäftsordnung des Marktgemeinderates, die man auf der Homepage der Gemeinde auch nachlesen kann. Stark vereinfacht ist der Rat für alle Entscheidungen zuständig, die einen Betrag von 80.000,- EUR überschreiten oder von grundsätzlicher Bedeutung sind. Die Hauptaufgabe ist also die Kontrolle von Verwaltung und Bürgermeister.

Kannst Du erklären, wie man Marktgemeinderat wird?

B. Czerwenka:

Um Gemeinderat zu werden, sollte man am besten bei einer der demokratischen Parteien mitmachen – gerne auch bei uns Grünen. Die Parteien stellen dann in einer Aufstellungsversammlung Listen auf. Mit dieser Liste gehen die Parteien dann in die Kommunalwahl. Der Wähler bestimmt dann, welche Partei wie viele Sitze bekommt und wer von den Kandidaten gewählt ist. Die Personen auf der Liste, die für ihre Partei die meisten Stimmen bekommen haben, ziehen dann in den Gemeinderat ein und bilden den Gemeinderat.

Wir Grünen haben mit Carolin Töllner, Elvira Kühnlein, Martin Mändl und Boris Czerwenka insgesamt vier Sitze. Zum Fraktionsvorsitzenden haben wir Dich gewählt – was machst Du da eigentlich?

M. Mändl:

Als Fraktionssprecher organisiere ich die Fraktion, berufe Sitzungen ein, leite die Vorbesprechung der Gemeinderatssitzungen und versuche Konsens zu erzielen – meistens gelingt uns das als Fraktion auch.  Im Rat spreche ich für die Fraktion, etwa in der Haushaltsdebatte. Die jeweiligen Reden kann man auf unserer grünen Homepage, https://www.gruene-roth.de/ortsverbaende/wendelstein/, ebenso wie unsere Anträge und Vieles andere nachlesen. Im Rat sind meine Schwerpunkte Finanzen, Planungsrecht, gemeindliche Immobilien und Nachhaltigkeit.

Was meinst Du, sind unsere größten Erfolge?

B. Czerwenka:Da gibt es Einige. Den ÖPNV hatte ich ja schon erwähnt, aber auch die Beruhigung des Altortes mit Zone 20, die einstimmig beschlossen wurde, sehe ich als wirklichen Erfolg.

Des Weiteren sind PV Anlagen und begrünte Dächer bei Bebauungsplanänderungen inzwischen Standard. Bei gemeindlichen Bauten wird zudem auf klimafreundliche Heizsysteme geachtet, darauf haben wir immer wieder gedrungen.

Wir haben immer wieder versucht, Transparenz für den Bürger herzustellen – sei es in dem wir Informationen nach dem Umweltinformationsgesetz, etwa zur MUNA, angefordert haben oder in den Gemeindeblättern berichtet haben.

Und wie geht es jetzt weiter?

M. Mändl:

Im Frühherbst stellen wir die Liste für die nächste Gemeinderatswahl am 8. März 2026 zusammen und hoffen, möglichst viele Menschen zu überzeugen.

Weil wir hier leben.

Frühlingsempfang der Grünen Wendelstein: Politik zum Anfassen

Wendelstein, 5. April 2025 – Bei bestem Wetter fand im historischen Heimathaus der traditionelle Frühjahrsempfang der Wendelsteiner Grünen statt. Mit dabei waren Landtagsabgeordnete Sabine Weigand, Bundestagskandidatin Bianca Pircher, Landtagskandidat Martin Mändl, die KreisrätInnen Carolin Töllner und Wolfgang Scharpff sowie die vier grünen Wendelsteiner Marktgemeinderät*innen einschließlich der Umweltbeauftragten Elvira Kühnlein.

Carolin Töllner berichtete zur sehr positiven Mitgliederentwicklung im Wendelsteiner Ortsverband, während Martin Mändl im Gespräch mit Besucher*innen aktuelle Themen wie Windenergievorranggebiete im Landkreis erläuterte.

Die beiden Ortsverbandssprecher*innen Barbara Dorfner und Boris Czerwenka wiesen die Bedeutung des Heimathauses und des Heimatvereines für Wendelstein hin und darauf, dass der Wendelsteiner Altort immer lebenswerter wird – vor allem auch durch die Verkehrsberuhigung auf 20 km/h. Der Altort als Herz Wendelsteins soll, geht es nach den Grünen, weiter belebt werden. Ziel ist eine Ortsmitte, die zum Verweilen, zum Bummel, zum Shoppen und Genießen einlädt.

Bei Kinderprogramm und Kinderschminken, leckerem Essen und guten Gesprächen informierten sich zahlreiche Gäste über grüne Themen, vegane Rezepte und aktuelle grüne Projekte.

Toll war, dass parallel der Frühjahrströdelmarkt in Wendelstein stattfand, bei dem gebrauchte Dinge ein neues Zuhause fanden – nachhaltiges Recycling im besten Sinne.

Weil wir hier leben.
 

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (März 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen

Wendelstein – 20. Februar 2025 Marktgemeinderat, 13. Februar 2025 Haushalts- und Finanzausschuss (HFA)

Am 20. Februar 2025 tagte der Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig die Änderung der Friedhofsgebührensatzung des Marktes Wendelstein. Nachdem seit über 10 Jahren die Gebühren nicht angepasst wurden, müssen sie nun erhöht werden. Kostendeckend sind sie jedoch trotzdem nicht. Im Hinblick auf den Klimawandel bezuschusst die Gemeinde weiterhin die Friedhöfe aufgrund ihrer Bedeutung als Grünanlagen.

Die Umweltbeauftragte der Marktgemeinde Wendelstein Elvira Kühnlein (GRÜNE) lud alle Bürger*innen zur Müllsammelaktion am Samstag, den 29.3.2025, ein. Treffpunkt ist am Parkplatz des FV Wendelstein, Mozartstraße 72, um 10:00 Uhr.

Am 13. März 2025 tagte der Haushalts- und Finanzausschuss (HFA)

Diese Sitzung war vollständig nichtöffentlich, da das wesentliche Thema die Vorberatung des Haushalts der Gemeinde Wendelstein für das Jahr 2025 war.

Der Haushalt ist ein Planungswerk für alle voraussichtlichen Aufwände und Erträge sowie Aus- und Einzahlungen einer Kommune im Haushaltsjahr. Er wird jährlich fortgeschrieben und muss vom Gemeinderat beschlossen werden. Der verabschiedete Haushalt erlaubt der Verwaltung, Ausgaben bzw. Auszahlungen im genehmigten Umfang vorzunehmen. Vereinfacht gilt: was nicht im Haushalt beschlossen wurde, muss der Gemeinderat einzeln beschließen. Nachdem der Rat nicht jeden Posten einzeln beschließen kann, erfolgt dies gebündelt mit dem Haushalt.

Der Haushalt des abgelaufenen Jahres 2024 stellt sich vorläufig (abschließende Zahlen liegen noch nicht vor) wie folgt dar. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt, ein wesentlicher Indikator für öffentliche Finanzen, betrug 2024 6,2 Mio. €. Ursprünglich waren 4 Mio. € geplant; das klingt zwar gut, aber im Jahr 2023 waren es noch 10,1 Mio. €. Die Rücklagenentnahme liegt bei 5,5 Mio. €, damit sinken die Rücklagen der Gemeinde von 11,7 Mio. € auf nun 6,2 Mio. € zum Jahresbeginn 2025.

Weil wir hier leben.

Windenergievorranggebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten?

Was ist passiert?

Der Planungsverband Region Nürnberg hat bekanntgegeben, dass zwischen Wendelstein und Schwanstetten ein Windenergievorranggebiet ausgewiesen werden soll.

Was bedeutet das?

Es beginnt jetzt ein öffentliches Planungsverfahren, ähnlich dem Verfahren bei der Planung einer Autobahn. Pläne werden erstellt, diese bekannt gemacht (https://www.nuernberg.de/internet/pim/aktuellefortschreibungen.html), Stellungnahmen von Institutionen eingeholt und den Bürgern die Möglichkeit gegeben, sich mit Einwendungen einzubringen. Für Bürger endet die Frist zur Stellungnahme am 20.Mai 2025.

Warum das Ganze?

Bayern ist gesetzlich verpflichtet 1,8 Prozent der Landesfläche bis 2032 als Windenergievorrangfläche auszuweisen. Gelingt das nicht, könnte jeder Eigentümer einer Fläche im Außenbereich die Genehmigung für den Bau eines Windrades beantragen und würde sie auch erhalten. Die Ausweisung von Vorranggebieten dient dazu, Wildwuchs (sog. „Verspargelung“) zu vermeiden und sinnvolle Lösungen zu suchen.

Hätte es nicht besser geeignete Flächen gegeben?

Auf den ersten Blick: Ja. An anderen Stellen weht mehr Wind, es müssten weniger Bäume weichen. Aber viele Flächen kommen aus anderen Gründen nicht in Betracht. Der Bannwald beispielsweise, der für das ICE Werk zum Teil hätte weichen sollen, soll nicht angetastet werden. Die Politik hat quasi aus den Protesten in Feucht und Wendelstein gelernt. Eine große Rolle spielen auch die in der Otto Lilienthalkaserne stationierten Helikopter, die keine Windräder in der Nähe zulassen, oder die Möglichkeit der Anbindung der Windräder an das Straßen- und Stromnetz. Der jetzige Standort ist aus Sicht der Fachleute am besten geeignet.

Und was machen die beiden Kommunen?

Die Gemeinden Schwanstetten und Wendelstein bemühen sich, Flächensicherungsverträge mit den Grundstückseigentümern abzuschließen. Dabei geht es nicht darum, die Flächen günstig zu erwerben, sondern alle eventuell betroffenen Grundstückseigentümer dieses Voranggebietes finanziell an den möglichen Erträgen zu beteiligen und das Projekt, sollte es denn kommen, unter kommunaler Regie zu betreiben. Ziel ist es mögliche Gewinne, statt fremden Investoren, den Bürgern vor Ort zukommen zu lassen – sei es über die beiden Markt Gemeinden, die Gemeindewerke / N-ERGIE oder über eine Bürgerbeteiligung an der Anlage.

Wie geht es weiter?

Einerseits laufen die Planungen und die Beteilung der Öffentlichkeit, auch der Bürger. Parallel dazu arbeiten die Marktgemeinden Schwanstetten und Wendelstein daran, das Projekt für die Allgemeinheit nutzbar zu machen.

Und wie steht es mit dem Umweltschutz?

Eine Augenweide wären die beiden Windräder nicht. Es bedarf ausgebauter Anfahrwege, Fundamente und Leitungen durch die Natur. Themen wie PFAS (Ewigkeitsgifte), Infraschall oder Gefahren für Vögel werden diskutiert. Am Ende sprechen die besseren Argumente für das Projekt.

Regenerative Energien sind die Zukunft für uns und die nachfolgenden Generationen. Ein Festhalten an den „alten“ Energien halten selbst die großen Energieversorger nicht mehr  für sinnvoll. Atomstrom ist in Deutschland Geschichte und die Kohle Verstromung befindet sich ebenfalls in den letzten Zügen.

Weil wir hier leben.

Verkehrberuhigung im Altort

Die Grünen begrüßen die EINSTIMMIG im Gemeinderat beschlossene Zone 20 im Altort!

 

Für

  • mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer
  • weniger Lärmbelastung
  • mehr Lebensqualität
  • mehr Wendelstein

Weil wir hier leben!

 

Haushaltssitzung 2025

Rede der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein zum

Haushalt für das Jahr 2025

Sehr geehrte Bürger und Bürgerinnen,

sehr geehrte Mitarbeitende der Verwaltung,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Langhans,

sehr geehrte Damen und Herren im Marktgemeinderat,

wir sprechen heute über den Haushalt für das Jahr 2025 und den Finanzplan für die folgenden drei Jahre. Wir sprechen darüber, wofür Wendelstein künftig Geld ausgeben will. Als PolitikerInnen legen wir heute fest, in welchen Sparten wir wieviel Geld ausgeben wollen, damit es allen BürgerInnen zugutekommt.

Die Zahlen sind nicht einfach zu interpretieren, das Ergebnis des Haushalts 2024 ist besser ausgefallen als erwartet. Dafür gilt unsere Anerkennung unseren Bürgern und Bürgerinnen, die das mit Ihrem Engagement und Ihren Steuern ermöglicht haben. Respekt auch an die Verwaltung, die die Grundlagen dafür schafft.

Nicht zu übersehen ist jedoch, dass die Zahlen im Haushalt kontinuierlich schlechter werden. Waren es im Jahr 2024 noch 5,5 Millionen, die aus der Rücklage entnommen wurden, sind für das Jahr 2025 schon 5,7 Millionen geplant. Hinzu kommt eine Kreditaufnahme von 8,7 Millionen EUR, davon 5,8 Mio für den kommunalen Wohnungsbau in Kleinschwarzenlohe und weitere 2,9 Millionen für sonstige Ausgaben. Die Rücklagen der Gemeinde werden, legt man die Zahlen des Finanzplanes zu Grunde, im Jahr 2026 auf 547.000 EURO zurückgeführt sein – 2023 lagen Sie noch bei 11,7 Mio EUR.

Jetzt sind Schulden und erhöhte Ausgaben nicht per se schlecht. Wenn wir uns aber ansehen, was hinter den Zahlen steckt, dann versteht man schnell, warum wir diese Finanzplanung ablehnen. Schulden machen für Projekte, die bestenfalls „nice-to-have“ sind, ist in der heutigen Lage nicht akzeptabel.

Ein Beispiel ist der geplante Carport in der Hohenwartstraße. Hier sollen auf der grünen Wiese Parkplätze für Mitbürger geschaffen werden, die – bewusst spitz formuliert – ihre Garagen vollgerümpelt haben. Dafür stehen insgesamt 900.000€ für die Jahre 2026 und 2027 im Haushalt. Dass die Gemeinde hierfür Schulden aufnimmt, halten wir für falsch.

Nur ein bisschen mit eingeplant sind hingegen so fundamentale Dinge wie die Sanierung des Gebäudes der Feuerwehr in Wendelstein. Hier stehen lediglich 1,5 Mio EUR im Finanzplan – eine Summe, die nicht ansatzweise reichen wird.

Eine Finanzplanung, die die bekannte Realität nicht berücksichtigt, halten wir für unseriös.

Es rächt sich jetzt auch, dass wir mit den neuen Waldhallen und der Nutzbarmachung des Flaschnergebäudes zwei extrem kostspielige Projekte umsetzen, aus denen wir jetzt nicht mehr herauskommen, ohne noch mehr Geld zu verbrennen. Dass die Grünen auch wegen der Kosten die Waldhallen in der aktuell geplanten Form nicht haben wollten, ist ja ein offenes Geheimnis.

Zu den Waldhallen ist festzuhalten, dass Baukosten von 15,8 Mio EUR veranschlagt sind. Allein dadurch, dass der ursprünglich geplante Vorsteuerabzug nicht funktioniert, sind die von der Gemeinde zu tragenden Kosten um mehr als 2 Mio EUR gestiegen. Eine Anfrage der Wendelsteiner Grünen zu den aktuellen Baukosten, dem aktuellen Stand der Gegenfinanzierung und den erwarteten Betriebskosten vom 30.10.2024 wird erst heute in der Sitzung beantwortet.

Kosten für die Umsetzung des Beschlusses zur Zukunft des Geländes der alten Waldhalle sind nicht eingeplant - obwohl es einen Bürgerworkshop zur Zukunft des Geländes gab und der marode Zustand des Gebäudes Auslöser für das Projekt neue Waldhallen war.

Positiv vermerken wir die Berücksichtigung von Geldern für die Umsetzung des Verkehrskonzeptes für den Altort in Wendelstein. Hatte ich an dieser Stelle vor einem Jahr noch moniert, dass keine Gelder vorgesehen sind, hat sich das jetzt geändert.

Die Grunderwerbssteuereinnahmen sinken und wie sich die Einnahmen aus Einkommens- und Gewerbesteuer in diesen Zeiten entwickeln, kann niemand wirklich vorhersagen.

Entsprechend lassen Sie es mich ganz deutlich sagen:

Dem Haushalt 2025 stimmen wir mit Bauchgrimmen zu, da er auch viele gute Elemente wie Zuschüsse zum ÖPNV, das CO2 Minderungsprogramm oder auch die Umsetzung des Verkehrskonzeptes enthält. Und wir wollen die Verwaltung auch weiterhin arbeitsfähig halten. Aber es stehen eben auch einige Ausgaben im Plan, die uns nicht nötig erscheinen.

Dem Finanzplan für die folgenden Jahre werden wir nicht zustimmen. Trotz einiger Nachbesserungen wie beispielsweise die Bereitstellung von Mitteln für die Sanierung oder den Neubau des Feuerwehrhauses Wendelstein, zeigt der Finanzplan noch immer nicht das ganze Bild. Würde man die absehbaren Ausgaben aufnehmen, würde in 2028 ganz sicher keine Zuführung in die Rücklage erfolgen. Die Tendenz zeigt klar noch unten.

Hatten wir Ende 2023 noch 11,7 Mio in den Rücklagen bei 454.000 Schulden stehen wir laut Finanzplan 2028 bei 748.000 Rücklagen und ca. 15,1 Mio Schulden. Das werden wir nicht mittragen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

Weil wir hier leben.

Martin Mändl - Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Februar 2025)

Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen

Wendelstein – 21. Januar 2025 Informationsveranstaltung zum Verkehrsentwicklungsplan, 30. Januar 2025 Marktgemeinderat, 13. Februar 2025 Bau, Umwelt – und Nachhaltigkeitsausschuss (BUNA)

Am 21. Januar 2025 fand in der Rangauhalle in Kleinschwarzenlohe eine Informationsveranstaltung der Gemeinde zum Verkehrsentwicklungsplan statt.

Etwa 130 Bürger hatten sich eingefunden, um sich zu informieren und mit den Vertretern der Gemeinde und des Planungsbüros zu diskutieren. Festzuhalten bleibt, dass der Fokus der Überlegungen aktuell auf dem Altort liegt. Die Planer hatten angeregt, durch ein durchgängiges Tempo 20 und bauliche Veränderungen den Verkehr zu verlangsamen, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren. Der Marktgemeinderat hatte einstimmig beschlossen, diese Ideen weiter zu verfolgen. Dies sorgte für Bedenken bei vielen Bürgern, die einerseits um die Attraktivität des Altortes fürchten und anderseits den Verkehr auch anderswo in Wendelstein nicht haben wollen. Wir Grüne sind überzeugt, dass die Beliebtheit des Altortes zunimmt, wenn auch Senioren und Menschen mit Kinderwägen die Hauptstraße sicher und angstfrei überqueren können und der Altort an Aufenthaltsqualität gewinnt. Es gehe gerade nicht darum, die Durchfahrt zu sperren, sondern um eine Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmer mit und ohne PKW.

Zusätzlich kam der öffentliche Personennahverkehr zur Sprache. Hier besteht letztlich Einigkeit, dass Alternativen zum PKW bezahlbar und zuverlässig sein müssen – auch in Zeiten knapper werdender Kassen.

Am 30. Januar 2025 tagte der Marktgemeinderat

Die Verwaltung berichtete, dass eine Bürger-App geplant ist, die die Bürger mit Push-Nachrichten über Aktuelles aus dem Rathaus informieren soll.

Der Kämmerer informierte über die aktuelle Haushaltslage, also den Stand der gemeindlichen Finanzen. Der Haushalt des abgelaufenen Jahres 2024 stellt sich vorläufig wie folgt dar. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt, ein wesentlicher Indikator für öffentliche Finanzen, beträgt 6,2 Mio €. Ursprünglich waren 4 Mio € geplant; das klingt zwar gut, aber im Vorjahr waren es noch 10,1 Mio €. Die Rücklagenentnahme liegt bei 5,5 Mio €, damit sinken die Rücklagen der Gemeinde von 11,7 Mio € auf nun 6,2 Mio €.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer liegen leicht über dem Plan, also der Erwartung des Kämmerers. Dennoch nimmt die Gemeinde etwa eine Mio € weniger Gewerbesteuer ein als im Jahr 2023. Wendelstein geht es damit besser als den meisten anderen Gemeinden im Landkreis, aber wir geben derzeit mehr aus, als wir einnehmen und müssen deshalb Geld aus unseren Rücklagen entnehmen. Zusätzlich sind die Prognosen für die kommenden Jahre nicht besser und einzelne Investitionen wie beispielsweise die Sanierung oder der Neubau des Wendelsteiner Feuerwehrhauses sind in der Finanzplanung noch nicht berücksichtigt.

13. Februar 2025 tagte der Bau, Umwelt – und Nachhaltigkeitsausschuss (BUNA)

In der Sitzung ging es um drei  Bauvorhaben, zwei davon im Altort Wendelstein. Ein Bauwerber möchte ein Einfamilienhaus mit Gewerbeeinheit zu einem Mehrfamilienhaus umbauen. Sowohl die Vertreter der SPD als auch Carolin Töllner von den Grünen haben sich dafür ausgesprochen, dass insgesamt drei 3 Wohneinheiten genehmigt werden, auch wenn damit die Ablöse eines Stellplatzes verbunden ist. Mit dem Argument, dass nicht genug PKW- Stellfläche auf dem Grundstück vorhanden ist, stimmte die Mehrheit des Ausschusses nur für ein Zweifamilienhaus. Bei dem zweiten Bauvorhaben wurde über die Genehmigungsvoraussetzungen der Denkmalschutzbehörde diskutiert. Sind die vom Amt zugelassenen roten Tegalitziegel und auch eine rote PV- Anlage für das Altortensemble passend? Die Mehrheit stimmte dem zu.

Dass in der Schwarzachsiedlung in Röthenbach ein weiteres Einfamilienhaus in zweiter Baureihe, also als sog. Hinterlieger, vorstellbar sei, war dagegen ein einstimmiger Beschluss des Gremiums.  

Weil wir hier leben.

Kommunaler Haushalt: Was ist das eigentlich?

In der Gemeinde Wendestein finden gerade die sog. Haushaltsberatungen statt.

Was ist eigentlich ein kommunaler Haushalt?

Der sogenannte Haushalt ist ein Ordner voller Zahlen, deren Aufbau einem gesetzlich geregelten Schema folgt.  Er ist das Planungswerk für alle voraussichtlichen Aufwände und Erträge sowie Aus- und Einzahlungen der Kommune im Haushaltsjahr. Er wird jährlich fortgeschrieben und muss vom Gemeinderat beschlossen werden.

Und was kann ein kommunaler Haushalt?

Er ist Handlungsgrundlage für die Verwaltung: Der verabschiedete Haushalt ermächtigt die Verwaltung, Ausgaben bzw. Auszahlungen zu tätigen. Vereinfacht gilt: was nicht im Haushalt beschlossen wurde, muss der Gemeinderat einzeln beschließen. Nachdem der Rat nicht jeden Posten einzeln beschließen kann, erfolgt dies gebündelt mit dem Haushalt.

Der Haushalt informiert den Gemeinderat, die Verwaltung und alle Interessierten über alle geplanten Maßnahmen mit finanziellen Auswirkungen. Er soll Transparenz herstellen, was angesichts des Umfangs und der ungewohnten Gliederung nicht immer gelingt.

Durch den Haushalt steuert der Gemeinderat wesentliche Teile der Verwaltungstätigkeit. Der Haushalt und das mit ihm verbundene Berichtswesen ermöglichen es dem Rat wie der Öffentlichkeit, detailliert nachzuvollziehen, ob und wieweit sich die Verwaltung an die Vorgaben gehalten hat.

Und was kann man daraus ablesen?

Wieviel Geld die Gemeinde wofür ausgibt bzw. ausgeben will, z.B. wieviel Geld für ein neues Feuerwehrhaus veranschlagt ist.

Und wie geht es weiter?

Im Laufe des Jahres vergleicht die Verwaltung die Entwicklung mit dem Haushaltsplan. Ziel ist es, den Plan ein klein weniger positiver zu gestalten als die tatsächliche Entwicklung. Sind die Kosten höher als veranschlagt, muss der Gemeinderat ggf. einen sogenannten Nachtragshaushalt verabschieden. Sind die Kosten merklich niedriger oder die Einnahmen merklich höher als veranschlagt, weckt das Zweifel an der Planung.

Wie steht Wendelstein aktuell da?

Der Haushalt des abgelaufenen Jahres 2024 stellt sich vorläufig wie folgt dar.

Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt, ein wesentlicher Indikator für öffentliche Finanzen, beträgt 6,2 Mio. €. Ursprünglich waren 4 Mio. € geplant; das klingt zwar gut, aber im Vorjahr waren es noch 10,1 Mio. €. Die Rücklagenentnahme liegt bei 5,5 Mio. €, damit sinken die Rücklagen der Gemeinde von 11,7 Mio. € auf nun 6,2 Mio. €.

Der Haushalt für das Jahr 2025 wird aktuell vorbereitet und dann in öffentlicher Sitzung debattiert und verabschiedet.

Kann man den Haushalt als Bürger einsehen?

Das ist bei der Gemeindeverwaltung nach Anmeldung möglich. Für den Laien ist es jedoch schwer, ohne Sachkundige den Plan zu verstehen.

Weil wir hier leben.

Wendelstein - was ist denn der „Zweckverband zur Wasserversorgung der Schwarzachgruppe“? Christina Czerwenka steht als Mitglied der Verbandsversammlung im Interview Rede und Antwort

Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Zweckverband zur Wasserversorgung der Schwarzachgruppe?

Im Kern ist es eine Form der kommunalen Zusammenarbeit der Kommunen Wendelstein, Schwanstetten, Nürnberg sowie Schwabach. Das Gebiet folgt den geografischen Gegebenheiten, die eine gemeinsame Versorgung mit Frischwasser ermöglichen. Dabei geht um Gewinnung, Aufbereitung, Förderung, Speicherung und Verteilung von Trinkwasser.

Was macht denn die Verbandsversammlung und was sind Ihre Aufgaben als Mitglied der Verbandsversammlung?

Die Verbandsversammlung ist das Entscheidungsgremium, das alle wesentlichen Entscheidungen des Verbandes trifft, also etwa wie wird investiert, welche Maßnahmen sind dringend und dergleichen.

Meine Aufgabe ist es, die Interessen der Marktgemeinde Wendelstein zu vertreten, Entscheidungen zu hinterfragen und zu treffen. Zusätzlich bin ich Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses, dabei geht es darum, die Finanzen des Zweckverbandes im Blick zu behalten und die ordnungsgemäße Bewirtschaftung überwachen. Und das unabhängig von Parteipolitik. Relevant für die Zukunft sind Fragen wie reicht uns das Wasser künftig aus oder wo bekommen wir es her.

Wichtig ist mir darauf hinzuweisen, dass Verbandsversammlungen grundsätzlich öffentlich sind, bei Interesse darf also jedermann dabei sein und zuhören.

Was plant der Zweckverband für die Zukunft?

Aktuell stehen keine nennenswerten Investitionen an, da wir in den letzten Jahren einen großen Teil des Leitungsnetzes, der Werke, der Brunnen und der Speicher erneuert haben. Das hat im Januar 2025 zu einer Gebührenerhöhung geführt – zumindest der Großteil der Kosten sollte damit erledigt sein.

Und wo liegen die Probleme? 

Der Freistaat Bayern hat Förderprogramme für die Sanierung von Wasserleitungen, -Werken, - Brunnen und Speichern aufgelegt. Das ist im Sinne des Gemeinwohls richtig und wichtig, zählt doch die Wasserversorgung als Teil der Daseinsfürsorge zu den Grundaufgaben des Staates. Diese Fördergelder haben die Sanierung des Leitungsnetzes erst möglich gemacht. Leider haben sich seit Jahren Verzögerungen bei der Auszahlung ergeben. Das hat zur Folge, dass der Zweckverband Zinsen für das Geld, auf das er wartet, bezahlt und diese Kosten auf die Nutzer umlegen muss.

Was wünschen Sie sich von den beteiligten Kommunen und der Bayerischen Staatsregierung?

Von den Gemeinden, dass die Zusammenarbeit sich weiter so vertrauensvoll gestaltet. Von der Bayerischen Staatsregierung würde ich mir mehr Zuverlässigkeit wünschen.

Bundestagswahl: Wie geht das und was wird eigentlich gewählt?

Gewählt wird der Deutsche Bundestag, also das Parlament, dass über bundesweite Gesetze, den Bundeshaushalt bestimmt und vieles mehr. Jeder Wähler hat bei der Wahl zwei Stimmen, die sogenannte Erststimme und die Zweitstimme.

Erststimme

Mit der Erststimme wird eine Direktkandidat*in im sogenannten Wahlkreis gewählt. Der Wahlkreis Roth (245) umfasst beispielsweise die Landkreise Roth und Nürnberger Land. Es gibt also die Auswahl zwischen einzelnen Direktkandidat*innen der Parteien. Wir Grüne schicken Bianca Pircher in dieses Rennen. Die Kandidat*in mit den meisten Stimmen kommt in den Bundestag. Eine Ausnahme gibt es dazu – mehr im nächsten Punkt. Der Gedanke dahinter ist, dass jeder Wahlkreis einen Ansprechpartner im Bundestag hat.

Zweitstimme

Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt. Das Ergebnis dieser Stimmen und nur dieser Stimmen bestimmt die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages. Bekommt also eine Partei mehr Direktkandidaten über die Erststimme in den Bundestag, als ihr nach dem Verhältnis der Zweitstimmen Sitze zustehen, ziehen nicht alle gewählten Direktkandidaten in den Bundestag ein.

Fünfprozentklausel

Um zu vermeiden, dass zu viele kleine Parteien im Bundestag vertreten sind und damit die Mehrheitsfindung erschwert wird, besteht die Fünfprozentklausel. Demnach sind nur Parteien im Bundestag vertreten, die mindestens 5 Prozent der abgegebenen Zweitstimmen bekommen haben. Aktuell gibt es dazu eine Ausnahme: Erreicht eine Partei drei Direktmandate, erhält sie ebenfalls Sitze entsprechend dem Anteil ihrer Zweitstimmen.

Wahlberechtigte

Bei Bundestagswahlen dürfen alle wählen, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, volljährig sind, seit mindestens drei Monaten in der Bundesrepublik wohnen, im Wählerverzeichnis der Heimatgemeinde geführt werden und nicht durch einen Richterspruch vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Ausländische Staatsbürger*innen dürfen nicht abstimmen - EU-Bürger*innen dürfen nur bei Kommunalwahlen mitwählen. 16-jährige dürfen in Bayern aktuell nur an der Europawahl teilnehmen.

Bundeskanzler*in

Die Bundeskanzler*in wird bei dieser Wahl nicht oder nur indirekt gewählt. Das bleibt dem deutschen Bundestag vorbehalten und ist im Regelfall das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen, also der Einigung einiger Parteien, die zusammenüber eine Regierung bilden wollen.

Fragen?

Wenden Sie sich an das Wahlamt ihrer Gemeinde, dort hilft man Ihnen gerne.

Und zum Schluss?

Gehen Sie wählen. Nutzen Sie Ihr Wahlrecht!

Wer nicht wählen geht, unterstützt indirekt undemokratische Parteien.

Klimaschutz - was geht mich das an?

Unser Klima ändert sich, das spüren wir alle - ein paar Beispiele:

Dass in den Wintern immer weniger Schnee liegt, ist offensichtlich, aber für den Einzelnen vielleicht auch nicht so schlimm.

Dass der langjährige Trend der Temperatur von 1951 bis 2019 im Freistaat Bayern bei +1,9 °C liegt, ist statistisch bewiesen. Auch wenn es sich nicht jeden Sommer so anfühlt, in der Zukunft wird es öfter heißere Sommer und längere Hitzeperioden geben. Das Temperaturmittel kennt nur eine Richtung – nach oben.

Dass gerade Starkregenereignisse zunehmen, ist (leider) offensichtlich. Starkregenereignisse nehmen zu, weil mehr Hitze zu mehr Regen führt – schließlich muss das verdunstete Wasser wieder irgendwo hin. Was im Baubereich früher als Jahrhunderthochwasser qualifiziert worden ist, kommt jetzt alle paar Jahre vor. Und das führt ganz direkt zu mehr vollgelaufenen Kellern. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat die Unwetterschäden in Deutschland für das Jahr 2024 mit 5,5 Milliarden EURO beziffert – und das sind nur die Schäden, für die die Versicherungen auch tatsächlich aufgekommen sind. Das geht jeden von uns an, denn die Kosten, die die Versicherungen übernehmen, tragen am Ende wir alle mit unseren Beiträgen.

Der Klimawandel betrifft uns alle persönlich, nicht zuletzt zeigt sich das in unserem Geldbeutel. Die gute Nachricht ist, jeder Einzelne kann etwas tun, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Was kann ich vor Ort tun?

Der Natur mehr Raum geben, also Begrünen und Entsiegeln. Begrünen kann man Flachdächer, Fassaden, Vorgärten, Terrassen und vieles mehr. Entsiegeln lassen sich alle bisher wasserundurchlässigen Flächen. Das kann ganz klein beginnen mit einem Gerüst für Kletterpflanzen oder einer Hecke anstatt eines Zauns. Auch Bäume statt Rasen oder Pflaster sind eine gute Idee.

Warum hilft das?

Entsiegelte Flächen saugen Regenwasser auf, manchmal spricht man von dem Konzept einer Schwammstadt. Während auf einer geteerten oder gepflasterten Fläche das Wasser abläuft und sich am Gulli staut oder in die Keller drückt, speichert Erde den Regen und gibt ihn zeitverzögert tiefer in den Boden und damit ins Grundwasser ab. Der Unterschied zeigt sich bei Starkregen, wenn das Wasser von den versiegelten Flächen nicht gespeichert wird und die Ableitungsmöglichkeiten erschöpft sind – dann kommt es zu Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern etc..

Begrünte Flächen sorgen für natürlichen Schatten und Kühlung. Das Phänomen kennt jeder, der einen Platz im Biergarten unter einem Baum mit einem Platz unter einem Sonnensegel vergleicht. Zusätzlich verdunsten Pflanzen Wasser, was zu Verdunstungskälte führt.

Entsprechend gilt – je grüner, desto besser. Und dafür kann jeder Einzelne etwas tun.

Weil wir hier leben.

Neujahrs-Klausurtagung 2025 des Ortsverbands Wendelstein – BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN

Auch in diesem Jahr traf sich der Ortsverband von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN zu seiner traditionellen Neujahrs-Klausurtagung im Küblerhof. Zwei Tage lang, vom 10.01. bis 11.01.2025, hatten die Mitglieder sich Zeit genommen, die gemeinsame Arbeit des letzten Jahres zu reflektieren und Ziele und Anliegen für das kommende Jahr festzulegen. Dass der grüne Ortsverband auf dem richtigen Weg ist, zeigte die rege Beteiligung der Mitglieder und Interessierten.

Neumitglieder-Boom

Der Sprecher des Ortsverbandes und Marktgemeinderat Boris Czerwenka stellte in seinem Grußwort fest, dass die Grünen seit dem Aus der Ampelregierung einen Neumitglieder-Boom ungekannten Ausmaßes erleben. Auch in Wendelstein hat sich die Mitgliederzahl um über 30% erhöht. „Das zeigt“, so Czerwenka weiter, „dass sich wieder mehr Bürger in diesen schwierigen Zeiten aktiv für grüne Politik einsetzen wollen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die es uns möglich macht, bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr wieder eine starke Liste ins Rennen zu schicken.“.

Energieversorgung

Natürlich befassten sich die Grünen auch mit der bevorstehenden Bundestagswahl. So wurde unter anderem das Thema Energieversorgung beleuchtet. Die von den Grünen aktiv betriebene Politik der erneuerbaren Energien zahlt sich in Zeiten aus, in denen fossile Brennstoffe immer teurer und die Versorgung immer unkalkulierbarer wird. Wind- und Solarenergie sind unschlagbar kostengünstig und machen Deutschland unabhängig von ausländischen Öl- und Gaslieferungen. „Die Ampel Regierung unter Wirtschaftsminister Habeck“ so Marktgemeinderat und Fraktionssprecher Martin Mändl, „hat uns in kurzer Zeit von russischen Gaslieferungen unabhängig gemacht“.

Barbara Dorfner Sprecherin des Ortsverbandes führte weiter aus „Eine Rückkehr zur Atomenergie ist ebenso unwirtschaftlich wie unsinnig. Niemand – auch Herr Söder nicht - weiß, wo der Atommüll über Jahrmillionen gelagert werden soll“. „Atomenergie“, so Dorfner weiter, „ist nur dann annähernd kostengünstig, wenn der Staat die unkalkulierbaren Risiken für Versicherung und Entsorgung übernimmt – auf Kosten aller Steuerzahler“.

Bundestagswahl – Wählen gehen!

Die Grünen rufen ausdrücklich dazu auf, am 23.02.2025 zur Wahl zu gehen. „Nehmen Sie Ihr Wahlrecht wahr“, so Vorstandsmitglied Horst Holzmann. „Wer nicht zur Wahl geht, unterstützt indirekt Parteien, die nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen!“. Kassiererin und Verbandsrätin Christina Czerwenka ergänzte „In vielen Ländern wünschen sich die Menschen freie Wahlen und können nicht oder nur eingeschränkt wählen. Bei uns geht das noch ganz selbstverständlich“.

Verkehrsberuhigung Altort

Die vom Gemeinderat einstimmig beschlossenen Maßnahmen, um den Altort zu beruhigen, werden von den Grünen begrüßt. Es ist unstrittig, dass zu viele Fahrzeuge täglich den Altort queren (ca. 8.500 – das sind 355 pro Stunde im Durchschnitt(!)). Das Ziel ist den Durchgangsverkehr aus dem Altort herauszuhalten – man kann fast genauso schnell über den Kohlschlag und die ST2225 (Nürnberg-Allersberg) das Tal queren. Trotzdem ist die Zufahrt zum Altort weiterhin problemlos möglich. Damit kommt man gut zum Arzt oder zu den Einzelhändlern. Und natürlich fährt der Bus noch durch den Altort und hält auch da!

„Weniger Fahrzeuge bedeutet mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger. Es bedeutet, dass unsere älteren Mitbürger wieder gefahrenlos die Straße queren können. Und es bedeutet auch mehr Aufenthaltsqualität. Es macht doch mehr Spaß in den Cafés außen zu sitzen, wenn nicht jede Minute sechs Autos vorbeifahren“ erläutert Marktgemeinderätin und Kreisrätin Carolin Töllner die Maßnahme.

Fazit

Das Fazit der zwei Tage fällt sehr positiv aus. Der grüne Ortsverband wird sich weiter für die Bürger Wendelsteins mit guten Ideen einsetzen und die Ergebnisse der Klausur im täglichen Leben umzusetzen.

Einladung an die Bürger

Wir möchten Sie jetzt schon zu unserem Frühjahrsempfang

am 05.04.2025 von 11 bis 15 Uhr im Heimathaus Wendelstein (untere Rathausgasse24)

einladen. Für Speis und Trank ist gesorgt und auch für die Kleinsten wird es spannende Aktionen geben. Als Gast wird unsere Landesvorsitzende Gisela Sengl ein Grußwort sprechen. Des Weiteren haben sich Sascha Müller (MdB) und Sabine Weigand (MdL) angekündigt. Nutzen sie die Gelegenheit sich mit uns und den Genannten in ungezwungener Atmosphäre auszutauschen.

Weil wir hier leben.

Aus dem Wendelsteiner Gemeinderat und seinen Ausschüssen (Januar 2025)

Am 12. Dezember 2024 tagte der Marktgemeinderat

Die Verwaltung berichtete, dass der Leiter des Baureferats, Herr Uwe Babinsky, nach 45 Jahren im öffentlichen Dienst Anfang des Jahres 2025 in den verdienten Ruhestand eintreten wird. Wir als Grüne werden Herrn Babinsky und seine ruhige, besonnene Art, gepaart mit schier unerschöpflichem Fachwissen vermissen und wünschen ihm alles Gute für den Ruhestand.

Verabschiedet wurde der Antrag auf Städtebauförderung. Dabei geht es darum staatliche Fördermittel für Maßnahmen (insbesondere im Altort) zu bekommen. Eine gute Sache, die unter anderem hilft, die Sanierung des Flaschners zu finanzieren.

Beschlossen wurde die Änderung der Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen der Freiwilligen Feuerwehren des Marktes Wendelstein. Was sperrig klingt erleichtert der Verwaltung die Abrechnung von Feuerwehreinsätzen außerhalb von deren Pflichtaufgaben. Pumpt also etwa die Feuerwehr den vollgelaufenen Keller eines Wendelsteiners aus, werden dafür Kosten berechnet, etwa für die Gebäudeversicherung. Das war bisher schon so, die Berechnung ist jetzt nur zeitgemäßer und präziser.

Weiter wurde die Anpassung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung der Gemeinde Wendelstein beschlossen – also die Höhe der Abwassergebühren. Die Grundgebühr, die von 2021-2024 5,50 € monatlich betragen hat beträgt ab 2025 6,50 € monatlich, die Verbrauchgebühren steigen von 1,66 €/cbm auf 1,81 €/cbm. Gewinne erwirtschaftet die Gemeinde damit nicht, es werden lediglich die anfallenden Kosten umgelegt. Marktgemeinderat Martin Mändl (Grüne) hatte darauf hingewiesen, dass es aus seiner Sicht sinnvoller wäre, die Grundgebühr geringer zu halten und die Gebühren des Verbrauchs höher anzusetzen, um zum Sparen anzuregen. Letztlich einigte sich der Rat auf diese Zahlen.

Wichtig ist uns Grünen aktuell der Umgang mit den ehemaligen Mülldeponien in der Gemeinde. Das Beispiel Fischleinsberg hat gezeigt, dass Untersuchungen Zeit, Geld und vor Allem Engagement brauchen. Wichtig bleibt, die festgestellten Boden- sowie Grundwasserverunreinigungen weiter zu untersuchen und zu klären, was getan werden kann und muss. Parallel dazu haben wir begonnen mit der Verwaltung zu klären, an welchen Stellen noch auf dem Gemeindegebiet mit derartigen Hinterlassenschaften zu rechnen ist.

In Betrieb gegangen ist die Kleinbuslinie 615, quasi der zweite Wendelin. Der Bus bedient die Route Röthenbach b. St. Wolfgang-Wendelstein-Großschwarzenlohe-Neuses-Schwabach (Krankenhaus) und startet an Wochentagen in Röthenbach Mitte zwischen 8:06 und 15:43 ca. im 2 Stundenrhythmus, Samstags kurz nach 13:00, 15:00 und 17:00 Uhr.  Aus unserer Sicht ein weiterer Schritt, den ÖPNV attraktiver zu machen.

Weil wir hier leben.

Wendelstein – die Gemeinde errichtet in Kleinschwarzenlohe auf dem so genannten Brunnerareal insgesamt 21 Wohnungen

Warum eigentlich?

Wohnraum ist knapp in der Metropolregion Nürnberg im Allgemeinen und in Wendelstein im Besonderen. Gerade für Menschen, die keine 600.000 € (oder mehr) für ein Reihenhaus bezahlen können, ist es schwer, in Wendelstein zu wohnen. Das trifft Auszubildende, Alleinerziehende, Rentner, aber auch viele Normalverdiener. Und das wird zum Problem. Auch Pflegekräfte,  Busfahrer*innen oder Supermarktkassierer*innen brauchen ein Dach über dem Kopf. Und das finden sie in Wendelstein nicht und müssen eben an einem anderen Ort wohnen, als sie arbeiten. Hinzu kommt eine erhebliche Zahl von älteren Menschen, die oft alleine in einem zu groß gewordenen Haus leben und schlicht keine geeignete Wohnung in Wendelstein finden. Die neuen Wohnungen sind insgesamt barrierefrei und damit auch für Menschen mit Einschränkungen, etwa altersbedingt, nutzbar.

Und was kostet so eine Wohnung?

Das ist noch nicht abschließend geklärt. Ausschlaggebend werden am Ende die Baukosten sein. Voraussichtlich werden es wohl spürbar über zehn € pro Quadratmeter Kaltmiete, also zzgl. Nebenkosten, werden. Das ist sicher nicht günstig, aber gilt aktuell als bezahlbar.

Und wie kommt man an eine Wohnung?

Das entscheidet die Verwaltung der Gemeinde Wendelstein. Aktuell gibt es noch keine Warteliste, da noch kein Bezugstermin feststeht.

Wie ökologisch ist das Ganze?

Mit viel verbautem Holz, einer Solaranlage auf jedem Dach und Geothermie als Wärmequelle gibt es wenig zu verbessern. Bedenkt man, dass hier nun etwa 40 Menschen auf einem Grundstück leben sollen, wo früher lediglich eine Familie zuhause war, kann man durchaus vom Flächensparen sprechen.

Baut die Gemeinde noch mehr?

Das wünschen wir Grünen uns – wenn dabei sparsam mit Grund und Boden umgegangen wird, also am besten auf bereits versiegelten Flächen. Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum in Wendelstein, damit unser Ort für alle Bevölkerungsschichten bezahlbar wird. Es ist nun einmal einfacher, in Wendelstein Arbeitnehmer zu gewinnen, wenn diese auch vor Ort leben können. Die Gemeinde verfügt nach Fertigstellung insgesamt über 94 kommunale Wohnungen – aus unserer Sicht ein guter Anfang und Ansporn für weitere Projekte.

Weil wir hier leben.

Flaschner – ein Zwischenstand

Wendelstein – der Umbau des ehemaligen Gasthauses „Flaschner“ beschäftigt die Gemeinde nach wie vor.

Wie alles begann

Im Jahr 2006 wurde das komplette Anwesen der Gemeinde geschenkt. Auflage der Schenkungen waren unter anderem, dass das Gebäude sozialen und kulturellen Zwecken oder zur Erfüllung gemeindlicher Pflichtaufgaben oder freiwilliger Aufgaben ohne Gewinnerzielungsabsicht dienen soll. Klar war bereits damals, dass das Areal, bestehend aus Vorderhaus, Nebengebäuden und Hinterhof samt Scheune mit erheblichem Aufwand saniert werden muss.

Die Fraktion der Grünen hatte im März 2022 die Durchführung einer Planungswerkstatt mit interessierten Bürgern zur künftigen Nutzung des Flaschner Areals beantragt. Das Ziel war, zusammen mit den Bürgern Nutzungsideen zu entwickeln, zu besprechen und in die Planungen zumindest miteinfließen zu lassen. Der Antrag wurde damals mit 6 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Allerdings bekamen die Bürger die Möglichkeit, Vorschläge zur möglichen künftigen Nutzung schriftlich einzureichen. Viele Bürger haben sich beteiligt, viele unterschiedliche Ideen wurden beschrieben.

Und wo stehen wir heute?

In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 28.11.2024 haben die Planer den aktuellen Sachstand vorgestellt. Demnach wird es im Hauptgebäude eine Gastwirtschaft mit etwa 35 Plätzen geben. Im Rückgebäude wird der Brauverein eine Heimat findet, das Erdgeschoss der Scheune steht als Veranstaltungsort zur Verfügung. Der Innenhof soll im Sommer bewirtschaftet werden. In den Obergeschossen der Gaststätte wird die Wirtswohnung eingerichtet, zusätzlich einige kleine Einheiten zum Wohnen für Menschen im Rahmen eines freiwilligen Dienstes. Geplant ist die Fertigstellung in der ersten Hälfte des Jahres 2028.

Und wo liegen jetzt die Probleme?

Zunächst steigen die Kosten, aus ursprünglich etwa 5 Mio EUR sind aktuell 8,2 Mio EUR geworden. Fördergelder wird es wohl im Rahmen der Städtebauförderung geben, die Höhe ist fraglich. Problematisch ist dabei, dass Pachtflächen wohl nicht förderfähig sind – für die Gaststätte gibt es also eher keine Mittel.

Ob sich ein Pächter findet, wird sich zeigen – und zu welchen Konditionen. Klar ist, je höher die Gemeinde die Pacht ansetzt, desto höher werden die Preise in der Gaststätte sein. Wie die Scheune gemietet und damit genutzt werden kann, ist noch offen.

Weil wir hier leben.